110 Jahre Solothurner Zeitung
Die erste Nummer der Solothurner Zeitung enthielt 16 Seiten

Vor 110 Jahren «Mit dem heutigen Tag ist ein neues Zeitungsunternehmen in’s Leben getreten» lautet der erste Satz, mit dem Zeitungsgründer Gottlieb Vogt am Freitag, 15. März 1907, und zwar um 13 Uhr an die Leser der Solothurner Zeitung gelangte. Eine Zeitung für den Kanton Solothurn soll es sein, begründete Vogt seinen Entschluss für den Start eines neues Nachrichtenblattes – ein Grundsatz, der heute noch, nach 110 Jahren, seine Gültigkeit hat.

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Solothurner Zeitung

Blättert man in den ersten Zeitungsnummern der Solothurner Zeitung, ist erst einmal Umdenken auf allen Ebenen gefragt. Schon allein der Umbruch der damaligen Blätter erfordert etwas Einlese-Zeit. Vom Leser wurde früher erwartet, dass er seine Zeitung Spalte um Spalte, von oben links nach unten rechts durchliest. Nach einem «Geleitwort» gab es eine Meldung aus dem Ausland: «Oberst Armin Müller ist in Tanger eingetroffen. Die Überfahrt verlief ruhig». Es folgten von Meldungen aus den Kantonen. Unter dem Strich – für jede Zeitung damals, die etwas auf sich hielt, von Bedeutung – war Platz für das Feuilleton. In den ersten Ausgaben in Gestalt eines erbaulichen Fortsetzungsromans.

1907-1976 Bis in die frühen Achtzigerjahre behielt die Solothurner Zeitung ihren ursprünglichen Titelkopf. 1960 wurde die Frakturschrift aufgegeben.
7 Bilder
1976-1984 Ab 1976 verlor die Zeitung ihren Untertitel «Freisinnig-demokratisches Organ des Kantons Solothurn» und wurde damit zur Forumszeitung.
1984-1996 Mit dem Titelkopf in Blau und dem schon fast sprichwörtlichen Mi-Zytig-Label gab es ab 1984 eine weitere Layout-Auffrischung.
1996-2001 Unter der Kooperation Neue Mittelland Zeitung gaben sich die drei Partner Solothurner Zeitung, Oltner Tagblatt und Zofinger Tagblatt ein neues Erscheinungsbild.
2001-2005 Das beliebte Solothurner Rot prägte eine Layout-Auffrischung ab 2001. Alle Kooperationspartner zeigten sich in diesem Look.
2005-2010 Mit der Mittelland Zeitung ab 2002 wurde die Solothurner Zeitung 2005 zur farbigen Vierbund-Zeitung mit dem Bund-Themen Ausland/Inland – Region – Sport – Kultur.
Ab 2010 ... 2009 geht die Solothurner Zeitung vollständig an die AZ Medien über und bekommt ein Jahr später das heutige klassisch-elegante Erscheinungsbild.

1907-1976 Bis in die frühen Achtzigerjahre behielt die Solothurner Zeitung ihren ursprünglichen Titelkopf. 1960 wurde die Frakturschrift aufgegeben.

Solothurner Zeitung

Auf der zweiten Seite folgten die kürzeren Meldungen aus dem Kanton Solothurn. So das Resultat der Staatsrechnung von 1906, die mit einem Überschuss von sage und schreibe 16 352.75 Fr. abschloss; dies bei Einnahmen und Ausgaben von etwas mehr als 3 Mio. Franken. Ebenfalls mitgeteilt wurde das Sitzungsresultat der Schulkommission Grenchen oder die Bekanntgabe eines Auftritts eines Damen-Quartetts in Grenchen. Die Polizei musste in Balsthal einen Wilderer festnehmen, dessen erwildertes Rehbockfleisch bereits in der Beize lag.

Nachrichten aus Wissenschaft, Industrie und Gewerbe sowie Vermischtes aus dem Ausland rundeten den ersten Zeitungsbogen ab. Auf allen weiteren Blättern folgten Hintergrund-Artikel, insbesondere zum innenpolitischen und kantonal-politischen Geschehen. Auf den insgesamt 16 Blättern erschienen ganze acht Seiten Inserate meist lokaler Firmen.

Der Zeitungsgründer

Wer stand denn nun aber hinter der neu gegründeten Solothurner Zeitung? Zitieren wir aus einem Artikel des ehemaligen SZ-Chefredaktors Ulrich Luder, welcher dieser zum 75-jährigen Bestehen der Solothurner Zeitung im Jahr 1981 in einer Sonderausgabe verfasst hat. «Am 15. März 1907 erschien die erste Nummer der Solothurner Zeitung, drei Monate nachdem die Buchdruckerei G. Vogt und O. Schild in Solothurn ins Handelsregister eingetragen worden war. Wägt man die Umstände jener Zeit gegeneinander ab, scheint aus heutiger Sicht wenig für die Gründung einer neuen Tageszeitung im Kanton gesprochen zu haben. Seit den politischen Auseinandersetzungen um den jungen Bundesstaat 1848 und 1870 bis 1874 war ein dichtes Netz von Presseerzeugnissen entstanden, die zwar mit Leidenschaft geschaffen und redigiert wurden, aber mit relativ kleinen Auflagen durchgehalten oder aufgegeben werden mussten.» So existierten zu Beginn des Jahres 1907 allein im Kanton Solothurn sage und schreibe elf politische Zeitungen, die allerdings längst nicht alle täglich erschienen. Allerdings verlockte die damalige Wirtschaftslage kaum zu einer Geschäftsgründung. Es gab eine hohe Arbeitslosigkeit, Streiks erschütterten das Land.

Wenn also Gottlieb Vogt die Gründung von Firma und Zeitung trotzdem in Angriff nahm – dies erst noch als gebürtiger Grenchner in Solothurn –, so war und bleibt dies die Tat einer ausgesprochen unternehmerisch begabten Persönlichkeit.

 Gottlieb Vogt-Schild (1879–1964), der Gründer der Solothurner Zeitung, war mit seinem Blatt dem fortschrittlich-freisinnigen Kurs verpflichtet.

Gottlieb Vogt-Schild (1879–1964), der Gründer der Solothurner Zeitung, war mit seinem Blatt dem fortschrittlich-freisinnigen Kurs verpflichtet.

Solothurner Zeitung

Gottlieb Vogt wurde am 27. März 1879 in Grenchen geboren. Sein Vater führte das Bergwirtschaftshaus auf dem Allerheiligenberg und erwarb später den «Bären» im Stadtinnern. Gottlieb studierte einige Semester Nationalökonomie an der Universität Basel. Luder schreibt: «Zweifellos würde er sein Studium abgeschlossen und wahrscheinlich eine Beamtenlaufbahn beschritten haben, wenn ihn nicht auf Empfehlung von Regierungsrat Rudolf von Arx die Einladung erreicht hätte, auf den 1. April 1903 die Redaktion des ‹Solothurner Tagblatts› zu übernehmen. Während vier Jahren hatte der junge Redaktor Gelegenheit, nicht nur das journalistische Handwerk zu erlernen, sondern gleichzeitig nach politischer Betätigung Ausschau zu halten.»

Politisch motiviert

Damals begann die freisinnige Jungmannschaft auf sich aufmerksam zu machen. Ihr schloss sich Gottlieb Vogt an und gründete zusammen mit Hermann Obrecht die Monatsschrift «Der Jungfreisinnige Leberberger». Von Grenchen aus strahlte bald ein reges politisches Leben in die anderen Amteien hinaus, umso mehr als sich die jungen Aktiven durch den gemeinsamen Kauf eines «Berna», des zweiten Automobils, das damals in Grenchen fuhr, auf sich aufmerksam machten. Gottlieb Vogt zog bereits 1904 als jüngstes Mitglied in den Solothurner Kantonsrat ein und übernahm 1905 die Leitung der freisinnigen Bezirkspartei Lebern. Mit 29 Jahren wurde er Mitglied der Staatswirtschaftskommission, 1917 präsidierte er mit 38 Jahren den Kantonsrat, dem er bis 1921 angehörte. 1905 verheiratete er sich mit Hanny Schild, der Tochter des Fabrikanten Adolf Schild, und 1906 wurde der Sohn Hans, 1909 die Tochter Gret geboren. Hanny Vogt-Schild (1876–1967) nahm regen Anteil am beruflichen Schaffen und den initiativen Plänen ihres Mannes und legte in den Anfangsjahren im Betrieb selbst unerschrocken Hand an.

Gottlieb Vogt kündigte auf Ende 1906 seinen Posten als Redaktor beim Solothurner Tagblatt. Zusammen mit dem Vetter seiner Gattin, Otto Schild, der noch Student war und sich für Journalismus interessierte, hatte er Vorarbeiten für eine Geschäftseröffnung an die Hand genommen. Da wurden beispielsweise an der Weltausstellung in Mailand die neuesten Errungenschaften in der grafischen Technik studiert und anschliessend zwei Setzmaschinen, eine Windbraut-Schnellpresse für die Tageszeitung sowie zwei weitere Schnellpressen und Tiegel nebst Schriften bestellt.

Ein «Paukenschlag»

Im neu erworbenen Hause an der Dornacherstrasse in Solothurn nahm die am 1. Januar 1907 ins Handelsregister eingetragene «G. Vogt und O. Schild, Buch- und Kunstdruckerei» als Kollektivgesellschaft mit einem Geschäftskapital von 100 000 Franken ihre Tätigkeit auf. Luder schreibt weiter: «Es muss wie ein Paukenschlag gewirkt haben, als am 15. März 1907 die Solothurner Zeitung in einer Streuauflage von 10 000 Exemplaren in den Kanton hinausgeschickt wurde.»

 Das erste Domizil der Solothurner Zeitung an der Dornacherstrasse in Solothurn

Das erste Domizil der Solothurner Zeitung an der Dornacherstrasse in Solothurn

Solothurner Zeitung

Freisinniger Hosenlupf

«Hosenlupf in Sicht» kommentierten die Basler Nachrichten dieses Ereignis und meinten damit, wie wohl die Zukunft mit zwei Solothurner Freisinnigen Zeitungen aussehen möge. Von Anfang an erhielt der Leser – und vor allem wohl auch die Leserin – zusätzlich mit dem Sonntagsblatt ein Wochenmagazin, das dem Bedürfnis der Abonnenten nach Unterhaltung und Wissen nachzukommen suchte. Die Solothurner Zeitung bemühte sich darum, rechtzeitig zu den Abonnenten zu gelangen. Schon im Verlauf des ersten Jahres wurde die Herausgabe in Solothurn von 13 auf 12 Uhr und dann auf 11 Uhr verschoben. Kein einfaches Unterfangen, wenn man bedenkt, dass mit der Windbraut-Schnellpresse eine Grossauflage von 10 000 Exemplaren erst nach zwei bis drei Tagen ausgedruckt war. Ein Halbjahresabonnement kostete damals 4.50 Fr. Die Inserate machten vorerst nur einen Viertel des Gesamtumfanges aus.

Die ersten Redaktoren

Die Redaktion, die Gottlieb Vogt aufbauen wollte, sollte dem fortschrittlich freisinnigen Kurs verpflichtet sein. Zu ersten Redaktoren berief Vogt den Grenchner Hermann Obrecht und Ernst Flükiger. Hermann Obrecht verliess Ende April 1907 seinen Posten als Sekretär des kantonalen Finanzdepartementes und wechselte zur Redaktion über, ein Schritt, der heute wohl eher in umgekehrter Reihenfolge vor sich gehen würde. Vogt und Obrecht bereisten in den ersten Monaten des Jahres 1907 gemeinsam den ganzen Kanton, um speziell in Restaurants Abonnenten für die neue Zeitung zu werben. Diese Aktion machte die beiden überall bekannt und Obrecht wurde dadurch sicher auch bereits 1908 in den Regierungsrat des Kantons Solothurns gewählt. So gab er den Journalistenberuf nach nur einem Jahr wieder auf. Doch auch als Regierungsrat blieb er der Solothurner Zeitung treu und schrieb weiterhin regelmässig für das Blatt.

 Hermann Obrecht (1882–1940), der spätere Bundesrat, verliess 1907 seinen Posten als Sekretär des kantonalen Finanzdepartements, um als SZ-Redaktor zu arbeiten.

Hermann Obrecht (1882–1940), der spätere Bundesrat, verliess 1907 seinen Posten als Sekretär des kantonalen Finanzdepartements, um als SZ-Redaktor zu arbeiten.

Solothurner Zeitung

Mit Ernst Flükiger (1884–1953), dem späteren sanktgallischen Ständerat und Chefredaktor des St. Galler Tagblatt, trat im Mai 1907 ein weiterer gewandter Politiker in den Redaktionsstab ein. Wie Obrecht war auch Flükiger voll engagiert, vorurteilslos und begeisterungsfähig. Ulrich Luder beschreibt: «Was die 1905 gegründete Jungfreisinnige Organisation der Schweiz gefordert hatte – nämlich die Inangriffnahme einer sozialen Wirtschaftspolitik – spiegelte sich in Kommentar und Meinungsbildung der Solothurner Zeitung wider. Immer wieder wies sie auf rückständige Gebiete der Sozialpolitik hin.

In einem Leitartikel von 1908 setzte sie sich bereits mit dem Frauenstimmrecht auseinander. Schon nach zwei Jahren war die Zahl der Abonnenten der Solothurner Zeitung auf 3000 angewachsen, und mit der Einführung einer Unfalltod-Versicherung für Abonnenten 1911 vermochte das Blatt einen weiteren Zuwachs zu erwirken. Bereits 1908 musste ein erweitertes Druckereigebäude an der Dornacherstrasse 105 eingerichtet werden.

Flükigers Nachfolger in der Redaktion der Solothurner Zeitung wurde Ende 1911 der eigenwillige A. F. Billo (1881–1935), ein Poet, der wie wohl kaum ein anderer seiner Zeit das Innenleben der Stadt Solothurn stimmungsträchtig zu beschreiben wusste. Aus seiner Feder stammt der schöne Satz: «Die Zeitung ist neben dem Bett die grösste Erfindung, die je gemacht worden ist und der Menschheit zum Geschenk gemacht wurde.»

Die Kriegsjahre 1914 bis 1918

Die Kriegsjahre 1914 bis 1918 Für die Firma stellte sich kurz vor Kriegsausbruch eine entscheidende Wende ein. Ende Januar 1914 starb in Berlin, wo er seit einigen Jahren gelebt hatte, Otto Schild, der Geschäftspartner Gottlieb Vogts. Damit war die Kollektivgesellschaft G. Vogt und O. Schild beendet. Im Handelsregister wurde als neue Firma die «Buch- und Kunstdruckerei Vogt-Schild in Solothurn, Inhaber Gottlieb Vogt-Schild» eingetragen. «Ein neuer Krieg?», fragte sich die Solothurner Zeitung Mitte Juni 1914 und mit dem Aufgebot der Schweizer Armee hatte auch der Grossteil der Belegschaft der Solothurner Zeitung einzurücken. Personalmangel, Schwierigkeiten in der Papierbeschaffung, im Zeitungstransport und nicht zuletzt der Zensur (sie strich erstmals am 17. August 1914 in der Solothurner Zeitung sichtbar eine Titelzeile) prägten die Kriegsjahre und standen umgekehrt einer grossen Nachfrage der Öffentlichkeit nach ausländischen Nachrichten gegenüber. Festzustellen ist, dass die Solothurner Zeitung damals eher auf der Seite der Deutschen war, jedoch stark der Neutralität verpflichtet blieb.

Ulrich Luder erinnert sich: «In den letzten Kriegsjahren begannen sich Schiebertum und Schleichhandel breitzumachen, Teuerung und soziale Not wuchsen und verhärteten die inneren Fronten in der Schweiz. Die Mobilisationsschuld war auf über eine Milliarde angewachsen.» Im November 1918 der traurige Höhepunkt. «Infolge eines für den heutigen Tag anberaumten Generalstreiks zum Protest gegen die Truppenaufgebote müssen wir die Ausgabe unseres Blattes einschränken», hiess es in der Solothurner Zeitung, die in jenen Streiktagen zur Beruhigung aufrief, sich aber klar gegen Revolution und Gewalt wandte. So kam es, dass am 13. November die Solothurner Zeitung nur als Flugblatt von einigen hundert Exemplaren im Raum Solothurn verteilt werden konnte. In den Archiven der Solothurner Zeitung hat sich dieses Flugblatt leider nicht erhalten. Die Region Solothurn wurde kurz zum nationalen Schauplatz der Unruhen, indem der Hauptbahnhof gestürmt, in Bettlach Holz auf die Schienen gelegt und in Grenchen drei Todesopfer zu beklagen waren.

Die Zwanzigerjahre

1919 nahm Emil Wiedmer, geboren 1889, seine Tätigkeit als Redaktor auf. Ab 1927 enthielt das Blatt eine vierseitige Beilage «Montagsblatt» (von 1930 an Montags-Post genannt). Sie sollte mit einer Reihe von Rubriken die Tageszeitung entlasten, die damit für Tagesereignisse freier würde. Auch das Feuilleton weitete Wiedmer aus, denn seine Liebe gehörte der Literatur. Erst 2015 wurde ein interessanter Briefwechsel zwischen ihm und Robert Walser in der Zentralbibliothek Solothurn entdeckt.

Selbstverständlich kamen nach wie vor die Führer der Freisinnigen Partei regelmässig zu Wort. Der ehemalige Gymnasiallehrer Paul Bloch trat 1929 in die Redaktion ein. 1879 in Mariastein geboren, begann er seine journalistische Laufbahn 1907 beim Solothurner Tagblatt als Nachfolger Gottlieb Vogts. Sein Wechsel zur Solothurner Zeitung brachte dieser einen scharfen Beobachter, einen sprachgewandten Kommentator und einen Verfechter des liberalen Gedankengutes. Bereits ab 1921 wurde die Solothurner Zeitung auf einer neuen Rotationsmaschine gedruckt, die eine Stundenleistung von 12 000 achtseitigen Exemplaren erlaubte. Damit besass die Firma als erste Druckerei des Kantons eine eigentliche Rotation mit Rundstereotypie.

Krisen im Innern und von aussen

Die grosse Weltwirtschaftskrise überrollte in jenen Jahren auch die Schweiz. 1922 zählte das Land über 100 000 Arbeitslose. Der Börsenkrach 1929 in den USA wirkte sich ebenfalls in unserem Land aus. Im Spätherbst 1930 musste sich der Solothurner Kantonsrat an ausserordentlichen Sessionen mit Notmassnahmen befassen. Die schlechte Wirtschaftslage führte zu sozialen und politischen Spannungen. Die Solothurner Zeitung bemühte sich, zur Ermutigung der Wirtschaft und zur geistigen Besonnenheit beizutragen. Eine besondere Freude für Verlag und Redaktion war es dann natürlich, dass ihr einstiger Redaktionskollege Hermann Obrecht am 4. April 1935 zum Bundesrat gewählt wurde. Als neuer Wirtschaftsminister trug Obrecht die Hauptverantwortung für die Lösung der ökonomischen Aufgaben. Ulrich Luder schreibt: «Noch existenzbedrohender als die Wirtschaftskrise der Dreissigerjahre war die geistig-politische Entwicklung, die von Deutschland her auf unser Land übergriff.» Die damaligen rechtsextremen Tendenzen waren allerdings schon älter als die wirtschaftliche Krise. Bereits am 22. April 1924 berichtete die Solothurner Zeitung von einer «Hakenkreuz-Zentrale in Olten» und warnte vor Antisemitismus, der doch so gar nicht zu einem echten Schweizer passen würde. Am 7. November 1925 ist zu lesen: «Wenn man dann aber hört, wie das faschistische System mit der Opposition umspringt, dem demokratischen Parlamentarismus Hohn spricht, so darf man aus liberalen Bedenken den jetzigen Zuständen keine ewige Dauer wünschen.»

Solothurn Griff der rechten Kräfte

Bekanntlich blieb es beim frommen Wunsch. Die Solothurner Zeitung sagte bereits nach dem Sieg der Rechten bei den deutschen Reichstagswahlen am 14. September 1930 offen Staatsstreich, Unruhen, Bürgerkrieg und – erstmals – Beeinflussung auch der Aussenpolitik voraus. Mit zunehmender Machtfülle der Nazis im Deutschen Reich wagten sich auch in der Schweiz die Anhänger des Blut- und Boden-Nationalismus ans Tageslicht. Am 30. November 1934 wurde von einer «Nazi-Propaganda-Zentrale» an der Eselsgasse in Solothurn berichtet. Die Gauleitung der Nationalen Front Solothurn intervenierte gegen eine Aufführung des linken Kabaretts «Pfeffermühle» und die Buchhandlung Lüthy, deren Inhaber leidenschaftliche Demokraten waren, erhielt einen anonymen Brief mit der Aufforderung, Anti-Nazi- Bücher aus dem Schaufenster zu nehmen. 1938 wurden in Solothurn verschiedene rechtsgerichtete Personen vorübergehend festgenommen. Am 24. Februar 1939 hob die Polizei eine geheime Veranstaltung von Nazis in Solothurn aus. Haussuchungen führen zur Verhaftung zweier Rädelsführer.

Inzwischen hatte Hans Vogt, der Sohn des Patrons, seine Studien- und Ausbildungsjahre beendet und trat ins väterliche Geschäft ein. Geboren am 20. März 1906, hatte Hans Vogt die Primar- und Kantonsschule in Solothurn besucht und nach der Handelsmatura in Lausanne an der Universität Bern den Titel eines Doktors der Nationalökonomie erworben. Als 26-Jähriger zeichnete er vom ab März 1933 als Redaktor der Solothurner Zeitung. Inzwischen waren es vier Redaktions-Mitglieder, die einen Abonnentenstamm von gegen 14 000 Personen belieferten. 1937 konnte eine neue Rotationsmaschine (24 Seiten) in Betrieb genommen werden. Das bedeutendste Ereignis jener Jahre war für die Firma aber der Übergang des alten Solothurner Tagblatt an Vogt-Schild. Mit dem Kauf der Verlagsrechte dieses Blattes, das 1862 gegründet worden war und jahrzehntelang mit der Solothurner Zeitung in Konkurrenz gestanden hatte, ging zeitungsgeschichtlich in Solothurn eine Epoche zu Ende.

Schon wieder Krieg

Der Krieg brach bekanntlich 1939 aus. Am 6. Mai 1939 eröffnete die Landesausstellung in Zürich, zu der übrigens die gesamte Belegschaft der Vogt-Schild reiste. Sie wurde zum Symbol der nationalen Einheit. In der Zeitung nahm das Soldatenleben wieder mehr Raum in Anspruch. Berichte aus den Einheiten, Soldatenbriefe, Bilder aus dem Garnisonsleben oder ein Soldatenlieder-Wettbewerb belegen dies. Im Bundesrat erfolgte ein bedeutsamer Wechsel: Hermann Obrecht musste aus Gesundheitsgründen sein Amt aufgeben und starb am 21. August 1940. Noch einmal setzte sich im Vorfeld der Ersatzwahl die Solothurner Zeitung für einen Solothurner Politiker ein. Mit Erfolg: Walther Stampfli wurde als Nachfolger Obrechts zum Bundesrat ernannt. In der Solothurner Zeitung erschien während der Kriegszeit eine periodische Rubrik «Wie soll man sich ernähren». Ende Januar 1945 erfolgten schwere Bombardierungen auf Schweizer Boden. Am 8. Mai 1945 war die erste Seite der Solothurner Zeitung natürlich der «Waffenruhe in Europa» gewidmet. Der Kapitulation folgten Ausweisungen und Abrechnungen mit den Nazis – auch in der Schweiz.

Eigener Brand

Die Vogt-Schild AG hatte mitten im Krieg einen Brandfall zu überstehen: In der Nacht vom 29. auf den 30. April 1940 brannten die Buchdruckerei und ein Teil des Papierlagers völlig aus. In der Setzerei und in den Büros waren Wasserschäden zu verzeichnen. Die Solothurner Zeitung erschien, wenn auch verspätet, trotzdem täglich. Am 1. Dezember 1941 lancierte die Solothurner Zeitung erstmals eine Kinderbeilage, die monatlich erschien und dem Zeitgeist gemäss «Der jung Wängi» hiess.

In der Schweiz galt es nach dem Krieg, die Versorgungslage zu verbessern, die Ende 1946 schlechter war als je zuvor. Noch im Winter 1947 existierten die Lebensmittelkarten. Die Papierknappheit stellte die Presse vor grosse Probleme. Zudem galt es, die vergangene Kriegszeit auch geistig und ideell zu bewältigen. Es ist für heutige Leser kaum mehr nachvollziehbar, welche Wirkung die täglich in der Zeitung zu lesenden, unvorstellbaren Gräueltaten der Nazis, die beim Nürnberger Prozess ans Licht kamen, auf die damalige Bevölkerung hatten.

1947 wurde die AHV überwältigend angenommen; im Kanton Solothurn mit gar 86,9 Prozent Ja-Stimmen. Walther Stampfli, der Förderer dieses Sozialwerkes, hatte sich – unter anderem als Leitartikler der Solothurner Zeitung – vehement dafür eingesetzt. In jene Jahre fällt auch eine deutliche Akzentuierung der Diskussion um das Frauenstimmrecht. Die Solothurner Zeitung nahm bereits 1946 positiv dazu Stellung. Sie schloss sich später, unter dem Eindruck der negativen Haltung der Männerwelt, einer Strategie an, die von einer raschen Erzwingung abriet und dafür ein stufenweises Vorgehen, von der Gemeindeebene beginnend, als sicherer ansah. An ruhige Zeiten war jedoch auch in den Fünfzigerjahren nicht zu denken: Koreakrieg, Aufstand in Berlin oder die Ungarnkrise hielten die Welt in Atem. Was wir heute den Kalten Krieg nennen, begann. In der Solothurner Zeitung wurde darüber debattiert, ob die kommunistische Presse nicht mehr mit Papier beliefert werden sollte. Ulrich Luder schreibt über diese Jahre hellsichtig: «Wer jene Jahre zurückverfolgt, erkennt die Anzeichen eines Umbruches, geprägt von der nicht bewältigten Kriegspsychose und einem allmählich trunken machenden Aufstieg der Konjunktur.» Die Solothurner Zeitung, war inzwischen bei einer Auflage von 21 000 Exemplaren angelangt.

Das Ende der Frakturschrift

Im Jahre 1955 nahm die Vogt-Schild AG wiederum eine unerlässlich gewordene Erweiterung der Räumlichkeiten in Angriff. Diese Um- und Neubauten brachten der Redaktion Arbeitsräume an der Berthastrasse, gleichzeitig aber auch eine Ausdehnung der Druckerei. Ende 1957 waren diese Arbeiten beendet. Ab dem 1. Januar 1960 zeichnete Hans Vogt für die Herausgabe und den Druck verantwortlich. Gleichentags erfolgte eine wesentliche äusserliche Änderung in der Solothurner Zeitung: Als letzte grössere Tageszeitung gab sie die Frakturschrift auf und ging zur Antiqua über.

 Zwischen 1955 und 1983 waren Druck und Verlag der Vogt-Schild AG und damit der Solothurner Zeitung an der Berthastrasse in Solothurn zu Hause.

Zwischen 1955 und 1983 waren Druck und Verlag der Vogt-Schild AG und damit der Solothurner Zeitung an der Berthastrasse in Solothurn zu Hause.

Solothurner Zeitung

In der Solothurner Zeitung prägten bereits 1964 Themen wie Gewässerverschmutzung, Überfremdung und Bauboom die Schlagzeilen, doch wurde dieses Jahr aus anderen Gründen für das Unternehmen zur bedeutsamen Wende. Innert weniger Wochen veränderte sich die personelle Struktur vollständig. Das Ableben des 85-jährigen Firmengründers Gottlieb Vogt-Schild am 19. April konnte sicher als Vollendung langen Menschenlebens verstanden werden. Doch der plötzliche Tod seines Sohnes und aktuellen Firmenleiters, des 58-jährigen Hans Vogt-Kofmehl einen Monat später, traf dessen Familie und das Unternehmen unerwartet und hart. Bereits 1957 hatten Gottlieb und Hans Vogt die Gottlieb- und- Hans-Vogt-Stiftung Solothurn ins Leben gerufen. Sie sollte nach ihrer Bestimmung die Vogt-Schild AG erhalten und fördern. Gleichentags schenkte die Gründerfamilie die Vogt-Schild-Aktien der Stiftung. Diese bildete nach dem Tod von Vater und Sohn die sichere Basis für den Weiterbestand der Firma, aber auch den moralischen Rückhalt für die in jenen Tagen «verwaiste» Belegschaft. Am 28. Oktober 1964 beschloss die Generalversammlung der Vogt-Schild AG, repräsentiert durch den Stiftungsrat, die nötige Statutenrevision.

Zusammen mit anderen

Schon früh erkannte man bei der Solothurner Zeitung die Notwendigkeit der Zusammenarbeit mit anderen Tageszeitungen der Region. Im Jahr 1967 wurde die Zusammenarbeit mit dem Grenchner Tagblatt in die Wege geleitet. Dies war die Zeit der Studentenunruhen und des Prager Frühlings, welche damals die Schlagzeilen bestimmten. Etliche geflüchtete Tschechen fanden sich auch im Kanton Solothurn ein und fanden hier grossteils bis heute eine sichere Heimat. 1973 kam es zur Zusammenarbeit mit dem Langenthaler Tagblatt. Dies hatte zur Folge, dass 1974 die bisherige SZ-Berner Rundschau, die Zeitung für das Amt Wangen in Berner Rundschau umbenannt wurde ebenfalls von der Redaktion in Langenthal betreut wurde. 1975 erschien erstmals die beliebte Wochenendbeilage Kolorit, die dem verstärkten Bedürfnis der Leserschaft nach Service zum Fernseh- und Radioprogramm Rechnung trug. Mit der Flucht der Amerikaner aus Saigon in diesem Jahr endete auch die oft grauenvolle Berichterstattung vom Vietnamkrieg in den Medien. Am St.-Nikolau - Tag des Jahres 1977 brach zum zweiten Mal in der Geschichte des Unternehmens Feuer aus: Eine alte Rotationsmaschine geriet in Brand, konnte aber erfolgreich gelöscht werden. Leider richtete der Löschschaum mehr Sachschaden an als der eigentliche Brandfall.

1978 fand erstmals eine Zusammenarbeit mit dem damaligen Aargauer Tagblatt statt. Grund war die Steigerung des Kolorit-Umfangs von 24 auf 32 Seiten. Am 15. März 1981 konnte die Vogt-Schild auf ihr 75-jähriges Bestehen zurückblicken. Mit einer Sonderausgabe wurde dieses Jubiläum gebührend gefeiert. Das Attentat auf den Papst am 13. Mai dieses Jahres sorgte natürlich auch in der Solothurner Zeitung für dicke Schlagzeilen. Im selben Jahr wurde der Vogt-Schild-Laden an der Hauptbahnhofstrasse 3 in Solothurn eröffnet und es erfolgte der Spatenstich zum Neubau an der Zuchwilerstrasse 21. Zwei Jahre später sperrte die Solothurner Polizei die Berthastrasse für den Umzug der Druckmaschinen an die Zuchwilerstrasse.

My Zytig

1984 wurde ein bis heute unvergessenes Corporate Identiy CI eingeführt, nämlich My Zytig mit dem blauen Herzchen-Sujet. Die Zeitung wurde insgesamt erneuert und in ein moderneres Layout verpackt. Am Samstag, 26. April 1986, ereignete sich die bisher grösste von Menschen ausgelöste Umweltkatastrophe in der Geschichte: der Brand in der Kernreaktoranlage in Tschernobyl. Doch erst am Dienstag, 29. April, konnte man in einer knappen Agenturmeldung aus Stockholm lesen, dass sich in einem russischen Atomkraftwerk ein «Unglück» ereignet habe. Der Eiserne Vorhang war damals noch dicht. Ebenfalls 1986 wagte die Vogt-Schild den Schritt ins Schwarzbubenland und übernahm die Druckerei Jeger-Moll in Breitenbach.

1988 erfolgte dann die definitive Züglete aller Abteilungen an die Zuchwilerstrasse 21 in Solothurn. 1988 wurde erstmals ein Konzessionsgesuch für Radio 32 gestellt und dieses wurde ein Jahr später dann versuchsweise auch erteilt.

Der Fall der Berliner Mauer beschäftigte Anfang November 1989 die Bevölkerung, und die SZ titelte an vier aufeinander folgenden Tagen: «Das Volk sind wir», «DDR öffnet Grenzen», «Die DDR im Taumel» und «DDR-Bürger im Reisefieber». In Bern wurde in diesem Jahr ein Aussenbüro für das Langenthaler Tagblatt und die Berner Rundschau eröffnet. 1990 gelang die Einführung des Redaktionssystems in Solothurn. Diese neue Arbeitsmethode bedeutete für die Redaktoren, dass sie ihre Artikel direkt am Bildschirm bearbeiteten und nicht mehr auf einem Blatt Papier.

Erstmals 46 000 Exemplare

Schock am 5. November 1990: Der Ausfall einer Druckmaschine vereitelte erstmals seit der Gründung der Solothurner Zeitung das rechtzeitige Erscheinen des Blattes. Die Druckerei Gassmann in Biel sprang ein und übernahm den Druck. Im Jahr 1992 übertraf die vom WEMF beglaubigte Gesamtauflage aller Vogt-Schild-Tageszeitungen erstmals die Marke von 46 000 Exemplaren. 1992 wurde der Zusammenarbeitsvertrag mit der Firma Habegger AG Druck und Verlag in Derendingen unterzeichnet. Die darauf folgenden Krisenjahre beutelten auch die Vogt-Schild AG hart. Erstmals musste für einen Teil der Belegschaft Kurzarbeit angeordnet werden. 1995 wurde ein eigener Telefon-Abonnementen-Verkauf aufgezogen und das viel beachtete Bonus-Programm gestartet. 1996 kam es zur Gründung der Abteilung Neue Medien, die sich um den künftigen Internet-Auftritt der Solothurner Zeitung und ihrer Kopfblätter zu kümmern hatte. In den Schlagzeilen waren die Begriffe «BSE» und «Rinderwahn» leider häufig zu lesen.

SZ und OT gemeinsam

1996 wurde die Neue Mittelland Zeitung ins Leben gerufen. Die Zeitungen der Vogt-Schild AG, das Oltner Tagblatt der Dietschi Druck Olten und das Zofinger Tagblatt kooperierten erstmals und die ehemals solothurnisch- freisinnigen Konkurrenten eröffneten in Oensingen ein gemeinsames Redaktionsbüro. Gleichzeitig erhielten alle Blätter ein neues Layout. Ab Januar 1997 wurde stufenweise die Frühzustellung eingeführt. Der Tod von Prinzessin Diana am 0. August 1997 bestimmte in jenen Tagen nicht nur die Schlagzeilen der Boulevard-Blätter. Auch in der Solothurner Zeitung war diesem tragischen Ereignis der Frontaufhänger-Artikel gewidmet.

Im Jahr 1998 erfolgte die Gründung der VS Holding AG. Ein Blitzeinschlag vereitelte 1998 – zum zweiten Mal seit Gründung der Zeitung – das rechtzeitige Erscheinen der Solothurner Zeitung. Wiederum sprang die Druckerei Gassmann, Biel, in die Bresche. 1999 beteiligte sich die PubliGroupe mit 35 Prozent an der Vogt-Schild Holding AG. Im Jahr 2000 erfolgte der Spatenstich des Neubaus der Druckerei in Derendingen.

Traurige Feuertaufe mit der AZ

Der Verwaltungsrat der Vogt-Schild Holding gab ebenfalls im Jahr 2000 grünes Licht für den Aufbau einer neuen Zeitungsdruckerei in Subingen. 2001 erhielten die Solothurner Zeitung und deren Kopfblätter wiederum ein neues, attraktiveres Erscheinungsbild, und schon in diesen Monaten begann eine engere Zusammenarbeit mit der Aargauer Zeitung. Traurige Feuertaufe dieser Zusammenarbeit war dann der 11. September 2001. Am Tag der ungeheuren Terroranschläge in den USA arbeiteten die Redaktionen in Baden und Solothurn erst seit wenigen Tagen am gemeinsamen «Mantel»-Teil (die überregionalen Ressorts) und mussten sich jetzt bewähren. Im selben Jahr startete die Berner Zeitung mit einer eigenen Redaktion in Solothurn, mit dem Kopfblatt Solothurner Tagblatt, und sorgte für einigen Wirbel auf dem Zeitungsmarkt auf dem Platz Solothurn.

2002 startete die Solprint AG in Subingen mit ihrer leistungsfähigen Druckerei für Zeitungen und zeitungsähnliche Produkte. Am 3. Januar 2002 erfolgte der offizielle Start der Kooperation Mittelland Zeitung, in der die Aargauer Zeitung, die Solothurner Zeitung mit ihren Kopfblättern, das Oltner Tagblatt und das Zofinger Tagblatt zusammenarbeiten. Seit 2006 hat sich auch die Basellandschaftliche Zeitung dem Verbund Mittelland Zeitung angeschlossen.

2007 feiert die Solothurner Zeitung mit einem achttägigen Fest mit der Bevölkerung seinen 100. Geburtstag. Im gleichen Jahr lanciert die Aargauer Zeitung die Sonntagsausgabe Der Sonntag, 2013 in Schweiz am Sonntag umbenannt, zu welchem auch die Solothurner Zeitung einen eigenständigen Regionalbund beisteuert.

2009 gehen die Vogt-Schild Medien und damit die Solothurner Zeitung vollständig an die AZ Medien des Aargauer Verlegers Peter Wanner über. 2010 wird ein neu erarbeitetes Zeitungslayout für alle Regionalblätter der AZ Medien präsentiert. In diesen Jahren wird auch das multimediale Angebot der Solothurner Zeitung ständig den neuesten technischen Möglichkeiten angepasst und erweitert. 2011 wird das Medienhaus an der Zuchwilerstrasse 21 in Solothurn eröffnet. Neben der Redaktion der Solothurner Zeitung mit Newsdesk und Online- Redaktion, sind hier nun auch Radio 32, sowie eine Aussenstation des TV-Senders Tele M1 untergebracht. Ebenfalls arbeiten im Medienhaus die Mitarbeiter des Inserateverkaufs von Solothurner Zeitung und Azeiger. Die AZ Medien feiern 2011 ihr 175-jähriges Bestehen. 2017 wird aus Schweiz am Sonntag die Schweiz am Wochenende, die bereits am Samstag erscheint.

Chefredaktoren der Solothurner Zeitung

1907–1918: Gottlieb Vogt-Schild; 1918–1960 existiert im Impressum der «Chefredaktor» nicht; 1960–1972: Dr. Ulrich Luder; 1972–1978: Rudolf Zbinden; 1979–1983: Walter Brülisauer; 1983–1984: Niklaus Stuber; 1984–1990: Bruno Frangi; 1990–1995: Werner Hunziker; 1995–1997: Rolf Gilgen; 1997–2001: Andreas Netzle; seit 2001: Theodor Eckert.