Dietikon
Der Rapidplatz geht kostenlos an die Stadt über – oder auch nicht

Die Stadt sollte den Rapidplatz kostenlos von der Halter AG bekommen – trotzdem investiert Dietikon nun 150'000 Franken nach. Diese Leistungen sind zwecks Aufwertung des Platzes laut Stadtrat als notwendige Investition zu verbuchen.

Anja Mosbeck
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Entgegen der Abmachung: Der Rapidplatz gehört erst zur Hälfte der Stadt.

Entgegen der Abmachung: Der Rapidplatz gehört erst zur Hälfte der Stadt.

JK

Der Rapidplatz im Neubauquartier Limmatfeld ist Dietikons grösste Freifläche. Die Stadt hat ihn wie 2005 abgemacht gratis erhalten, denn der Platz wurde ihr nach der Fertigstellung vor rund 3 Jahren von der Halter AG übergeben.

Doch so ganz «gratis» scheint die Sache nicht zu sein, denn der Stadtrat hat im letzten Dezember 150'000 Franken gesprochen, um sieben Strombezugspunkte mit Technikraum, fünf Wasserbezugspunkte und zwei Schutzwasseranschlüsse zu finanzieren. Dies erklärt der Stadtrat in seiner Antwort auf die Interpellation von DP-Gemeinderat Martin Müller.

Dieser sah eine Abmachung gebrochen. Doch der Stadtrat argumentiert ganz anders. Die Leistungen in Höhe von 150'000 Franken für den Stadtplatz, die über die Grundausstattung hinausgehen, seien ein Kostenbeitrag an die Gestaltung und nicht eine notwendig gewordene Investition. Darum sei er von der Stadt Dietikon finanziell zu tragen.

Mit Bezug auf die Kreditbewilligung vom letzten Dezember erklärt der Stadtrat, dass im «Privaten Gestaltungsplan Limmatfeld Dietikon» vom 24. Januar 2005 zwischen der Stadt Dietikon und den Grundeigentümern im Limmatfeld, Letztere mit einem Budget von 1,4 Millionen Franken die Grundausstattung des Rapidplatzes zu finanzieren hatten. Die Stadt Dietikon habe sich ihrerseits verpflichtet, gestalterische Aufwertungen und umfangreiche Grundinstallationen zu unterstützen.

Gemäss Kostenzusammenstellung der Halter AG, die grösstenteils auf abgeschlossenen Werkverträgen und Offerten basiert, ist für den Rapidplatz mit Kosten in der Höhe von rund 1,64 Millionen zu rechnen. Dies überschreite das Budget von 1,4 Millionen. Da die Aufwertung des Stadtplatzes ins Eigentum der Stadt übergehe und über das Budget hinausgehe, rechtfertige es sich, einen Beitrag in Höhe von 150'000 Franken zu leisten, hält der Stadtrat fest. Der Platz stelle als Treffpunkt für das Quartier einen Gewinn dar.

Doch noch hat die Stadt nicht den ganzen Rapidplatz übernommen, sondern nur den östlichen Teil. Die westliche Hälfte ist noch nicht ins Eigentum der Stadt übergegangen. Die Stadt und die Halter AG sind sich hinsichtlich der Modalität noch nicht einig. Gemäss Stadtrat bestehen «Divergenzen». Der Grund dürfte in der vom Stimmvolk 2012 abgelehnten Vorlage für ein Mietschulhaus beim Rapidplatz liegen. Die Stadt konnte dies auf eine kurzfristige Anfrage hin nicht bestätigen.

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