Melchnau
Das Stimmvolk wünscht sich eine neue Sporthalle

An der Gemeindeversammlung der Gemeinde Melchnau gab der Souverän grünes Licht für die Weiterführung der Planungsarbeiten. Das Stimmvolk wünscht sich etwa eine neue Sporthalle.

Marcel Siegrist
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Die bestehende Turnhalle soll mit einer neuen Sporthalle ergänzt werden und damit den Vereinen mehr Möglichkeiten bieten. marcel siegrist

Die bestehende Turnhalle soll mit einer neuen Sporthalle ergänzt werden und damit den Vereinen mehr Möglichkeiten bieten. marcel siegrist

«Es ist ein Thema, das schon lange im Dorf diskutiert wird», sagte Anna Leuenberger, Gemeindepräsidentin von Melchnau, am Montagabend in der Mehrzweckhalle. Von 1095 Stimmberechtigten nahmen 112 Personen (10,23 Prozent) an der Einwohnergemeindeversammlung teil. Für das grosse Interesse sorgte vor allem das Traktandum fünf mit Informationen zu den Hochwasserschutzmassnahmen und zum Turnhallenprojekt.

In den letzten zehn Jahren hat sich die Auslastung der Turnhalle stark verändert. «Wir haben mehrere sehr aktive Vereine, welche die Benützung der Schulanlagen zu schätzen wissen», so die Gemeinderätin Therese Fink. Allerdings weist die Halle, die nicht für Vereinsanlässe konzipiert ist, einige Mängel auf: Der Mehrzweckraum ist zu klein, grosse Anlässe tangieren den Schulbetrieb, es besteht kein direkter Zugang zur Küche, es gibt keine Bühnenelemente und die Halle ist nicht behindertengerecht.

2009 wurde bei den Vereinen eine Bedürfnisumfrage durchgeführt und eine Machbarkeitsstudie erstellt. Diese diente der vom Gemeinderat eingesetzten Arbeitsgruppe als Grundlage für das Ausarbeiten von Ideen. Mehr Raum, eine neue Küche, eine Bühne, die Benützung der Halle ohne Störung des Schulbetriebs, eine Tagesschule sowie die Rollstuhlgängigkeit sind Wünsche der Vereine.

Der Neubau einer Sporthalle...

Therese Fink präsentierte nun zwei Ideen. Eine Idee ist der Bau einer neuen Sporthalle, verbunden durch einen Zwischentrakt mit der bestehenden Halle. Die Halle würde auf dem Pausenplatz gebaut. Durch diese neue Sporthalle gäbe es mehr Raum, eine neue Küche käme direkt neben der bestehenden Halle zu liegen, die Sporthalle könnte ohne Beeinträchtigung der Schule benützt werden, wäre behindertengerecht und so gebaut, dass sie den Anforderungen für Spiele auf nationaler Ebene genügt. Auf 2 bis 2,5 Millionen Franken wird der Neubau veranschlagt.

...oder zwei Anbauten als Ideen

Als zweite Idee sind zwei Anbauten hinter der bestehenden Halle vorgeschlagen. Hier wäre Platz für Bühne und Küche. Ein Projekt, das deutlich weniger kosten würde, aber keinen Raumgewinn für die Mehrzweckhalle und Sporthalle ergäbe.

«Wir wollen das Bedürfnis der Bevölkerung spüren. Wir sprechen bewusst erst von Ideen. Es besteht noch kein ausgearbeitetes Projekt», betonte Anna Leuenberger vor der Diskussion. «Wir wollen den Puls spüren, ob die Arbeitsgruppe weitermachen soll, oder nicht.» Und der Puls der Melchnauer schlägt klar für ein Weitermachen bei der Sporthallenplanung. Zu reden gab vor allem die Finanzierung. «Entweder haben wir Mut und gehen vorwärts, oder die Vereine wandern aus», sagte Peter Stalder, der sich vehement für den Neubau einer Halle aussprach. «Im Hinblick auf unsere Jugend sollten wir etwas Rechtes machen, sonst machen wir besser nichts», setzte sich Peter Friedli ebenfalls für einen Sporthallenneubau ein. Fantasie sei gefragt bei der Finanzierung, so ein Stimmbürger. Die Vereine sollten eingebunden werden. Auch die Gründung einer Genossenschaft wurde als Finanzierungsvariante genannt.

Bei der Konsultativabstimmung streckten 82 Stimmberechtigte den Finger für neuen Sporthallenneubau in die Höhe. Diese Variante wird von der Arbeitsgruppe weiterverfolgt.

Infos über Hochwasserschutz

Gemeinderat Ulrich Jäggi informierte über die Hochwasserschutzmassnahmen in Melchnau. «Wir wissen, dass wir vermehrt von Hochwasser heimgesucht werden», betonte er. Der Gemeinderat setzte eine Arbeitsgruppe ein, die sich dem Thema annahm. «Wir haben schnell gesehen, dass die Gefahrenkarte von 2003 keine Gültigkeit mehr hat.

Die Gefahren haben dramatisch zugenommen», so Jäggi. Bis zu 30 Prozent mehr Wasser fliessen heute durch Melchnau ab.

Fünf Retensionen (Hochwasserrückhalt) sollen gebaut werden. Es wird mit Bruttokosten von 4,2 Millionen Franken gerechnet. Die Gemeinde müsste 30 Prozent, 70% sind vom Bund subventioniert. Eine Etappierung über zehn Jahre ist möglich. Als nächste Schritte findet eine Ingenieur-Submission statt, Abklärungen und Verhandlungen werden durchgeführt, der Entwurf eines Wasserbauplans erstellt und im Januar 2013 eine öffentliche Mitwirkung durchgeführt. Nach einer Vorprüfung soll die Ausführung 2016 erfolgen. «Wenn alles rund läuft», betonte Ulrich Jäggi.