Abwärtstrend
Die LDP muss um jeden Sitz kämpfen und betont ihre Unabhängigkeit

Im Gegensatz zu den anderen grossen Parteien verzichtet die LDP auf eine Medienkonferenz zum Auftakt des Grossratswahlkampfes, an denen «überall so etwa dasselbe» verkündet wird. So formuliert es zumindest LDP-Kampagnen-Chef André Auderset.

Merken
Drucken
Teilen
Der Internetauftritt der LDP Basel-Stadt

Der Internetauftritt der LDP Basel-Stadt

www.ldp.ch

Die Konkurrenz nutzt diese Anlässe oft, um ein Bündel an parlamentarischen Vorstössen anzukünden. Das hat Vorstoss-König Auderset bekanntlich nicht nötig, da er mit diesem parlamentarischen Mittel nicht nur im Wahlherbst, sondern zu jeder Jahreszeit auf sich aufmerksam macht.

Seine Rechnung geht auf: Er kann sich und den Journalisten eine weitere Wahlveranstaltung ersparen und trotzdem berichtet die bz über seine elektronisch verschickten Wahlbotschaften, um alle Parteien gleichzubehandeln. Ein Slogan: «Die Wirtschaft braucht ausländische Fachkräfte, keine Wirtschaftsflüchtlinge.»

Keine Prognose

Auch bei der Formulierung des Wahlziels grenzt sich die LDP ab. «Wir haben mit Interesse vernommen, dass praktisch alle Parteien den Gewinn eines Sitzes pro Wahlkreis anstreben. Da dies schon mathematisch nicht aufgehen kann, lassen wir solche Prognosen, kämpfen aber um jeden Sitz und nehmen natürlich gerne auch zusätzliche Mandate», verkündet LDP-Fraktionspräsidentin Christine Wirz-von Planta.

Heute besetzen die Liberalen im Grossen Rat neun Sitze. Als Ziel nennt von Planta eine zweistellige Sitzzahl. Doch schon dieser eine zusätzliche Sitz stellt ein ambitioniertes Ziel dar. Denn die LDP befindet sich in Basel-Stadt – im einzigen Kanton, wo sie sich gegen eine Fusion mit der FDP wehrt – in einem steten Sinkflug.

Um den Untergang abzuwenden, steigt die LDP noch einmal mit voller Kraft in den Wahlkampf. Auf Stimmenfang als LDP-Kandidaten gehen etwa TV-Moderator René Häfliger, der frühere Basler Kulturbeauftragte Michael Koechlin, Kinderarzt Raoul Furlano, Fümoar-Präsident Mario Nanni und der ehemalige Spitzenfechter Gabriel Nigon.

Die Promis verkaufen sich teilweise in persönlichen Kampagnen. «Bei uns ist das nämlich nicht verboten, sondern durchaus erwünscht», betont Vizepräsidentin Patricia von Falkenstein. Mit diesem Seitenhieb zielt sie auf die SP, die ihren Kandidaten persönliche Kampagnen verbietet.

Eymann betont Eigenständigkeit

Um ihre Eigenständigkeit zu retten, feuert die LDP sogar auf ihre engste Partnerin Giftpfeile. LDP-Erziehungsdirektor Christoph Eymann schreibt im Parteiblatt: «Wären wir mit der FDP fusioniert, hätten wir zum Beispiel ein Problem, wenn die FDP Baselland die Mittel für die Fachhochschulen kürzen möchte.» Er betont, dass seine Partei als einzige in Basel keiner Mutterpartei verpflichtet sei und damit für Unabhängigkeit und Freiheit stehe. In letzter Zeit liessen sich damit allerdings keine neuen Wähler gewinnen. (öpf)