Ochlenberg
Das Ende der Rauchzeichen: Ochlenberg ist jetzt auch im Internet vertreten

Seit der Gemeindeversammlung ist die Gemeinde Ochlenberg kein weisser Fleck im Internet mehr. Die Gemeinde ist jetzt auch im Internet vertreten. Der Gemeindepräsident konnte sich ein Lachen nicht verkneifen.

Jürg Rettenmund
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w w w . o c h l e n b e r g . c h – «Ich beherrsche das Zehnfingersystem nicht, bei mir geht das etwas langsam», sagte Gemeindepräsident Urs Gygax, als er zu Beginn der Gemeindeversammlung den Laptop bediente. Doch eh er sich’s versah, war sie schon da: die neue Homepage der Gemeinde Ochlenberg.

Das war dann aber vorerst auch schon alles. Denn zuerst galt es, die ordentlichen Traktanden der Gemeindeversammlung durchzuberaten. Und dafür vertraute man weiterhin auf den altbekannten Hellraumprojektor. So hatte Vizepräsident Hermann Fankhauser vorerst viel Arbeit mit Wechseln der Folien, bis Gemeindeschreiberin Monika Reinhard die Jahresrechnung vorgestellt hatte. Genüsslich zeigte er danach auf, wie Ochlenberg bezüglich Präsenz im Internet in den Medien in den letzten Monaten unten durch musste – war man doch zusammen mit Hermiswil die letzte der 47 Oberaargauer Gemeinden, die im World Wide Web noch nicht vertreten waren.

Doch jetzt haben die Rauchzeichen auch in Ochlenberg endgültig ausgedient. Für die Vorstellung der Homepage gab Fankhauser das Wort allerdings lieber an Martin Wagner und Monika Reinhard weiter, die ebenfalls in der dafür eingesetzten Arbeitsgruppe mitgewirkt hatten. «Sie brauchten dort auch einen, der nichts von der Sache versteht», scherzte er zu seinem Part.

Am schönsten aus der Luft

Ochlenberg mag sich Zeit gelassen haben, doch jetzt tritt es überzeugend in die virtuelle Welt ein. Als «einzigartig, schön, einfach und praktisch» charakterisierte Wagner die neue Homepage.

«Dörfer haben es einfacher», stieg er ein: «Sie können die Surfer mit einem Bild ihres Dorfkerns willkommen heissen.» In Ochlenberg sei dies anders: Es ist einfach Hügelland. «Das sieht man nur aus der Luft.»

Eine Luftaufnahme ziert nun die Einstiegsseite. Als Besonderheit läuft sie auf dem Bildschirm mit, wenn man den Mauspfeil bewegt. Einfach sei die Navigation, ergänzte Wagner; praktisch, dass man während 24 Stunden nie vor verschlossenen Türen stehe und dank dem ausgebauten Onlineschalter praktisch alle relevanten Dokumente der Gemeinde beziehen könne.

Mit 6500 Franken für die Einrichtung und 240 Franken pro Jahr für die Betreuung hätten sich auch die Kosten in vertretbarem Rahmen gehalten, ergänzt Monika Reinhard.

Nur noch Hermiswil

Nach der Internet-Offensive der Ochlenberger fehlt auf der Oberaargauer Internet-Karte nur noch Hermiswil. Dort dürfte es noch länger dauern. Gemeindepräsident Hans-Ulrich Werren war gestern nicht erreichbar.

Vor gut einem Jahr hatte er allerdings gegenüber der «Berner Zeitung» erklärt, eine Website sei erst für 2014/2015 in der Zehnjahresplanung vorgemerkt. Zudem rechneten sich die Kosten in einer kleinen Gemeinde mit nur 40 Haushalten nicht. Man stecke das Geld lieber in die Bildung oder in die Strassen.