Basler Wahlen
Der Basler Grosse Rat wird älter und männlicher

Der Frauenanteil im Grossen Rat sinkt nach den Wahlen von rund 36 auf 31 Prozent. Es ist das erste Mal seit über 30 Jahren, dass der Frauenanteil im Grossen Rat sinkt. Im nationalen Vergleich hat Basel allerdings noch immer viele Frauen im Parlament.

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Im Grossratssaal gehen künftig weniger Frauen ein und aus.

Im Grossratssaal gehen künftig weniger Frauen ein und aus.

bz Basellandschaftliche Zeitung

Beatrice Alder-Finzen, Maria Berger-Coenen, Doris Gysin, Christine Heuss, Christine Keller, Franziska Schiess, Esther Weber-Lehner, Ruth Widmer und Ursula Kissling wollen oder müssen ihren Platz im Grossratssaal räumen. Während Erstere gar nicht mehr kandidierten, scheiterte Ursula Kissling bei der Wahl in den Grossen Rat an Heinrich Ueberwasser. Ihr fehlten 350 Stimmen, sie ist aber immerhin 1. Nachrückerin.

Mit Danielle Kaufmann, Sarah Wyss, Franziska Roth, Anita Lachenmeier und Nora Bertschi schafften fünf «neue» Frauen den Sprung in den Grossen Rat.

EVP mit 100 Prozent Frauenanteil

Trotzdem ist klar: Der Frauenanteil im Grossen Rat ist mit den Wahlen gesunken. Waren es vor dem Sonntag noch 36 Prozent, sind es jetzt noch 31 Prozent. Der Anteil ist damit zum ersten Mal seit über 30 Jahren wieder gesunken. Zuletzt war das bei den Wahlen 1980 passiert, als der Frauenanteil von 16,9 Prozent (Wahlen 1976) auf 16,2 sank.

Innerhalb der Parteien hat die Evangelische Volkspartei (EVP) den höchsten Frauenanteil – weil der einzige Sitz, der ihr nach der Wahl noch geblieben ist, von Annemarie Pfeifer besetzt wird. Ansonsten haben die linken Parteien die höchsten Frauenanteile: Mit knapp 70 Prozent belegt das Grüne Bündnis den zweiten Platz dieser Statistik. 9 der 13 GB-Politiker sind Frauen. Bei der SP sind es immerhin noch 16 von 33 (48 Prozent).

In der Mitte wirds männlich

Etwas männlicher wird es bei den Mitte-Parteien: Die CVP wird zu einem Viertel von Frauen vertreten. Bei der LDP und der GLP ist jeder Fünfte Grossrats-Sitz von einer Frau besetzt.

Vier Parteien dagegen haben gar keine Frauen im Grossen Rat. Aktives Bettingen (AB) und Ausländerstopp (VA) haben ihre insgesamt drei Sitze mit Männern besetzt. Ebenso die FDP ihre 12 Sitze. Neu auf 100 Prozent Männeranteil setzt auch die SVP. Heinrich Ueberwasser ersetzt Ursula Kissling.

Im Vergleich zu den anderen Kantonsparlamenten der Schweiz hat Basel trotz allem noch immer einen relativ hohen Frauenanteil. Durchschnittlich besetzen in der Schweiz nämlich 25,3 Prozent Frauen die Sitze.

Der Grosse Rat wird älter

Während der Frauenanteil im Grossen Rat abgenommen hat, hat das Alter der Ratsmitglieder zugenommen: Das Durchschnittsalter der Ratsmitglieder hat sich im Vergleich zu den letzten Grossratswahlen um ein knappes Jahr nach oben verschoben. Der Altersdurchschnitt der Neugewählten liegt bei knapp 50 Jahren (exakt 49,7; 2008 waren es 48,8). Jüngstes Ratsmitglied ist Sarah Wyss mit Jahrgang 1988, ältestes Ratsmitglied Roland Lindner mit Jahrgang 1937. Die beiden trennen damit immerhin rund 51 Jahre.