Utzenstorf
Die Baustelle in Utzenstorf hält die Kunden fern

Die Poststrasse ist derzeit eine Sackgasse und die Landshutstrasse nur einseitig befahrbar, Abwasser- und Wasserleitungen müssen saniert werden. Noch bis Ende 2013 werden die Arbeiten für den Ersatz der Wasserleitungen dauern.

Andrea Marthaler
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Die Umleitungsschilder standen bis vor kurzem mitten auf der Strasse.

Die Umleitungsschilder standen bis vor kurzem mitten auf der Strasse.

Andrea Flückiger

Wer sich in Utzenstorf nicht gut auskennt, findet den Weg zu den an diesen Strassen gelegenen Geschäften schwer, oder gibt ganz auf und macht seine Besorgungen andernorts. «Bereits seit die Bauarbeiten an den Leitungen 2009 begonnen hatten, spürten wir einen deutlichen Einbruch», sagt Andreas Hofer, Inhaber der gleichnamigen Drogerie an der Poststrasse. Nun, seit in der Landshutstrasse gebaut und der Verkehr umgeleitet wird, sei dies noch stärker.

Doch die Gewerbetreibenden wollen diese Umsatzeinbussen nicht einfach so hinnehmen. Ende Mai haben sich die Betroffenen getroffen und überlegt, wie man die Situation entschärfen könnte. «Bei uns war die Baustelle vor kurzem. Wir haben eine gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde und dem Kanton erlebt», sagt Regula Beck von der Mühle Landshut. Deswegen wollte sie auch jetzt – als Aussenstehende – Hand für Gespräche bieten.

«Es ist wichtig, dass wir in Utzenstorf eine grosse Ladenvielfalt bewahren können. Das gelingt aber nur, wenn wir Einwohner ebenfalls Verantwortung mittragen», nennt Beck ihre Beweggründe. Andernfalls befürchtet sie, dass einzelne Geschäfte schliessen müssten.

Abschrankung wurde versetzt

Bereits konnte die Situation etwas entschärft werden. Denn bis vor einer Woche stand die Tafel mit dem Hinweis auf die Umfahrung derart ungünstig, dass sie wie eine Wand die Poststrasse abschirmte. «Man wollte vermeiden, dass Lastwagen durchfahren und dann beim Bahnhof gefährliche Wendemanöver vollbringen müssen. Jedoch waren auch viele Lenker von Personenwagen irritiert», erklärt Beat Singer, Gemeinderat und Mitglied des Gewerbevereins.

Gemeinsam mit dem Kanton und der Gemeinde entschloss man sich, die Absperrung zur Seite zu schieben. Eine Woche Testbetrieb verlief positiv, sodass die Tafeln bis auf weiteres neben der Strasse bleiben sollen. «Zahlen kann ich keine nennen, doch seit die Schranke versetzt wurde, zirkuliert wieder mehr Verkehr», bestätigt Andreas Hofer.

Aber damit ist es nicht getan. Die Gewerbetreibenden möchten zusätzlich Klarheit schaffen und die Kundschaft über die Verkehrssituation informieren. Bereits haben sie ein Infoblatt mit einem Übersichtsplan erstellt. Für den 22. Juni ist zudem ein weiteres Treffen angesagt, um weitere Massnahmen zu planen. Dies ist umso nötiger, als die Bauarbeiten mitten in Utzenstorf noch lange nicht abgeschlossen sind. Sie dauern noch bis Ende 2013. Und der für die Geschäfte schwierigste Part, wenn die Poststrasse aufgerissen wird, folgt noch.

Voraussichtlich Anfang des nächsten Jahres soll es so weit sein. Bis dahin hoffen Beat Singer und Regula Beck, ein ausgeklügeltes Verkehrsleitsystem einführen zu können. «Dank einem Farbkonzept sollen die Autofahrer sehen, wo entlang sie fahren müssen, um in die Post- oder in die Landshutstrasse zu gelangen», erklärt Beck.

Auf diese Beschriftung hofft auch Georg Wieland. Denn Gäste, die in sein Bed & Breakfast wollen, verfahren sich in letzter Zeit häufig. «Auch kommen weniger Gäste spontan, die unser Haus auf der Durchfahrt sehen.»

Ärger über lange Bauzeit

Nur allein auf die eigene Initiative zählen will Andreas Hofer nicht. «Spätestens, wenn wir 2013 die Baustelle vor der Tür haben, werden wir massive Umsatzeinbrüche haben.» Er fordert deswegen, dass die Bauarbeiten möglichst rasch vorwärtsgehen. «Mein Wunsch wäre, dass in zwei Schichten gearbeitet wird und die Bauzeit möglichst kurz gehalten wird.»

Markus Sohm, Leiter Abteilung Bau, hat Verständnis für die Situation der Gewerbetreibenden: «Ein Zweischicht-Betrieb würde aber enorme Mehrkosten bedeuten.» Rund 900000 Franken zusätzlich zu den Baukosten von 4,7 Millionen. Zudem wäre für die Anwohner der Lärm nachts nicht zumutbar.

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