Gastronomie
Das Langenthaler Bierhaus erwacht im Herbst zu neuem Leben

Priska Wyss und René Marti eröffnen am 1. Oktober eines der traditionsreichsten Gasthäuser der Stadt Langenthal. Bevor es aber soweit ist, muss noch viel gearbeitet werden.

Tobias Granwehr
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René Marti und seine Partnerin Priska Wyss hauchen der «Braui» wieder Leben ein. Am 1. Oktober soll es losgehen. tg

René Marti und seine Partnerin Priska Wyss hauchen der «Braui» wieder Leben ein. Am 1. Oktober soll es losgehen. tg

Solothurner Zeitung

Die Bänke, Stühle und Tische sind etwas staubig, ansonsten sieht es in der «Braui» aus wie schon seit Jahrzehnten. Das berühmte Gasthaus mit den verzierten Glasfenstern und der speziellen Beleuchtung gehört zu den ältesten und traditionsreichsten der Stadt. Doch in den vergangenen Jahren war es sehr ruhig geworden um das Bierhaus. Ein letzter Versuch, die «Braui» wieder zu beleben, scheiterte vor etwas mehr als zwei Jahren. Ein auswärtiges Ehepaar gab nach kurzer Zeit wieder auf.

Jetzt soll alles anders werden: Mit Priska Wyss und René Marti übernehmen zwei Einheimische das Bierhaus. Wyss absolvierte ihre Service-Lehre im Hotel Bären, arbeitete in anderen Langenthaler Betrieben, hat Erfahrung im Hotelfachbereich und in der Buchhaltung. Marti führt in der Stadt die Boutique Metro und sitzt im Vorstand der Stadtvereinigung Langenthal. «Wir sind eingefleischte Langenthaler, sind gut vernetzt und aktiv in Vereinen», sagt Wyss. Das sind tatsächlich gute Voraussetzungen. «Ein gutes Netzwerk ist wichtig in Langenthal», sagt Marti. Er will weiterhin seine Boutique führen und in der «Braui» mehr im Hintergrund tätig sein.

Spezialitätenwoche geplant

Einen wichtigen Stellenwert im Angebot nimmt – der Name sagt es – Bier ein. «Wir werden ein grosses Biersortiment führen», sagt er. Der Hauptlieferant sei allerdings noch nicht bekannt. Da wird noch verhandelt. Es werde eine gutbürgerliche Schweizer Küche geben, sagt sie. «Wir wollen auf jeden Fall kein Fastfood servieren.» Geplant seien auch Spezialitätenwochen. Zurzeit wird ein Koch gesucht.

Dazu sind laut den Beiden zwei bis drei Service-Aushilfen vorgesehen. Klar ist: Das Bierhaus öffnet unter der Woche erst nach dem Mittag. Das Mittagsgeschäft laufe in Langenthal bereits sehr gut. «Wir konzentrieren uns daher auf den Nachmittag und den Abend», sagt Wyss. Dafür ist die Küche bis 23 Uhr geöffnet. Damit könne eine Schicht eingespart und das Restaurant im Einschichtbetrieb geführt werden. Zudem könne den Gästen auch nach einer Sitzung oder einem Training noch etwas serviert werden, sagt Marti. Dienstag bis Donnerstag ist die «Braui» von 14 bis 24 Uhr geöffnet, am Freitag bis 00.30 Uhr und am Samstag von 10 bis 00.30 Uhr. Sonntag und Montag sind Ruhetage.

Restaurant passt zu ihnen

Die Idee, das Bierhaus zu übernehmen, kam beim Paar während der Fasnacht auf. Marti, selbst ein aktiver Fasnächtler, sagte: «Diese ‹Beiz› muss wieder öffnen.» Er nutzte seine guten Beziehungen zum Verwalter des Gebäudes und stellte so den Kontakt zu Besitzer Bruno Marazzi her. Der Deal mit der Bruno Marazzi & Co. Immobilien in Bern wurde erst vor einer Woche definitiv besiegelt. «Dieses Restaurant passt zu uns. Wir bieten Langenthal etwas und ich glaube an den Erfolg», sagt Marti selbstbewusst. Wyss ergänzt: «Wir haben den Glauben, dass uns die Langenthaler eine Chance geben.» Gerade an der Fasnacht soll das Lokal wieder zu einer Hochburg werden, «so, wie es früher einmal war», sagt der 56-Jährige. Erste Reservationen seien für die Fasnacht 2012 bereits eingegangen, so die 50-Jährige.

Der Startschuss in die neue «Braui»-Ära fällt bereits früher, am 1. Oktober. Bis dann müssen bloss einige Details erledigt werden. Im Grossen und Ganzen ist das Bierhaus jedoch startklar. Die Küche ist modern eingerichtet und die Gaststube bereits einzigartig möbliert. Im kleinen Saal planen die beiden künftigen Wirte einen Ort, wo gemütlich gegessen werden kann. Im nächsten Jahr soll dann auch die Gartenterrasse im Innenhof des «Braui»-Areals genutzt werden. Zum Lokal dazu gehört auch das kleine Waaghaus im Innenhof. Es kann reserviert werden und ist für Sitzungen und Anlässe von Gruppen mit 30 bis maximal 40 Personen gedacht.

Wyss und Marti versprühen Optimismus; die beiden sind zuversichtlich, dass das traditionsreiche Gasthaus nicht mehr so schnell verstaubt.

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