Basler Wahlen
Die Grünliberalen fordern Expresstrams und Schnellbusse nach Basel

Die Grünliberalen wollen in den kommenden Wahlen ihre Sitzzahl von 6 auf 8 erhöhen. Sie erhoffen sich, ihr Ziel mit einer Stärkung des öffentlichen Verkehrs zu erreichen. Die GLP will sich für Express-Verbindungen in die Stadt einsetzen.

Andreas Maurer
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Die Grünliberalen wollen Schnell-Trams vom Land in die Stadt einführen.

Die Grünliberalen wollen Schnell-Trams vom Land in die Stadt einführen.

Martin Toengi

Die Basler Grünliberalen bilden mit sechs Sitzen nach der EVP die zweitkleinste Fraktion im Grossen Rat, sehen sich aber in einer bedeutenden Rolle: Die Minipartei rühmt ihre Vermittlerrolle zwischen den Polen. «Basel braucht gestärkte Grünliberale, damit noch ausgewogener und bodenständiger politisiert wird», ist Parteichef David Wüest-Rudin überzeugt. Die GLP positioniert er folgendermassen: «Wir stellen sicher, dass Basel in Umwelt-, Verkehrs- und Energiefragen grün bleibt, zugleich aber die Ausgaben gebremst, die Schulden reduziert und die Wirtschaft gefördert werden.»

Um dafür im Wahlkampf Aufmerksamkeit zu erhalten, lanciert die GLP drei verkehrspolitische Vorstösse. Grossrat Bülent Pekerman fordert in einem Anzug die Einführung von Expresstrams, die etwa Therwil ohne Halt mit der Stadt verbinden. Einen gleichlautenden Vorstoss kündet die Partei für den Landrat an.

Eine alte Idee aufgewärmt

Neu ist die Idee nicht und geprüft wird sie derzeit sowieso. Im Jahr 2009 hat die Baselland Transport AG (BLT) eine Machbarkeitsstudie zu Eiltrams auf der Linie 10 und 17 zwischen Ettingen und Basel erstellt. Die Trams würden einmal pro Gemeinde halten. Das Resultat: Der Reisezeitgewinn zwischen Ettingen und Basel würde vier Minuten betragen. Als Voraussetzung für die Machbarkeit nennt die BLT-Studie drei Bedingungen: Die Strecke im Abschnitt Spiesshöfli in Binningen muss wie geplant auf zwei Spuren ausgebaut werden, die Haltestelle in Ettingen müsste für den Umsteigevorgang umgebaut werden und an den Haltestellen, welche die Expressdrämmli durchfahren, wären Sicherheitsmassnahmen nötig. Geprüft wird die Idee derzeit in der Entwicklungsplanung Leimental-Birseck-Allschwil Elba. All dies wird im Wahlkampf-Vorstoss nicht erwähnt. Der Vorstoss der Grünliberalen wird somit wahrscheinlich wenig bewegen - abgesehen von Schreibarbeit in der Verwaltung.

Grenzüberschreitende Schnellbuslinien

Auch der zweite verkehrspolitische Vorstoss setzt auf Geschwindigkeit: Regierungskandidat Emmanuel Ullmann fordert, dass Basel grenzüberschreitende Schnellbuslinien von der Agglomeration des Elsasses und Badens nach Basel gemeinsam mit ausländischen Partnern aufbaut und subventioniert. Noch schwieriger umsetzbar wird der Vorstoss von Dieter Werthemann: Er fordert eine tramfreie Innenstadt zwischen Barfüsserplatz und Schifflände. Die Haltestelle Markthalle soll aufgehoben und die Trams via Lyss und Petersgraben sowie Bankenplatz und Wettsteinbrücke umgeleitet werden. Für Gehbehinderte soll die Regierung einen Rikscha-Fahrdienst prüfen.

Riehen und Kleinbasel im Visier

Mit diesen Ideen wollen die Grünliberalen ihre sechs Sitze halten und zwei hinzu gewinnen. Am meisten Chancen sehen sie dafür in den Wahlkreisen Kleinbasel und Riehen. Kann die GLP das Resultat der letzten Wahlen im Kleinbasel wiederholen, reicht es dank des neuen Wahlsystems für einen zusätzlichen Sitz. In Riehen stehen die Chancen ebenfalls gut: Beim letzten Mal haben dort die inzwischen abgeschafften Listenverbindungen zu einem Negativsaldo geführt. Ein Sitzgewinn erscheint für die Grünliberalen also realistisch, auch wenn - wie im Wahlkampf üblich - einige Vorstösse als Luftheuler verpuffen werden.