Sämi Schmid aus Wildegg
Der Mostobstbauer nutzt die Humusfläche im Steinbruch

Im Steinbruch der Jura-Cement-Fabrik Wildegg lag eine grosse Humusfläche brach. Eigentlich schade, fand Sämi Schmid aus Veltheim. Deshalb pflanzte er darauf 800 Mostobstbäume an.

Barbara Vogt
Drucken
Teilen
Sami Schmid

Sami Schmid

Es ist bewölkt an diesem Nachmittag, und die Stimmung untermalt die Kulisse im Steinbruch: eine Steinlandschaft, ein Berg voller Pneus, eine riesige Kieswand. Davor erstreckt sich ein Hektar grünes Wiesland. Einstiger Ackerboden, der für den Steinabbau abgetragen wurde und in spätestens 25 Jahren zur Renaturierung wieder verwendet werden soll.

Die Wiese will während dieser Zeit gepflegt sein. Sämi Schmid (45) aus Veltheim erhielt den Auftrag, die Fläche regelmässig zu mulchen. Das ergab für den Landwirt, Lohnunternehmer und Baumwärter keinen Sinn. «Ich wollte doch nicht planlos auf dem Land herumkarren.» Weil er für Kunden aus dem Schenkenbergertal mostet, kam Schmid auf eine Idee: eine Mostobstanlage im Steinbruch. Mulchen kann er auch dann noch, und der Boden wird durch die Bäume erst noch humusreicher. Mit einer Obstanlage trage er zur Artenvielfalt im Steinbruch bei, freut sich Schmid. «Da hat es Hasen, Gämsen und Vögel, bald kommen Äpfel hinzu.»

Im letzten April pflanzten Sämi Schmid und Helfer an einem Tag
800 Spindelhochstämme, welche die Namen Remo und Reanda tragen.
Die Sorten seien ideal für seinen Zweck: schwach wachsend, schorf- und mehltauresistent, mit geringem Pflanzenschutzaufwand. Und das Wichtigste, sie werfen hohe Erträge ab. Spätestens in fünf Jahren rechnet der Bauer mit einem vollen Ertrag, das heisst 50 Tonnen Äpfel im Jahr.

Saft wird immer begehrter

Schmid liefert seine Äpfel an die Fremo Muri, wo sie gemostet werden. Auch plant er, ein Hoflädeli
zu eröffnen, da möchte er den Most ebenso an den Mann bringen. Vom Erfolg ist er überzeugt: «Der goldene Saft wird immer begehrter, der Feldobstbau geht zurück. Jetzt ist Handlungsbedarf angesagt.»

Mit Qualität aus der Region und einer «gelebten Partnerschaft zwischen Produzent und Mosterei» trage er etwas zur langfristigen Mostobstproduktion bei, findet Sämi Schmid. Auch seine Existenz ist gesichert, jedenfalls für die kommenden 25 Jahre. Danach geht er in Pension, ab dann mostet er nur noch zu seinem Vergnügen.