Marktgasse
Das Sommerkino zeigt die meisten Filme auf Deutsch

In der zwölften Ausgabe des Langenthaler Kinoevents werden die meisten Filme in einer synchronisierten Fassung gezeigt - weil es publikumsfreubdlicher ist, sagen die Veranstalter.

Tobias Granwehr
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Bald herrscht wieder Kinoatmosphäre in der Marktgasse. archiv

Bald herrscht wieder Kinoatmosphäre in der Marktgasse. archiv

Solothurner Zeitung

Das Dutzend ist voll für Rita Soom und Marcel Marti. Die Organisatoren des Langenthaler Sommerkinos (4. bis 17. August) führen das Kinoevent heuer zum zwölften Mal durch. «Es geht nur noch drei Wochen bis zum Start», sagt Marti erstaunt. Trotz viel Routine steigt auch bei den beiden Filmliebhabern die Spannung.

Eines ist bereits jetzt klar: Die Mehrheit der 14 Filme werden auf Deutsch gezeigt. Das war bisher nicht so. Das Sommerkino zeigte in der Vergangenheit den Grossteil der Filme in Originalsprache mit Untertitel. Jetzt ändern die Organisatoren diese Strategie: «Es ist publikumsfreundlicher», sagt Marti, der mit seiner Partnerin Rita Soom das Restaurant La Piazzetta führt. Klar werde es Leute geben, welche die Filme lieber in der Originalsprache sehen möchten. «Mit der Änderung kommen wir jedoch einem breiten Publikum entgegen.» Marti nennt als Beispiel den Film «The Social Network»: Er persönlich bewertet diesen als «sehr gut». «Auf Englisch muss man sich jedoch stark konzentrieren, um der Geschichte zu folgen. Man kann die Filme auf Deutsch entspannter schauen», sagt er. Einige wenige Filme laufen aber weiter in Originalsprache über die Leinwand, so zum Beispiel die französische Komödie «Rien à déclarer». Dieser Film verliert auf Deutsch einen Teil seines Charmes. Ebenfalls in Originalsprache werden «The Kids are all right» und «Midnight in Paris» gezeigt.

Freunde des Schweizer Films kommen bei der diesjährigen Sommerkino-Ausgabe doppelt auf ihre Rechnung: «Der Sandmann» des Berner Regisseurs Peter Luisi ist eine Vorpremiere; bei der «dokumentarischen Hommage» «Hoselupf» ist Hauptdarsteller Beat Schlatter in Langenthal zu Gast. Er wird vor dem Film ein Interview geben. Das komme vor allem dank Hauptsponsor UBS zustande, sagt Marti. Die Grossbank wirbt mit Schlatter an weiteren Open-Air-Kinos in der Schweiz für «Hoselupf». Eine Deutschschweizer Premiere ist auch Woody Allens neuster Film «Midnight in Paris», der erst danach in den regulären Kinos anläuft. Soom und Marti freuen sich, gleich zwei Filme als Vorpremiere zu zeigen.

Auch ein Kinderfilm im Programm

Im Programm ist mit «Kung Fu Panda 2» wiederum ein Kinderfilm. Bereits der erste Teil des Animationsfilms mit dem Panda Po lief im Sommerkino. Die kleinen Besucher dürfen an diesem Abend mit einer Überraschung rechnen. Ein Abend im Sommerkino gehört auch wieder der «Sonderbar» (siehe auch Seite 21). Der Treffpunkt für Homo- und Heterosexuelle organisiert den Filmabend am 9. August. Gezeigt wird der Film «The Kids are all right» mit Julianne Moore und Annette Bening. Es geht um ein lesbisches Paar, das Kinder adoptiert. Marti ist gespannt auf die Reaktionen im Publikum: Es habe bei einem Film über Schwule im Sommerkino auch schon Männer gegeben, die das Kino verlassen haben. «Die wussten wohl nicht, worum es im Film ging», sagt er schmunzelnd. Er ist überzeugt, dass ein solcher Film seinen Platz im Langenthaler Sommerkino hat.

Genauso ihren Platz haben natürlich die Hollywood-Blockbuster «The Hangover 2» oder «Pirates of the Caribbean 4», die mit grosser Wahrscheinlichkeit viel Publikum anlocken werden. «Von der Piraten-Serie haben wir bisher im Sommerkino alle Filme gezeigt», sagt Marti. An jenem Abend ist eine Ausstellung mit Filmrequisiten zu sehen. Diese wird von «The someprops Movie Collection» organisiert. Das ist eine private Sammlung mehrerer Filminteressierter aus der Schweiz.

Keine Änderung erfährt die Infrastruktur mit der grossen, beweglichen Leinwand in der Marktgasse. Es werden zudem wiederum zahlreiche Verpflegungsmöglichkeiten angeboten. Die Filme beginnen wie üblich beim Eindunkeln. Tickets sind ab sofort im Vorverkauf erhältlich – oder mit etwas Glück bei einem Wettbewerb. Auf Facebook unter Sommerkino zeigen Soom und Marti jeden Tag ein Bild. Dieses kann kommentiert werden. Die Verfasserin oder der Verfasser der einfallsreichsten Kommentare erhalten jeweils zwei Tickets. Der Wettbewerb läuft ebenfalls ab sofort bis zum Start des Events am 4. August.

UBS-Nachfolge noch unbekannt

Nichts Neues gibt es von der Sponsorenfront. Im März dieses Jahres berichtete diese Zeitung, dass der Hauptsponsor UBS Ende Jahr aussteigt. Die Grossbank beendet das nationale Engagement als Sponsor diverser Open-Air-Kinos. «Das ist für uns bedauernswert – und auch für die Langenthaler Filiale der Bank», sagt Marti. Denn wohl an keinem anderen Ort war die Bank mit der Geschäftsstelle gleich neben dem Kino präsent, wie das in der Marktgasse der Fall ist. Es sei eine gute Zusammenarbeit gewesen in den vergangenen Jahren. «Wir versuchen, das Sponsoring der UBS regional aufrechtzuerhalten», sagt er. Zurzeit seien auch Gespräche mit neuen Sponsoren im Gang, konkret sei jedoch noch nichts. Ob es ein neuer Hauptsponsor oder mehrere Sponsoren sein werden, ist für Marti zweitrangig. Er betont aber: «Die Sponsoren wollen ja Präsenz. Je mehr Sponsoren, umso schwieriger ist das.» Das spreche eher für einen grösseren Sponsor. Klar ist laut den beiden Organisatoren: «Wir sind angewiesen auf die Unterstützung der Wirtschaft, schliesslich tragen wir das
finanzielle Risiko allein.»

Bevor aber die Suche nach neuen Sponsoren in den Vordergrund rückt, steht für Soom und Marti die diesjährige Sommerkino-Ausgabe vor der Tür. Am Morgen nach dem Nationalfeiertag startet in der Marktgasse der Aufbau der beeindruckenden Holzkonstruktion mit der Leinwand.

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