Arbeitsmarkt
Der Zürcher Arbeitsmarkt ist besser in Form als erwartet

Der Zürcher Arbeitsmarkt zeigt sich robust. Die Arbeitslosenquote ist wegen der positiveren Wirtschaftslage und wegen saisonaler Effekte auf 2,8 Prozent gesunken. Die Folgen der Arbeitslosenversicherungs-Revision halten sich zudem in Grenzen.

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Die Arbeitslosenquote im Kanton Zürich ist wegen der positiveren Wirtschaftslage und wegen saisonaler Effekte auf 2,8 Prozent gesunken.

Die Arbeitslosenquote im Kanton Zürich ist wegen der positiveren Wirtschaftslage und wegen saisonaler Effekte auf 2,8 Prozent gesunken.

Keystone

Das Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Zürich (AWA) rechnete eigentlich mit einer Arbeitslosenquote von über 3 Prozent. Dass der Wert nun deutlich darunter liegt, freut Amts-Chef Bruno Sauter. Dem Zürcher Arbeitsmarkt gehe es besser als erwartet, sagte er am Montag vor den Medien. Er funktioniere und sei robust.

Im Januar 2010 betrug die Arbeitslosenquote noch deutlich höhere 4,5 Prozent. Seither nahm sie mit einzelnen Schwankungen stetig ab. Dass sie momentan nur noch 2,8 Prozent beträgt, hat aber auch statistische Gründe.

Zahl der Erwerbstätigen hat zugenommen

Erstmals wurden für die Quoten-Berechnung die Daten der Volkszählung 2010 verwendet. Bis zum Jahr 2010 wurden die Daten aus dem Jahr 2000 benutzt, die noch deutlich weniger Erwerbstätige auswiesen als die neuen Daten. Ohne die neue Berechnungsgrundlage würde die momentane Arbeitslosenquote 3 Prozent betragen. Das wäre aber immer noch besser als vom AWA erwartet.

Weniger gravierend als befürchtet sind auch die Folgen der Revision der Arbeitslosenversicherung. Wegen der Verkürzung der Arbeitslosengeld-Bezugsdauer gab es im letzten Jahr einen kurzen, aber deutlichen Anstieg der Ausgesteuerten um 8 Prozent.

Bereits nach wenigen Wochen normalisierte sich der Wert jedoch wieder, wie aus den AWA-Daten hervorgeht. Die Aussteuerungen haben bis heute nicht zugenommen und unterliegen gemäss AWA den normalen Schwankungen. Jene, die kurz vor der Aussteuerung stehen, bemühen sich offenbar früh genug um eine Anschlusslösung.

Zukunft unsicher

Wie Sauter weiter sagte, werden die Folgen der Gesetzesrevision aber «überdeckt von der guten konjunkturellen Lage». In Krisenzeiten wären also mehr Arbeitslose ausgesteuert worden und auf die Sozialhilfe angewiesen.

Was die Zukunft betrifft, will Sauter keine Voraussage abgeben. Je nach Entwicklung könne es sehr schnell schmerzhaft werden. Man spaziere momentan «bei strahlendem Sonnenschein auf dünnem Eis», wie er es ausdrückte. Nicht abzuschätzen seien etwa die Folgen der Staatsverschuldung in den Euro-Ländern und die künftigen Auswirkungen des starken Frankens.

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