Waldspielgruppe
Den Wald als Lebensraum ergründen

Jeweils am Freitagmorgen treffen sich die «Wurzuching» um 8.30 Uhr beim Schützenhaus in Oberbipp. Mit ihren Spielgruppenleiterinnen – Esti Wyss und Andrea Moret Allemann – stapfen sie dann zum bewilligten Waldspielplatz.

Nicole Roth
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Solothurner Zeitung

Die neue Waldspielgruppe «Wurzuching» für Oberbipp und Umgebung besteht seit dem August dieses Jahres. Die beiden ausgebildeten Spielgruppenleiterinnen führen bereits eine weitere Waldspielgruppe am Oenzberg und Umgebung Herzogenbuchsee, die «Hasumüsli». «Uns ist es ein Bedürfnis, Kindern ab drei Jahren die Natur und das Umweltbewusstsein näherzu- bringen», sagen sie. Zudem stärke die Waldspielgruppe den sozialen Umgang, die Selbstverantwortung und mache die Kinder zudem gesundheitlich widerstandsfähiger.

Selbst gebaute Naturmöbel

Dass es den kleinen Knöpfen gefällt, ist keine Frage, denn bereits beim Abmarsch sind einige recht flott unterwegs Richtung Waldspielplatz, der nur zwei Minuten entfernt liegt. Dass aber auch gewisse Regeln dazugehören, ist den Kindern keineswegs fremd. So finden die Rucksäcke ihren Platz am Baumhaken und gemeinsam versammelt man sich im schönen und urchigen Waldsofa. Dieses ist selbst gemacht und besteht aus einem Rundhag mit Ästen sowie einer langen Sitzbank, ebenfalls aus gesuchten Ästen gestaltet. In der Mitte ist eine Feuerstelle, aus der bald ein Feuer züngelt. Man sitzt in der Runde und beginnt mit einem kleinen Lied. «Wie heissisch du?», wird rundherum gefragt. Dabei werde auch die Kommunikation in der Gruppe gefördert, erklären die Leiterinnen.

Gestalten mit Naturmaterialien

Man spürt, dass Andrea Moret Allemann, aus Wiedlisbach, und Esti Wyss, aus Inkwil, den Kindern so viele Freiheiten gönnen wie möglich, zugleich spielerisch aber auch Leitlinien mit einfliessen lassen. So wird der Natur-Tisch mithilfe der Gruppe zusammengestellt und das spannende «Schatzkörbli» hervorgeholt. Was es da wohl wieder drin hat?

Jedes Kind bekommt einen rechten Klumpen Salzteig, der kräftig bearbeitet wird, bis eine Fläche entsteht. In diese werden kleine Sachen gesteckt, natürlich nur solche aus der Natur. Die Freude am Kneten ist ersichtlich: Die Kinder sind in ihrem Element und der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Noch Plätze frei für Wetterfeste

Die Gruppe der «Wurzuching» hat noch freie Kapazität. «Man kann auch einmal zum Schnuppern kommen; einige Kinder hätten schon noch Platz», sagen die Leiterinnen. Wichtig ist die richtige wettergerechte Kleidung, denn der Waldgang findet bei jeder Witterung statt. Ob Sonne, Regen oder Schnee! Durchs Jahr gibt es allerlei Aktivitäten, etwa das Lichterfest. Auch dem Muttertag oder Weihnachten wird spezielle Beachtung geschenkt. Wenn man die wuselnde Gruppe im Wald so betrachtet, weiss man, die Kleinen haben Spass, sind bei der Sache und können sicher jeweils den Freitagmorgen kaum erwarten, wenn es heisst: Heute bin ich ein «Wurzuching»!