Paulo Sousa
Der FC Basel muss sehr wahrscheinlich einen neuen Trainer suchen

Am Donnerstag entscheidet sich endgültig, ob der FCB mit oder ohne Paulo Sousa in die neue Saison gehen wird. Dabei deutet fast alles darauf hin, dass der Portugiese die Schweiz nach einem, Jahr bereits wieder verlässt und nach Italien weiterzieht.

Sebastian Wendel
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Verlässt Sousa den Schweizer Meister? Ja, ziemlich sicher.

Verlässt Sousa den Schweizer Meister? Ja, ziemlich sicher.

Keystone

Die endgültige Entscheidung fällt am Donnerstag, doch dürfte sie nach den heutigen Entwicklungen nicht mehr überraschen: Geschieht nichts Aussergewöhnliches, vermeldet der FC Basel im Verlauf des Donnerstags die Trennung von Trainer Paulo Sousa. Gleichzeitig wird in der Toskana die Fiorentina informieren, dass mit Sousa der neue «Mister»und somit der Nachfolger von Vincenzo Montella feststehe.

Seit dem Wochenende gilt Sousa als heissester Kandidat auf den Trainerposten bei der «Viola». Am Montagmittag, keine 24 Stunden nach dem sang- und klanglosen verlorenen Cupfinal, behauptete der Portugiese noch, keinen Kontakt zu haben mit den Italienern. Das mag zu diesem Zeitpunkt für Sousa persönlich gestimmt haben. Doch im Hintergrund war sein Berater längst informiert über das Interesse des letztjährigen Tabellenvierten der Serie A.

Am Dienstag berichteten mehrere italienische Medien von ersten Verhandlungen zwischen dem Sousa-Vertrauten und den Fiorentina-Bossen. Zwischenzeitlich hiess es dann, die ganze Übung werde abgebrochen, da das Sousa-Paket aus Gehalt und Ablösezahlung an den FCB zu teuer sei. Sousa unterschrieb vor einem Jahr einen Vertrag bis 2017 – und kostenlos dürfte der Schweizer Meister den Portugiesen nicht ziehen lassen. Am Mittwochabend dann die Wende, vermeldet von der «Gazzetta dello Sport»: Höchstwahrscheinlich werde Sousa neuer Trainer bei der Fiorentina. Entsprechende Recherchen der «Nordwestschweiz» bestätigten dies.

Ob, wann und wie viel der FC Basel – immer noch gut löhnender Arbeitgeber von Sousa – von den Verhandlungen zwischen seinem Trainer und den Italienern erfuhr, ist nicht bekannt. Am Montag noch sagte Sportdirektor Georg Heitz, er gehe davon aus, mit Sousa auch in der nächsten Saison zusammenzuarbeiten. Am Mittwoch sagte Heitz auf Nachfrage: «Wir kommentieren nichts.» Erfahrungsgemäss bedeutet all dies, dass sich Rot-Blau ein Jahr nach der Trennung von Murat Yakin und der Installation von Sousa erneut einen neuen sportlichen Leiter suchen muss. Dieser wäre seit 2009, als sich der FCB nach zehn Jahren von Christian Gross trennte, bereits Trainer Nummer 5.

Auf dem falschen Fuss erwischen dürften die neusten Entwicklungen den Verein jedoch nicht. Einerseits wussten die FCB-Verantwortlichen bereits bei der Einstellung von Sousa, dass diesem das Image eines Nomaden anhaftet: Seit er 2008 seine Karriere als Klubtrainer in Angriff nahm, hielt es ihn nirgends länger als 18 Monate. Andererseits wollte und konnte der 44-Jährige in den vergangenen Wochen nicht versprechen, beim Trainingsstart am 22. Juni noch in Basel zu sein.