Mühleareal
Das Silogebäude soll nicht abgerissen werden

Die ersten Schlussfolgerungen aus der Vernehmlassung zum Entwicklungs- und Nutzungskonzept liegen vor.

Urs Byland
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Das Silogebäude (links) sucht Nutzer. Fotos: uby Das Silogebäude (links) sucht Nutzer. Fotos: uby

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Solothurner Zeitung

Im Februar 2010 präsentierte der Gemeinderat ein Konzept zur Entwicklung und Nutzung des Mühleareals. Der Ursprung dieses Konzeptes geht auf ein Postulat von Daniel Steiner und Reto Steiner (beide EVP) zurück. Nach der Präsentation ging das Konzept in die Vernehmlassung. Stadtbaumeister Urs Affolter konnte anfangs Juni 2010 insgesamt 34 Teilnehmende vermelden, die nun, mehr als ein halbes Jahr später, ausgewertet sind. In diesen Tagen werden die Vernehmlassungsparteien über die Antworten und Schlussfolgerungen informiert. Stadtpräsident Thomas Rufener (SVP) informierte bereits im Stadtrat, dass der Gemeinderat die Ergebnisse zur Kenntnis genommen und genehmigt habe. Anschliessend listete er die Schlussfolgerungen der Exekutive auf.

Das Silogebäude soll weiter verwendet und nicht abgerissen werden. Dies fordere die Mehrzahl der Vernehmlassungspartner. Dabei stünden zwei Nutzungen im Vordergrund, präzisiert Stadtschreiber Daniel Steiner. Einerseits könnte das Silogebäude Platz für ein Stadtarchiv bieten, andererseits wird der Umzug der Musikschule diskutiert, um Schulraum zu gewinnen.

Es gebe aber auch Stimmen, die eine Investition ins Silogebäude ablehnen. Dazu Steiner: «Ursprünglich, als die Stadt das Areal mit dem Kauf rettete, stand in der Botschaft, dass das Gebäude abgerissen wird. Inzwischen hat es einen gewissen Schutz erlangt. Bei einem Abriss müsste dort ein architektonisch gleichwertiger Ersatzbau erstellt werden.» Ein Entscheid über die Verwendung des Silogebäudes wird aber vertagt, weil der Gemeinderat die künftige Unterbringung des Stadtarchives im Silogebäude zuerst prüfen will. Es sollen aber auch andere Standorte für das Stadtarchiv in Betracht gezogen werden. «Es stellt sich die Frage, ob die Platzierung des Archivs im Silogebäude sinnvoll und bezahlbar ist», so Steiner. Am Ende werde der Stadtrat oder sogar das Volk über eine entsprechende Vorlage entscheiden.

Parkhaus ist weiterhin eine Option

Beim Parkplatzareal des Spitals Region Oberaargau sollen weitere Parkmöglichkeiten realisiert werden, aber nur bei Bedarf. Das laut Überbauungsordnung Spital auch mögliche Parkhaus sei noch nicht vom Tisch, erklärt Stadtschreiber Steiner. Langfristig sei es sinnvoll, wenn die beiden Parteien Spital und Stadt zusammenarbeiten.

Der Mühlehof wird vorderhand nicht angetastet. «Der Mühlehof steht in einem gewissen Sinne im Konkurrenzverhältnis zur Entwicklung Markthallenareal», beschreibt der Stadtschreiber die Ausgangslage. Stichwort ist hier «Stadtsaal». Deshalb werden die Ergebnisse des Entwicklungs- und Nutzungskonzeptes Markthallenareal abgewartet.

Weiter erwähnte der Stadtpräsident an der Stadtratssitzung auch zwei Grundstücke auf dem Mühleareal. Das eine, die Matte Richtung Passhöhe, wie auch das andere, die Fläche hinter dem Silo, bleiben unangetastet. Der Gemeinderat wolle eine gewisse Freiheit und Offenheit erhalten und nicht alles verbauen, so der Eindruck des Stadtschreibers in den Beratungen zum Geschäft.

Mit der Standort- und Bedürfnisabklärung in Sachen Stadtarchiv ist das Silogebäude in den Fokus gerückt. Das habe aber auch noch andere, ganz einfache Gründe, sagt der Stadtschreiber: «Das Gebäude hat Sanierungsbedarf.» Mit dem Vernehmlassungsverfahren sei eine politische Diskussion zum Standort Stadtarchiv und zum Umzug Musikschule lanciert worden. Und mit dem Silogebäude werde über «etwas Greifbares und nicht über Luftschlösser» diskutiert, so Steiner.