Dietikon
Der kleine Muck oder die grosse Suche nach dem Glück

Auf der Kasperlibühne von Monika Schmucki wird ab heute «Der kleine Muck» von Wilhelm Hauff gespielt. Die Geschichte erschien erstmals im Jahr 1826 im «Märchen-Almanach».

Daniel Diriwächter
Merken
Drucken
Teilen
Monika Schmucki und Christian Strässle mit den Hauptfiguren,

Monika Schmucki und Christian Strässle mit den Hauptfiguren,

Limmattaler Zeitung

Eigentlich hätte ab heute der Kasperli auf der gleichnamigen Bühne von Monika Schmucki erscheinen sollen. Die Puppenspielerin wollte der Figur zum grossen Auftritt in einer Welt aus 1001 Nacht verhelfen. Doch gesteht sie, dass dies nicht funktionierte. «Tri tra Trallala» und der Orient haben zu wenig gemeinsam.

Erst in langen Gesprächen mit dem Regisseur Jiri Ruzicka fand Schmucki Ersatz und entschied sich für «Den kleinen Muck» von Wilhelm Hauff. Die Geschichte erschien erstmals im Jahr 1826 im «Märchen-Almanach». Und so ist es nun ein kleiner, ausgestossener Junge, der auf der Kasperlibühne sogar Erwachsene begeistern soll. «Ein gutes Kinderstück muss auch den Eltern gefallen», weiss Schmucki.

Ein Märchen mit Tiefgang

Auf der Bühne begibt sich Muck auf eine abenteuerliche Reise nach dem Glück, gewinnt zuerst die Gunst des Sultans, um dann durch Intrigen im Gefängnis zu landen. Mit der Hilfe seines Hundes gelingt ihm aber die Flucht. Am Ende weiss der kleine Muck, dass man Glück nicht kaufen kann.

«Unsere Version der Geschichte hat viel Tiefgang und Dramaturgie», so Schmucki. Das liege auch am Regisseur Ruzicka, der bereits viele Jahre beim Berner Puppentheater inszenierte. Für ihn ist es zentral, dass ein Puppentheater auch den Anspruch auf Ernsthaftigkeit hat und weit mehr sein kann, als «nur» mit Handpuppen hinter einer Wand zu agieren.

In «Der kleine Muck» kommen an die 20 Puppen zum Einsatz, manche von ihnen sind über einen Meter gross und kunstvoll von Schmucki selbst angefertigt. «Es ist eben eine grosse Kiste», sagt die Theatermacherin lachend.

Hinter den Kulissen

Neben Schmucki spielt auch Christian Strässle viele Rollen und zeichnet für die Musik verantwortlich. Licht und Design liegen bei Heinrich Kohler. «In Prag wären mindestens acht Personen involviert», meint Ruzicka. Hier in Dietikon sind nur vier involviert - mit viel Herzblut. Trotz dem intensiven Endspurt ist Schmucki zuversichtlich, dass die heutige Premiere gelingt.

Der kleine Muck, Kasperlibühne Dietikon
Premiere: 7. 11, 17 Uhr, nächste Daten: 8./13./14. und 15. 11. jeweils 14.30 Uhr