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Das Glattzentrum verzeichnet 2014 einen Besucherrekord

Der Umsatz bleibt mit 619 Millionen Franken aber stabil.

Caroline Bossert
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Das Glattzentrum lockt mehr als neun Millionen Besucher im Jahr an.

Das Glattzentrum lockt mehr als neun Millionen Besucher im Jahr an.

Glattzentrum

Noch nie besuchten so viele Menschen das Glatt wie im Jahr 2014. Die Besucherzahl stieg deutlich um 4,8 Prozent auf 9,3 Millionen. Überhaupt ist es das erste Mal in der Geschichte des Zentrums, das dieses Jahr seinen 40. Geburtstag feiert, dass die Besucherzahl die 9-Millionen-Marke knackt. Den Hauptgrund für diesen Erfolg sieht André Nicolier, Technischer Leiter des Glattzentrums, in der starken Bevölkerungszunahme innerhalb der Glattalregion. «Das Glattzentrum hat von der Zuwanderung profitiert. War es früher noch ein Center auf dem Land, so ist es heute ein urbanes Einkaufszentrum.» Weitere Gründe für den Kundenzuwachs seien gemäss Nicolier die neue Anbindung an die Glattalbahn sowie allgemein die gute Anbindung des Centers an den öffentlichen Verkehr. Zudem seien im vergangenen Jahr die letzten Wohnungen und Büros im Richti-Areal bezogen worden. Auch dies könnte eine Rolle gespielt haben.

Konsument wird profitieren

Während die Besucherzahlen stark zugenommen haben, ist der Umsatz jedoch mit 619 Millionen gegenüber dem Vorjahr gar um 0,16 Prozent leicht gesunken. Einer der Gründe sei die negative Teuerung im Detailhandel. Vor allem im Lebensmittelbereich und in der Heimelektronik habe ein Preiszerfall stattgefunden. Eine weitere Herausforderung bilde der boomende Onlinehandel. Teilweise stelle das Internet zwar eine Ergänzung dar. Denn: «Viele Kunden recherchieren zuerst die Produkte im Internet und kommen dann zu uns, um sie sich in real anzuschauen und zu kaufen.» Andere wiederum würden durch Internetvergleiche den günstigsten Preis suchen und dort auch bestellen. «Die Herausforderung für uns besteht nun darin, das Einkaufserlebnis weiterhin so schön und bequem wie möglich zu gestalten», erklärt Nicolier weiter.

Problem Eurokurs

Auch spüre das Glattzentrum das hohe Niveau der Einkäufe im Ausland. Dieses Problem könnte sich nun mit dem tiefen Eurokurs noch verschärfen. «Der tiefe Euro war zwar auch für uns gleich wie für alle anderen zunächst ein Schock», führt Nicolier aus. Dennoch zeigt er sich zuversichtlich: «Der Konsument wird davon profitieren. Die Preise werden weiter fallen. Dem Otto Normalverbraucher wird dadurch mehr Geld zur Verfügung stehen. Das wird sich auf das Detailhandelsgeschäft wiederum positiv niederschlagen», ergänzt er. Bereits hätten auch im Glattzentrum diverse Läden Preisreduktionen angekündet.

Dass das Marktumfeld für Shoppingcenter schwierig ist, zeigen auch die Zahlen des GfK-Shopping-Center-Jahrbuchs 2014. So haben mehr als 40 Prozent aller Center in der Schweiz mehr als ein Prozent an Umsatz eingebüsst. Demgegenüber bleibt das Glattzentrum das umsatzstärkste Einkaufszentrum der Schweiz. Als Erfolgsrezept sieht Nicolier die hohen Investitionen in Reparaturen und neue Läden, die das Zentrum jährlich tätigt. Bereits letztes Jahr kamen mit dem Modegeschäft Bershka und der Nespresso-Boutique prominente Neuzugänge hinzu. Zudem wurde die Apple-Store-Fläche verdoppelt. Dieses Jahr werden die beiden Dessousgeschäfte Intimissimi und Calzedonia eröffnen sowie das Kosmetikgeschäft Rituals und Max ­Shoes. Globus, der seit 1975 Ankermieter im Zentrum ist und seit zwei Jahren etappenweise seine Ladenfläche umbaut, präsentiert sich im Frühjahr im neuen Gewand. Für September sind die Höhepunkte der Festivitäten zum 40-jährigen Bestehen geplant. Mehr wird noch nicht verraten.