Fussball
Das Hoffen auf die nächste Runde

Cupspiele im Fussball sind für unterklassige Mannschaften immer etwas Spezielles. Der FC Langenthal will im Schweizer Cup gewinnen – und dann auf einen Gegner wie die Young Boys treffen.

Tobias Granwehr und Roland Jungi
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az Langenthaler Tagblatt

Cupspiele im Fussball sind für unterklassige Mannschaften immer etwas Spezielles. Die Spieler sind besonders motiviert, und die Zuschauer freuen sich, im kleinen Stadion einmal eine höherklassige Mannschaft zu sehen. Das war in Langenthal in der Vergangenheit nicht anders.

Dieses Jahr meinte es das Los allerdings nicht so gut mit dem FC Langenthal: Der Gegner in der 1. Hauptrunde des Schweizer Cups heisst Yverdon-Sport. Das Team aus dem Kanton Waadt ist vergangene Saison in die 1. Liga abgestiegen, und wird bestimmt nicht die grossen Massen auf die Rankmatte locken. Erst recht wollen Cheftrainer Willy Neuenschwander und sein Team eine Runde überstehen und so die Chance erhalten, gegen ein Super-League-Team zu spielen. Dabei machen die Spieler kein Hehl daraus, gegen wen sie gerne antreten wollen: entweder die Berner Young Boys oder den Meister FC Basel.

Immerhin hat sich der FCL das Spiel gegen Yverdon mit guten Leistungen in der Cup-Qualifikation verdient. Die Oberaargauer besiegten Linth, Kreuzlingen und Lerchenfeld. Gegner Yverdon ist nicht zu unterschätzen. Die Waadtländer stiegen 2005 zum dritten Mal nach 1993 und 1999 in die höchste Schweizer Spielklasse auf. Seither ging es jedoch abwärts: 2006 stieg die Mannschaft wieder in die Challenge League ab, vergangene Saison folgte eine weitere Relegation. Yverdon ist mittelmässig in die neue Saison gestartet und steht gegen den FCL unter Druck.

Für das Cupspiel von übermorgen Freitag erwartet Reto Wenger, FCL-Vorstandsmitglied, deshalb nicht den grossen Ansturm auf die Rankmatte. Aber etwas mehr Zuschauer als bei einem gewöhnlichen Meisterschaftsspiel dürfen es nach dem Geschmack der Verantwortlichen dann doch sein. Immerhin gingen etwa 15 Matchballspenden mehr ein als sonst. Auch der Vorstand hoffe auf einen Sieg, damit in der nächsten Runde dann ein richtiges Cupfest auf der Rankmatte organisiert werden könne, sagt Wenger. «Wir sind jedenfalls positiv eingestellt.»

Die Langenthaler Spieler sind zurzeit in Form. Der FCL ist diese Saison noch ungeschlagen und hat in den vergangenen Spielen gute Leistungen gezeigt. Die Spiele wurden souverän gewonnen, zuletzt gegen die Nachwuchsequipe des FC Aarau mit 5:2. Einziger Wermutstropfen im bisherigen Meisterschaftsverlauf war das abgebrochene Spiel gegen Kosova. Der starke Regen verhinderte ein reguläres Spiel. Das ist ärgerlich, weil das Spiel wiederholt werden muss.

4400 Zuschauer gegen Luzern

In naher Vergangenheit gab es auf der Rankmatte interessante Cupspiele mit toller Atmosphäre zu sehen. Der Höhepunkt im neuen Jahrtausend ist das Spiel gegen den FC Luzern im Oktober 2007. 4400 Zuschauer strömten ins kleine Langenthaler Fussballstadion, Zusatztribünen machten das Spiel zu einem richtigen Cupfest. Doch nicht nur organisatorisch genügte der Klub damals höchsten Ansprüchen, auch sportlich konnte der kleine FCL gegen den grossen FCL gut mithalten. Schon früh schoss Bruno Heiniger Langenthal sogar in Führung. Später gelang ihm ein zweites Tor, Langenthal verlor letztlich 2:5.

Zwei Jahre später kam der FC Biel aus der Challenge League auf die Rankmatte. Wiederum hielt sich der FCL tapfer, spielte gut mit und verlor «nur» mit 0:3. Ein gutes Los war im vergangenen Herbst Lausanne-Sport, das mittlerweile in die höchste Liga aufgestiegen ist. Lausanne stand im Frühling 2010 im Cupfinal und spielte deshalb im vergangenen Herbst in der Europa League. Das motivierte die Spieler des FCL zusätzlich. Bis zum 2:2 hielt das Team von Willy Neuenschwander gut mit, am Schluss hiess es 2:5. Dieses Jahr soll es nun noch besser kommen – der FCL will im Cup für Furore sorgen.

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