Eishockey
Die Devise beim SC Langenthal lautet: «Drittel um Drittel, Spiel um Spiel»

Heute Abend könnte es mit dem Aufstieg in die NLA vorbei sein – der SCL hofft auf das «Glück im richtigen Moment». Das Spiel gegen den HC Ambri-Piotta können Sie auf dieser Seite hautnah im Live-Ticker mitverfolgen.

Lucien Fluri
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Mit dem Meistertitel und den Aufstiegsspielen sind die SCL-Fans diese Saison öfter im Stadion anzutreffen.

Mit dem Meistertitel und den Aufstiegsspielen sind die SCL-Fans diese Saison öfter im Stadion anzutreffen.

Raphael Nadler

Es ist Mitte April und in gewöhnlichen Jahren müsste die Hockeysaison in Langenthal abgeschlossen sein. Doch seit der SCL mit dem Meistertitel den Oberaargau ins Hockeyfieber gestürzt und mit den NLA-Aufstiegsspielen das Saisonende nochmals hinauszögert hat, bleibt die Fieberkurve der Fans oben.

«Es geht einem schon fast wie den Spielern. Man läuft langsam auf dem Zahnfleisch», sagt André Nyffeler mit einem Augenzwinkern. In den letzten Wochen hatte der Fandelegierte des SCL einiges zusätzlich zu organisieren.

Glück im richtigen Moment

Heute Abend nun könnte Ambri-Piotta den SCL aus dem Fiebertaumel holen. «Das Spiel ist entscheidend», sagt SCL-Geschäftsführer Gian Kämpf. Von den sieben möglichen Spielen sind vier gespielt, drei Mal hat Ambri gewonnen. Siegt Ambri auch heute, ist der Aufstiegstraum des SCL geplatzt. Auf «50 zu 50» schätzt Kämpf die Chancen des SCL heute Abend. «Wir haben gespürt, dass Ambri einen höheren Rhythmus gewohnt ist», so Kämpf. «Es braucht heute einfach Glück im richtigen Moment.»

Etwas skeptischer beurteilt André Nyffeler das Spiel. «Der Puck lief bisher nicht für Langenthal. Das Wettkampfglück fehlte vor dem Goal.» Ausser beim Auswärtssieg konnte der SCL nie zwei Goals schiessen. Trotzdem hat Nyffeler die Hoffnung nicht aufgegeben. «Es fängt bei 0:0 an. Wenn wir zuerst ein Goal schiessen, werden sie nervös», sagt der Fanbeauftragte.

Ostermontag gab ersten «Knick»

Heute gewöhnen sich die Spieler bei einem 20-minütigen Warm-up in Langenthal nochmals ans Eis, danach fahren sie in Richtung Süden. «Trainieren muss man nicht mehr extrem», sagt Kämpf. «Es läuft jetzt im Kopf.» Am Dienstag gab es ein freiwilliges Training, das letzte Spiel ist analysiert worden.

Nach der Niederlage am Montag hat André Nyffeler bei einigen Fans bereits einen «Knick» festgestellt. Mit vier Cars fuhren die Fans am Ostersamstag in die Leventina, heute fahren zwei Cars ins Tessin. Hauptgrund sei allerdings das Ende der Feiertage, nicht die Müdigkeit der Fans. Ob die Saison heute Abend endet, oder erst später, klar ist für den Fanbeauftragten: «Wir hatten in dieser Saison viel Schönes, mit dem wir nie rechnen durften. Wir gehen erhobenen Hauptes an das Spiel.»

Euphorie statt Müdigkeit

Auch wenn es heute Abend die letzte Chance ist und bei einem Sieg noch zwei weitere Siege folgen müssten, Druck fühlt Kämpf in der Mannschaft nicht. «Drittel um Drittel, Spiel um Spiel», sei die Strategie. Zwar habe die lange Saison an den Batterien gezehrt, doch Müdigkeit lasse sich nicht feststellen. «Euphorie und volle Hallen überdecken diese.» Vor einem Jahr noch hatte sich Kämpf einen Meisterschaftssieg entspannter vorgestellt.

«Ich dachte, dass wir zurücklehnen können, wenn wir es mal geschafft haben, den Kübel zu holen.» Doch Zeit zum Zurücklehenen hatte er nicht. Seit dem Meistertitel sei die «Hölle los», freut sich Kämpf. Einzig über Ostern und kurz nach der Meisterfeier habe es kurz eine ruhigere Phase gegeben. «Wir haben auch schwierige Zeiten durchgemacht», blickt er auf die letzten zehn Jahre zurück. Nun mache es Freude, auf der anderen Seite zu stehen. «Man weiss, welche Aufbauarbeit dahinter steckt. Wir haben es verdient, nach zehn Jahren den Kübel nach Langenthal zu holen.»

Aufstiegspläne wenig konkret

Und was geschieht, wenn es tatsächlich zum Aufstieg kommt? Zwar würden im Hintergrund Gespäche laufen, doch auch hier gilt für Kämpf momentan die Devise «Spiel um Spiel»: «Primär geniesen wir die Spiele und erfreuen uns vor allem am Hockey», sagt Kämpf. «Möglicherweise ist die Serie ja schon heute beendet.»

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