Bipperamt
Der Apfel vom Feld wird zum Most frisch ab Presse

Der Ferienpass Bipp und Berg feierte sein 20-Jahr-Jubiläum. Wiederum gab es ein umfangreiches Programm: Als Erstes ging es zum Äpfelauflesen in die nahe gelegene Hostet.

Nicole Roth
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Die Kinder hatten Spass beim Mosten, einem von vielen angebotenen Kursen. nrn

Die Kinder hatten Spass beim Mosten, einem von vielen angebotenen Kursen. nrn

Solothurner Zeitung

Passend zur Jahreszeit wurde beim Ferienpass Bipp und Berg in diesen Herbstferien der Kurs «Moschten» geboten. Ausgerüstet mit wetterfester Kleidung und guten Schuhen stand die Kinderschar am Donnerstagmorgen auf dem Hof der Familie Daniel und Regula Schaad in Oberbipp. Als Erstes ging es zum Äpfelauflesen in die nahe gelegene Hostet. Danach wurde das schmackhafte Obst im hofeigenen Brunnen gewaschen.

«Es ist wichtig, dass es reife, saubere und etwas gemischte Apfelsorten sind, denn so ergibt sich ein ausgewogener Geschmack im Apfelmoscht», erklärt Daniel Schaad. Die rund 20 Kinder sehen gespannt zu, wie das frische Obst im «Mostfritz» zuerst gehäckselt, dann mit Traktorenkraft gepresst wird.

Das Moschten hat lange Tradition bei den Schaads, und so ist es nicht verwunderlich, dass die Töchter Rahel und Leoni sowie das Grosi Leni tatkräftig mithelfen. Jeden Samstag im September und im Oktober kann man ab zweieinhalb Harassen sein eigenes Moschtobst zum Hof bringen, wo es sofort gepresst wird. «Somit erhält auch jeder wirklich seinen eigenen Apfelmoscht, und den geniesst man natürlich umso mehr», sagen Daniel und Regula Schaad.

Die zwei Nachbarsjungen Ben und Roman sind fast jeden Samstag zugegen. «Manchmal stehen sie noch früher hier als ich», lacht Schaad, «den Traktor zu bedienen ist sehr gefragt und bei den Jungs sehr beliebt.»

«Mmh, das isch denn guet»

«So, jetzt kann direkt ab dem Hahn vom frischen Moscht probiert werden», lässt Regula Schaad verlauten. Sofort werden die Becher geschnappt, und: «Mmh, das isch denn ä guete Moscht»; und «ohh, do hets jo sogar Öpfu-Schuum!» Ja tatsächlich und dies sogar ohne die momentan hippe «Molekularküche».

Bei grösseren Press-Mengen von hauseigener Ware der Schaads wird jeweils in die 100-Liter-Bidons abgefüllt, wo sich der Moscht zuerst klären muss. Nach der zweiten Abfüllung in die 30-Liter-Bidons erfolgt das Pasteurisieren mittels eines Tauchsieders. Nur noch abkühlen, und schon stehen die 5- und 10-Liter-Tetrapacks in den Regalen zum Verkauf bereit. Nur an eines sollte stets gedacht werden: Nicht alle Leute vertragen den Moscht gleich gut.

Gestern war das Jubiläumsfest

Die Ferienpass-Woche ist nun schon Vergangenheit. Das 20-Jahr-Jubiläum wurde gestern am Freitag gebührend in der Turnhalle Rumisberg gefeiert. Mit Kafistube, Konzert, Ausstellung, Lyrixx de Nasebär, dem Erzähltheater mit Lorenz Pauli, und den Dance Kids endete der Ferienpass, der die ganze Woche dauerte. Die Schülerinnen und Schüler ab dem Kindergartenalter konnten vom umfangreichen FerienpassAngebot, der die Gemeinden Niederbipp, Oberbipp, Wolfisberg, Rumisberg und Farnern umfasst, profitieren.

Ob traditionelle oder modernere Angebote, dieser Ferienpass begeisterte seine jugendlichen Teilnehmer und hatte einiges zu bieten. Von sportlichen über kreative oder wissenswerte Kurse war das Interesse gross. Wie wäre es denn mit Einradfahren, auf die Alp zu den Islandpferden, den Fun-Parcours absolvieren oder Schlafen im Tipi? Eventuell lieber eine Katzenbetreuung im Katzenhotel, backen, Erste Hilfe mit Globi, zur Polizei, zur Feuerwehr oder einen Tag in der Kiesgrube verbringen? Nein? – Dann also doch lieber Kerzen ziehen, tanzen, Hornussen, Engel oder Schmetterlinge aus Alublech gestalten? Tja, wer die Wahl hatte, hatte auch die Qual, wie man so schön sagt.

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