Design Preis
Designstadt lädt zum Stelldichein

Neben Ehre und Geld gabs an der Preisverleihung in der Markthalle auch viele Gefühle. Aus der ganzen Schweiz reisten die Designer an die Vernissage. Auch Bundesrat Schneider-Ammann genoss seinen Auftritt.

Urs Byland
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Design Preis Schweiz in Langenthal verliehen
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Design Preis Schweiz in Langenthal verliehen
Design Preis Schweiz in Langenthal verliehen
Ehrengast Bundesrat Johann Schneider-Ammann und Kuratorin Heidi Wegener (2)
Design Preis Schweiz in Langenthal verliehen
Michel Hueter (links) und Jurymitglied Liesbeth in ’t Hout (rechts) überreichen Benjamin Moser und Debora Biffi einen der Design Preise
Stéphanie Baechler (mitte) erhält Preis von Heidi Wegener (links) und Lorena Pedalino
Heidi Wegener

Design Preis Schweiz in Langenthal verliehen

Die Verleihung des Design Preises Schweiz gestern Abend in der Markthalle war verbunden mit vielen Gefühlen. Zuerst genoss die aus allen Teilen der Schweiz angereiste Designfamilie den Apéro am Mühleweg 14, wo die Vernissage der Ausstellung zum Design Preis gefeiert wurde.

Für Interessierte ausserhalb der Designfamilie war es schwierig sich zurechtzufinden. Auch wenn die Organisatoren des Design Preises, die Design Center AG, die Produkte und nicht die Designer in den Vordergrund stellen wollen, hätte man gerne den einen oder die andere gekannt. «Ich war schon vor zwei Jahren an der Ausstellung. Das ist normal. Auch ich kenne kaum jemanden. Aber ist das nicht gerade das Gute, dass so viele unbekannte Menschen hier nach Langenthal zu diesem Anlass kommen?» fragte Stadtpräsident Thomas Rufener. Dennoch fand sich in der Menge der Designer noch der eine oder andere bekanntere Kopf, etwa Martin Heller, der von 1999 bis 2003 künstlerischer Direktor der Expo.02 war und der 2003 in Langenthal mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet wurde.

Ein Wechselbad der Gefühle

Nach diesem Auftakt, dem sich Kennenlernen und einer ersten Auseinandersetzung mit den nominierten Produkten, die am Mühleweg 14 ausgestellt sind, pilgerte man in die nahe Markthalle. Dort sollten die Auszeichnungen bekannt gegeben und überreicht werden. Für einen kurzen Moment konnte sich in der Halle auf dem roten Teppich jede und jeder wie ein preisgekrönter Designer fühlen. Dann wurde die Spreu vom Weizen getrennt.

Ein erstes Wechselbad der Gefühle hatte Heidi Wegener, die mit dem fünften ihren letzten Design Preis kuratierte, zu bewältigen. Die als Moderatorin vorgesehene Nicole Salathé musste kurzfristig aus triftigen Gründen absagen. «Ich bedaure dies sehr. Denn nun stehe ich hier mit allen den Zetteln und werde moderieren», begrüsste Wegener das Publikum. Ihr Gefühlsbad war damit nicht zu Ende sondern begann erst. Und irgendwie stimmte es dann doch, dass sie durch den Abend führte und mit dem Mikrofon die vielen Preisträger kurz interviewte. So konnte die Stabübergabe an ihren Nachfolger Michel Hueter gleich auf der Bühne erfolgen. Dies war das zweite emotionale Wechselbad für Heidi Wegener. Peter Ruckstuhl, Präsident des Design Centers, sprang mit einem Blumenstrauss auf die Bühne, um Wegener zu verabschieden. Das Publikum erhob sich von den Stühlen und beglückte applaudierte frenetisch. Sie habe den Design Preis zum Schaufenster für Schweizer Design gemacht, so Ruckstuhl. Danach übernahm Michel Hueter das Mikrofon.

Lieblingsprojekt der Jury

Neben Wegener sorgten zwei Langenthaler für grosse Gefühle. Bundesrat Johann Schneider-Ammann genoss seinen Auftritt. «Die Designstadt Langenthal lädt zum Stelldichein.» Da tanze sogar seine Seele, gestand er ins Mikrofon. Als zweiter Redner war Regierungsrat Andreas Rickenbacher geladen. Der andere Langenthaler, der Gefühle zeigen durfte, war Benjamin Moser, der zusammen mit Debora Biffi einen der Hauptpreise zugesprochen erhielt. Ihre Senior Design Factory – das Lieblingsprojekt der Jury, weil es beispielhaft die soziale Dimension des Designs in den Vordergrund rücke – wurde mit 40000 Franken belohnt.

Bleibt noch der Merit, der Ehrenpreis. Auch hier steht das Produkt, die Tasche aus LKW-Planen, im Vordergrund, auch wenn mit dem Ehrenpreis zwei Personen, die Brüder Daniel und Markus Freitag für ihre kontinuierliche Designleistung geehrt wurden. Mehr zu allen Preisträgern und ihren Produkten erfährt man auf: www.designnet.ch