Dietikon
Der Erneuerungsprozess der Limmattalbahn wird jahrzehntelang dauern

Der Stadtrat rechnet nicht damit, dass es aufgrund des Baus der Limmattalbahn in den nächsten Jahren zu einem sprunghaften Anstieg der Baugesuche kommen wird.

Bettina Hamilton-Irvine
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Entlang der Zürcherstrasse, auf der die Limmattalbahn dereinst fahren soll, wird es in den kommenden Jahren zu einer baulichen Verdichtung kommen.

Entlang der Zürcherstrasse, auf der die Limmattalbahn dereinst fahren soll, wird es in den kommenden Jahren zu einer baulichen Verdichtung kommen.

Florian Niedermann

Der Bau der Limmattalbahn, zu der das Zürcher Stimmvolk im November 2015 Ja gesagt hat, wird nicht von einem Tag auf den anderen eine massiv verstärkte Bautätigkeit entlang des Trassees auslösen. Der erwartete Erneuerungsprozess wird sich voraussichtlich über mehrere Jahrzehnte hinziehen. Dies schreibt der Dietiker Stadtrat in der Antwort auf eine Interpellation von Martin Romer. Der FDP-Gemeinderat hatte wissen wollen, ob die Dietiker Hochbauabteilung bereit sei für die zusätzliche Arbeit, die auf sie zukommen wird. Schliesslich deute alles darauf hin, dass die Bautätigkeit im Dietiker Zentrum aufgrund der Limmattalbahn stark zunehmen werde, so Romer. Diese Entwicklung sei auch damals bei der Glattalbahn zu beobachten gewesen.

«Grosses Interesse»

Der Dietiker Stadtrat weist in seiner Antwort darauf hin, dass bei der Hochbauabteilung tatsächlich bereits vermehrt Anfragen von Investoren bezüglich der Stadtentwicklung eingegangen sind. Im März sprach Stadtpräsident Otto Müller an einer Medieninformation gar von einem «grossen Interesse von Leuten, die entlang des Trassees investieren oder sanieren wollen». Dies kommt der Stadt entgegen: Sie will die Entwicklung so steuern, dass die Stadt umso dichter bebaut werden darf, je näher man der Achse Zürcher- und Badenerstrasse kommt. Auf dieser wird die Limmattalbahn voraussichtlich ab 2022, wenn die zweite Etappe gebaut ist, unterwegs sein.

Entsprechende Richtlinien, um diese gewünschte Entwicklung zu fördern, hat die Stadt bereits 2014 verabschiedet. Diese ermöglichen Grundeigentümern, bei Neubauprojekten von den Vorgaben der Bau- und Zonenordnung abzuweichen, indem sie private Gestaltungspläne erstellen. So kann die Stadt ihnen eine höhere Nutzungsdichte anbieten und im Gegenzug eine höhere Qualität der Bauten verlangen. Bei Bauwilligen sei bereits Interesse vorhanden, nach den neuen Richtlinien zu bauen, schreibt der Stadtrat nun in der Antwort auf Romers Interpellation.

In den nächsten Jahren sei aber nicht mit einem sprunghaften Anstieg der Baugesuche aufgrund des Baus der Limmattalbahn zu rechnen, so der Stadtrat. Dies einerseits, weil sich die Entwicklung über eine längere Zeit hinziehen wird. Gerade in den Entwicklungsgebieten Niderfeld und Silbern wird es noch dauern, bis die baurechtlichen Rahmenbedingungen festgesetzt sind. Andererseits werden für die Gestaltungspläne entlang des Stadtbahnkorridors minimale Arealflächen vorgeschrieben. Dies bedeutet, dass es nicht zu einer grossen Anzahl von Baugesuchen auf Einzelparzellen kommen wird. Zudem sind gleichzeitig andernorts die Anzahl Baugesuche rückläufig: so zum Beispiel im Limmatfeld, das bis auf zwei Baufelder fertig erstellt ist.

Kürzere Fristen für Baugesuche

Der Stadtrat ist überzeugt, dass die Hochbauabteilung den künftigen Anforderungen gewachsen ist. Er verweist darauf, dass bereits im letzten Sommer zur Entlastung der Abteilungsleitung ein Bausekretär eingestellt wurde. Zudem werde die Zusammenarbeit mit externen Stellen derzeit grundsätzlich auf Effizienz geprüft und, wo nötig, angepasst. Wenn zusätzliche Aufgaben übernommen werden sollen, kann der Stellenplan angepasst werden. Eine Baugesuchssoftware steht kurz vor der Einführung und soll das Bewilligungswesen in der Hochbauabteilung vereinfachen. Auch die in Vorbereitung stehende Teilrevision der Bauordnung soll gemäss Stadtrat Schwachstellen und Vollzugsprobleme beheben. Insgesamt strebe man eine «schlankere Bewilligungspraxis» an, so der Stadtrat. Nicht zuletzt erhöhe das ausgeweitete Angebot der Bauberatungsgespräche die Qualität der Baugesuche. Dies wiederum verkürzt die Behandlungsfristen.

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