Tiere
Die kletternden Farbfrösche im Zoo Zürich: sie wehren sich mit Hautgift

Attraktiv fürs Auge, unattraktiv für Fressfeinde: Die Baumsteigerfrösche im Zürcher Zoo wehren sich mit Hautgift.

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Gold-Baumsteiger.
6 Bilder
Blaue Pfeilgiftfrösche.
Frösche Zoo Zürich
Goldener Pfeilgiftfrosch.
Gelbgebänderter Pfeilgiftfrosch.
Marañón-Pfeilgiftfrosch mit Jungtieren auf dem Rücken.

Gold-Baumsteiger.

Zoo Zürich, Enzo Franchini

Sie sind klein, farbig und stark bedroht: die Baumsteigerfrösche aus Süd- und Mittelamerika. Rund zehn Arten und Unterarten pflegt der Zoo Zürich in seinem Bestand, wie die Verantwortlichen gestern am monatlichen Zoo-Apéro mitteilten.

Die bunten und grellen Farben der Frösche dienen zum Teil der Tarnung. Die Farbenfreude hat aber auch einen anderen Grund; es handelt sich um eine Warnfärbung, schützen sich doch viele dieser Frösche mit potenten Hautgiften vor Fressfeinden.

So verschieden sie sich farblich zeigen, so unterschiedlich sind sie auch. «Während bei einzelnen Arten die Zucht relativ einfach gelingt, müssen bei anderen grosse Anstrengungen unternommen werden», heisst es beim Zoo. Insbesondere die Simulation des Brutpflegeverhaltens der Elterntiere sei komplex. Denn die Baumsteigerfrösche kümmern sich nur um wenige Kaulquappen, dies dafür in einer «intensiven Nachwuchsbetreuung», wie es der Zoo umschreibt. So bringt etwa das Färberfrosch-Männchen die geschlüpften Kaulquappen auf dem Rücken zu Kleinstgewässern wie wassergefüllten Blattachseln von Bromelien oder Baumhöhlen. Dort durchlaufen sie ihre weitere Entwicklung selbstständig – meist einzeln, da sie zu Kannibalismus neigen.

Beim Harlekin-Baumsteiger bringt das Weibchen die Kaulquappen einzeln in Blattachseln von Bromelien unter. Alle paar Tage sucht sie diese Stellen wieder auf und füttert ihre Larven mit unbefruchteten Nähreiern. «Dieser Hauslieferdienst hält etwa zweieinhalb bis drei Monate an, dann wandelt sich die Kaulquappe zum Frosch», heisst es in einer Mitteilung vom Zoo Zürich. Damit die Aufzucht so gelingt, müssen die Tiere natürlich gut klettern können, wie der Zoo weiter festhält. Denn Bromelien «wachsen doch eher in der Höhe». Aber die bunten Tiere heissen ja nicht umsonst Baumsteigerfrösche. (liz)

Wie das Krokodil die Hand schnappte

Biss Es war «ein tragischer Arbeitsunfall»: Dies ist der Schluss der internen Untersuchung, die der Zoo Zürich über den Vorfall im Krokodil-Gehege vom 23. Dezember durchführte.
Gemäss dieser Untersuchung hatte die zuständige Tierpflegerin zunächst das letzte im Zürcher Zoo verbliebene Krokodil vorschriftsgemäss in einem Gehegeteil abgetrennt, um danach den anderen Teil für anstehende Unterhaltsarbeiten zu betreten. Die Trennung zwischen den Teilen besteht aus einem Netzwerk künstlicher Mangrovenwurzeln. Dem Philippinen-Krokodil gelang es, durch einen Zwischenraum mit der Schnauzenspitze die Hand der Pflegerin zu fassen und durch den Zwischenraum hindurch zu ziehen, wie der Zoo mitteilte.
Dabei bestand für die Pflegerin die Gefahr, dass sie ihre Hand verliert. Denn das Krokodil hätte sich im Wasser um die eigene Achse drehen können. Aus diesem Grund fixierte ein zur Hilfe geeilter Tierpfleger das Krokodil an dessen Vorderbeinen. Es scheiterten alle Versuche, das Tier zum Loslassen der Hand zu bewegen. Und da eine Narkose in nützlicher Zeit kaum die gewünschte Wirkung erzielt hätte, entschieden sich die Zoomitarbeiter, das letzte Zürcher Krokodil zu töten. Dies sei «mit allen nötigen Sicherheitsvorkehrungen durch einen Schuss aus einer Pistole aus der Notfallausrüstung des Zoo Zürich» erfolgt, heisst es in der Mitteilung.
Die Tierpflegerin wurde ins
Spital gefahren, wo ihre Hand
einer mehrstündigen Operation unterzogen wurde. Der Frau gehe es heute gut, der Heilungsprozess werde aber lang sein.
Wie es im Zoo nun weitergeht, ist gemäss Mitteilung noch offen. Ein künftiger Besatz der Krokodilanlage stehe aber zur Diskussion. (liz)