Grosskonzerne
Daher sind die Multis für Basel so wichtig

Gute KMU, böse Grosskonzerne: In der öffentlichen Diskussion kommen multinationale Unternehmen oft schlecht weg. Doch gerade für Basel sind die 30 grössten Unternehmen der Schweiz Gold wert.

Matthias Zehnder
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Novartis ist ein wichtiger Grosskonzern für Basel (Archiv).

Novartis ist ein wichtiger Grosskonzern für Basel (Archiv).

Keystone

Was haben Novartis, Roche, Coop, Syngenta, Panalpina und Clariant gemeinsam? Die sechs Firmen gehören zu den 30 grössten Unternehmen der Schweiz und haben ihren Hauptsitz in Basel. Für Basel gilt deshalb ganz besonders, was Avenir Suisse über die ganze Schweiz sagt: Grosse Unternehmen sind wichtiger, als man gemeinhin denkt.

Dabei sind nicht nur die eigentlichen Geschäftszahlen der grossen Firmen wesentlich. Gerade in der Region Basel sind Firmen wie Roche und Novartis eng verzahnt mit kleineren Unternehmen. Zum Beispiel benötigen alle Grossfirmen eine breite Palette von Dienstleistungen, die sie bei KMU einkaufen. Dazu gehören Arbeiten in den Bereichen Wartung und Unterhalt, Aufträge für Werbung und Kommunikation oder den Betrieb der Kantine. Darüber hinaus generieren die grossen Basler Firmen viele Hotelübernachtungen in der Region, sie lösen Mittagessen in Restaurants aus und danach Taxifahrten zum Bahnhof oder zum Flughafen.

Zwei Zahlen dazu: Roche hat in den letzten drei Jahren allein in Basel eine Milliarde Franken in Infrastrukturprojekte investiert. Novartis hat in der Schweiz im letzten Jahr nach eigenen Angaben für 2,58 Milliarden Franken eingekauft – davon im Kanton Basel-Stadt für 727 Millionen und im Baselland für 334 Millionen. Geld, das vor allem in die Kassen von KMU geflossen ist.

Es ist deshalb falsch, den Mythos der Schweiz als KMU-Land zu pflegen und Grossfirmen als böse Multis zu verteufeln. Oder umgekehrt. Grosse und kleine Firmen sind gegenseitig aufeinander angewiesen. Und Multis sind für KMU wichtiger, als man denkt.