Fernsehen
Das Stillschweigen muss gewahrt werden

Ein Langenthaler Paar schnuppert Fernseh-Show-Luft in der Quizsendung «1 gegen 100» des Schweizer Fernsehens - ein Erfahrungsbericht.

Irmgard Bayard
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Moderator René Rindlisbacher spricht. Fotos: iba

Moderator René Rindlisbacher spricht. Fotos: iba

Solothurner Zeitung

Es ist ein schöner Vormittag im Winter, zwar kalt aber sonnig. Mein Mann Paul und ich fahren im Zug nach Zürich-Oerlikon. Unser Ziel ist das Fernsehstudio Leutschenbach. Paul hatte die Vorselektion für die Quizshow 1 gegen 100 geschafft und wurde darauf eingeladen, sich der harten Realität zu stellen. Die Show wird im Studio 5 aufgezeichnet. Je näher wir uns Zürich nähern, desto nervöser werde ich. Nicht so mein Angetrauter. Er spricht munter drauflos, liest zwischendurch Zeitung und wundert sich, wieso ich kaum noch still sitzen kann.

Kaum sind wir aus dem Tram ausgestiegen, das uns an unser Ziel führt, sehen wir eine grosse Anzahl Leute auf dem Gelände des Schweizer Fernsehens stehen. Auch hier gibt es welche, die lässig rumstehen und andere, die nervös zappeln. Wer Kandidat und wer Zuschauer ist, lässt sich nicht so genau feststellen. Dies kristallisiert sich erst heraus, als die Kandidierenden abgeholt werden. Nun trennen sich unsere Wege. Mein Mann wird von der netten Dame entführt. Ich muss mit Angehörigen, Freunden und Bekannten der «Stars» noch etwas an der Kälte warten.

Die Tasche darf dann doch mit

Endlich ist es so weit, die Türe mit der Aufschrift «Publikumseinlass» öffnet sich. Nach der zweiten Schiebetür müssen wir das zuvor bei der produzierenden «b&b endemol» bestellte Ticket vorweisen und werden zur Garderobe geschickt. «Sie dürfen nur die kleinen Taschen behalten», weist die Garderobiere uns an. Ich weigere mich, denn schliesslich führe ich Schreibzeug und Fotoapparat mit. Weil ich mich im Vorfeld als Journalistin angemeldet hatte, lässt sie mich mit einem Schulterzucken gewähren.

Jetzt heisst es, sich die Zeit beim Apéro zu vertreiben. Ob es wohl noch lange dauert? «In etwa fünf Minuten gehen wir zusammen ins Studio. Dort bleiben wir etwa zwei Stunden. Wer muss, soll jetzt noch zur Toilette.» Mit diesem Hinweis lernen wir Stefan «Büssi» Büsser kennen. Er wird für die nächsten Stunden unser Betreuer, ist zuständig für die Stimmung im Studio, gibt Anweisung, wann wir klatschen müssen und schärft uns ein, über den Verlauf der Sendung stillschweigen zu bewahren. Ein Zwang, der mir in den nächsten Tagen noch zu schaffen machen wird.

Das Publikum wird an seinen Platz geführt. Ich darf gegenüber auf einer separaten Bank sitzen. Journi sein hat eben doch Vorteile. Mit Anekdoten und Witzen sorgt Büssi für eine lockere Stimmung im Studio. Kaum sind wir drinnen heisst es auch schon: «Begrüsst nun die 100 Kandidaten mit einem kräftigen Applaus», was wir natürlich gerne machen. Mein Blick streift denjenigen von Paul, wir zwinkern uns zu. Die Kandidaten nehmen ihre Plätze ein. «Einer der Acht, die noch drinnen geblieben sind, fehlt», sagt die Regieassistentin. Hektik bricht aus. «Wer sitzt auf Platz 50?» Paul meldet sich. Eine tolle Nummer, die Glück verspricht, denn die 50 ist sein Jahrgang. Nach einigem hin und her haben sich alle Kandidierenden eingeloggt und sind bereit.

Rindlisbacher ist witzig und charmant

«Wer fehlt noch», fragt Büssi in die Runde. «René Rindlisbacher», rufen wir im Chor. Und schon erscheint der Moderator, der für einige Wochen Susanne Kunz vertritt. Sie ist im Mutterschaftsurlaub. Witzig und charmant begrüsst er uns, spricht den Kandidaten Mut zu. Die Stimmung im Studio ist ausgelassen – jedenfalls bei den meisten. Ich bin immer noch nervös, das wird sich auch während der nächsten paar Stunden nicht ändern. Im Gegenteil.

Der Kandidat aus der am Vortag aufgezeichneten Sendung ist ebenfalls bereit. Er muss noch gegen acht Verbliebene spielen. «Kann ich anfangen?» fragt René. Der Regisseur gibt das Okay-Zeichen. Die Show beginnt und wir sind mittendrin.

Sie fragen sich, wie sich mein Mann geschlagen hat? Schalten Sie am Montag um 20.05 Uhr, das Schweizer Fernsehen SF 1 ein, dann wissen Sie es.