Huttwil
Der zweite Anlauf erfolgt wieder im Zentrum

Der Gemeinderat will den neuen Werkhof unter dem Parkplatz im Oberdorf bauen. Das kostet 4,7 Millionen - gleichviel wie der abgelehnte Kredit für das ursprüngliche Projekt eines Gebäudes, das neben dem Werkhof auch weitere Räume umfasste.

Jürg Rettenmund
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Der neue Werkhof ist rechts vom alten (links im Bild) geplant. Das Gebäude im Vordergrund müsste weichen. JR

Der neue Werkhof ist rechts vom alten (links im Bild) geplant. Das Gebäude im Vordergrund müsste weichen. JR

Solothurner Zeitung

«Es waren nicht nur die Kosten, die zur Ablehnung des Mehrzweckgebäudes führten», ist der Huttwiler Gemeindepräsident Hansjörg Muralt (SVP) überzeugt. Was trotz der Abfuhr an der Urne vor einem Jahr unbestritten geblieben ist, seien die Bedürfnisse des Werkhofes. Und diese will der Gemeinderat nun angehen, wie er mitteilt. Und zwar am bisherigen Standort im Oberdorf und nicht ausgesiedelt in Schwarzenbach.

Der Haken dabei: die Projektstudie von Architekt Markus Lüscher (Lüscher Egli AG, Langenthal) rechnet mit Kosten von 4,7 Millionen Franken. Gleichviel betrug der abgelehnte Kredit für das ursprüngliche Projekt eines Mehrzweckgebäudes, das neben dem Werkhof auch einen Mehrzwecksaal, eine Küche zum Saal und zur alten Turnhalle sowie weitere Räume für die Schule umfasste.

Der Huttwiler Bauverwalter Martin Bieri ist trotzdem überzeugt von der neuen Vorlage und kann die Kosten auch begründen: «Beim Mehrzweckgebäude gingen wir davon aus, dass der Werkhof seinen bisherigen Standort weiter benützen kann.» Sollte die Feuerwehr ein neues Magazin brauchen, könnte dieses anstelle dieser Gebäude gebaut werden. Deshalb wird im Neubau bereits genug Platz für den Werkhof geschaffen. Damit wachsen die Kubaturen und die Kosten.

Der neue Werkhof würde unter dem Oberdorf-Parkplatz gebaut. Parkplätze gingen keine verloren. Und wenn die Statik der neuen Gebäude etwas verstärkt wird, bleiben auch darauf die Möglichkeiten offen, dass bei Bedarf noch eine Einfachhalle oder ein anderes Gebäude realisiert werden kann. «Diese Vorleistung werden wir selbstverständlich ins Projekt integrieren», erklärt Muralt.

Offen ist in Huttwil auch die Zukunft des Feuerwehrmagazins neben dem Schulhaus Hofmatt, wo Erweiterungsmöglichkeiten fehlen. Die Projektstudie zeigt nun auf, dass anstelle der bisherigen Werkhofgebäude ein neues Feuerwehrmagazin Platz fände. «Noch sind zwar die Anforderungen nicht ganz klar», gesteht Muralt ein, nach heutigem Kenntnisstand sollte das Areal aber genügen.

Aussiedelung bringt Nachteile

Deshalb kam der Gemeinderat auch von der Variante ab, den Werkhof und das Feuerwehrmagazin ins Fiechtenfeld auszusiedeln. Diese Idee hatte nach dem Nein der Stimmberechtigten viele Anhänger. Auch für diese Variante liegt eine grobe Kostenschätzung vor: Sie geht von 4,2 Millionen Franken aus.

Die Einsparung von einer halben Million Franken würde sich die Gemeinde mit verschiedenen Nachteilen erkaufen, ist Bieri überzeugt: Einerseits ist die Lage im Fiechtenfeld im langgezogenen Huttwil peripher, die Anfahrtswege ins Zentrum oder in den Osten der Ortschaft würden länger, was vor allem für die Feuerwehr ins Gewicht fällt.

Zudem hätte die Gemeinde im Oberdorf nach wie vor ein sanierungsbedürftiges Areal, und schliesslich würde sie auf der grünen Wiese bauen. «Das entspricht nicht dem Grundsatz der Ortsplanung, mit dem Land haushälterisch umzugehen», hält Bieri fest. Dabei solle die Gemeinde doch mit gutem Beispiel vorangehen.

Das Projekt im Oberdorf erfülle dagegen alle zentralen Anforderungen, schreibt der Gemeinderat zu seinem Entscheid: «Viele Bedürfnisse können an zentraler Lage in Etappen realisiert werden.» Er will deshalb noch in diesem Herbst im Rahmen einer Submission einen Architekten für das Projekt wählen. Weiter rechnet er damit, das Projekt im Jahr 2012 der Urne zu unterbreiten, dann könnten die Baumaschinen gegen Ende des Jahres 2013 auffahren.

Die politischen Chancen des Projektes seien im Moment noch schwer abschätzbar, erklärt Muralt, stehe doch die Überzeugungsarbeit noch bevor. Die Ausgangslage sei aber nicht schwieriger als beim Ausbau des Huetihuuses für den Regionalen Sozialdienst. Dort resultierte schliesslich im vergangenen Februar eine Zustimmung von 62 Prozent.

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