Robert Stirnemann aus Schwabistal
Der Stahlband-Künstler

Robert Stirnemann ist ein Original. Und auch seine Erfindung ist mehr als nur originell: Er hat eine Gerät entwickelt, mit dem er Stahlbänder länger machen und für das Binden von Sterholz wiederverwenden kann.

Barbara Vogt
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Der Bauer, der zuhinterst auf einem Anwesen im Müheler Schwabistal lebt, hantiert mit der Sterbund-Zange. Er zieht an, zuerst leicht, dann fester. Klick macht es, und noch einmal, und schon halten die zwei Bänder das Sterholz zusammen. «Holzen ist meine Leidenschaft. Und das Bauern», sagt der 65-jährige Mann strahlend. Überall stapelt sich Holz, dazwischen liegen gebrauchte Stahlbänder. «Alle für das Alteisen, das ist doch ökologischer Blödsinn.» Darum setzte sich Stirnemann hin und brütete darüber nach, wie man die Stahlbänder wieder und wieder verwerten könnte. Denn sind diese Dinger erst einmal vom Sterholz weggeschnitten, fehlt ein gutes Stück, um sie für einen zweiten Bund gebrauchen zu können.

Des Bauers Erfindung ist einfach wie auch genial: Stirnemann hat ein flaches Gerät konstruiert, in das man zwei Stahlbänder einfädelt und mittels Sterbund-Zange zusammensetzt. Das System sei das gleiche, wie wenn man die Bänder um das Sterholz zusammenzurre, erklärt er. «Das geschieht unter Spannung. Zudem braucht jeder, der Sterholz bindet, eine Sterbund-Zange.»

Die Erfindung ist mir gelungen

Eine mechanische Werkstätte im Dorf habe ihm die Maschine angefertigt. «Die Erfindung ist mir gelungen», sagt der Bauer stolz. «Da hätte doch jemand schon früher darauf kommen sollen.» Die Hersteller von Stahlbändern hätten kaum Freude an ihm, sollte sich sein Gerät bewähren, witzelt Stirnemann. Er habe bereits etliche Abnehmer gefunden, obwohl es auch Leute gebe, die ihm nicht so recht trauten. Gerne geht Stirnemann mit seiner Erfindung auch in der Schweiz hausieren. «Das verbinde ich gleich mit einem schönen Reisli.»

Kommt Robert Stirnemann nicht ein klein wenig zu spät mit seiner Erfindung? Schliesslich werden in der heutigen Zeit vermehrt Kunststoffbänder für das Zusammenbinden von Holz verwendet. «Überhaupt nicht», findet er. «Kunststoff hat keine Zukunft.» Sagts und fügt zwei leicht angerostete Bänder mit seinem Maschinchen wieder zusammen. «Ich muss mir angewöhnen, die Stahlbänder nicht mehr im Regen herumliegen zu lassen, sondern mehr Sorge zu ihnen zu tragen. In Zukunft landen sie nicht mehr im Alteisen.»