Turnfest
Das Turnfest und die Hitze: In Weiningen gibt es keinen Badmeister

Das zweite Wochenende am Grossanlass steht ganz im Zeichen der Hitzebekämpfung.

Raphael Biermayr
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Kein Bademeister am Turnfest
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Willkommen beim Turnfest!
Weiningen ist Turnen in Natur pur!
Im Zelt drinnen brennt keine Sonne, dafür staut sich die Hitze...
Gegen Schweisshände an den Ringen wirkt Magnesium.
Bei diesen Temperaturen möchte niemand freiwillig zu Fuss gehen.
Für die Sicherheit muss auch in der Hitze gesorgt sein.

Kein Bademeister am Turnfest

Florian Niedermann

Der Sanitäter hat es schon am vergangenen, ersten Turnfestwochenende kommen sehen: «Das zweite Wochenende wird schlimmer werden.» Einerseits bezieht sich seine Befürchtung auf die viel grössere Besucherzahl: An den Vereinswettkämpfen werden mehr als doppelt so viele Athleten im Einsatz stehen wie bei den Einzelbewerben. Andererseits rührt die Sorge des weitsichtigen Mediziners von der Wettervorhersage: Bis zu 34 Grad sind angesagt. Am ersten Wochenende lag der Spitzenwert deutlich darunter.

Zu wenig Wasserdruck

Wo Extreme herrschen, herrscht bei Organisatoren von Grossanlässen Furcht; Furcht vor Unfällen, die aus mangelhafter Vorbereitung entstehen. Der Turnverein Weiningen (TVW) hat sich in den vergangenen Tagen intensiv mit dem Thema Hitze auseinandergesetzt. Die Idee eines grossen Pools sei verworfen worden, weil die Vorschriften ab einer gewissen Besucherzahl einen Badmeister vorschreiben. «Das liegt einfach nicht drin», sagt OK-Vizepräsident Moritz Lüthi. Die Weininger sind auf jeden Helfer angewiesen.

Duschen gibt es direkt auf dem Gelände keine, sondern in den Schulhäusern Badenerstrasse und Schlüechti. Der Grund ist der geringe Wasserdruck auf dem ausserhalb gelegenen Festareal. Und der Länggenbach ist eher ein Rinnsal als eine Badestätte. Welche Massnahmen treffen die Organisatoren also in Sachen Abkühlung? Gemäss TVW-Präsident Köbi Haug errichtet man neben dem Festzelt eine Art grosse Rasensprengeranlage. Weil auch die Turngeräte heiss werden für die ungeschützten Hände und Füsse, überlegte man, die Geräteturnwettkämpfe ganz ins Zelt zu verlagern. Nach Tests am Mittwoch entschied man sich schliesslich, davon abzusehen. «Wir sorgen für Schatten und drehen die Matten regelmässig, damit sie nicht überhitzen», erklärt Haug.

Mehr Schattenplätze als am ersten Wochenende werden auch die Besucher auf dem Gelände antreffen, in Form von Sonnensegeln und -schirmen. In den Zelten hat man selbstverständlich stets Schutz vor der Sonne. Dort besteht allerdings die Gefahr eines Hitzestaus. Wie man für Durchzug sorgt, haben die Organisatoren bereits an den ersten Tagen bewiesen.

«Letztlich», sagt Moritz Lüthi, «ist die Eigenverantwortung der Turner und Besucher gefragt.» Das bedeutet unter anderem, dass der gegenwärtige Standardrat nicht missachtet wird: viel trinken.

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