Lenzburg
D'Lucie träumt zmitzt am Tag - da isch Jugendfäschtbaze weg

Die Psychomotorik-Therapeutin Andrea Morsten Melliger erzählte für die Kleinsten auf dem Freischarenplatz die Geschichte von Lucie und ihrem Tagtraum. Und dem verlorenen Festagbazen.

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Andrea Morsten Melliger

Andrea Morsten Melliger

Toni Widmer

Liebi Chind, liebi Erwachseni,
Es freut mich sehr, dass ich hüt am Juegendfäscht dörf derbi si. Zu dem bsundere Alass han ich öper mitbrocht. Ich glaube sie isch grad no echli schüüch. „Lisa, chumm füre. D’ Chind wänd dich kännelere.“
(Zwiegespräch mit Puppe) Die Puppe schaut sich scheu um
Lisa: „Uui, so vill chinder. Wow sind die schigg. Die gsänd jo uus, wie es Schaufänschter vo neme Schläckzüglade. So schön gsänd die uus.“
A: „Hütt isch ebe Jugendfäscht. Alli händ sich useputzt und wänd mitenand go fiire.“
Lisa: „O jo, ich au! Ich will Zuckerwatte schläcke und Riitschuel fahre.“
A: „Ich glaube das got ned, Lisa.“
Lisa (traurig): „Werum den ned?“
A: „Chinder, lueged d’Lisa emol a. Werum cha d’Lisa ned a euses Jugendfäscht cho?“
(Antworten der Kinder einbeziehen)
Lisa: „Ich gang mich schnell go umziehe, keis Problem. Ned dass es mir so got wie minere Cusine Lucie, das isch doch vill tümmer g’loffe.“
A: „Jo, stimmt. Ich chan jo de Chind verzelle, was de Luci s’ letzscht Johr passiert isch, bis zu wieder zrugg vom Umziehe bisch:
Wo d’ Lucie am Jugendfäschtmorge ufstot, hanget s Röckli schön glettet am Bügel. S Chränzli isch genau i dene Chornbluemefarbe wo si sich gwünscht hät, nämlich wiis-blau, wie’s Strüssli, parat gläge. Eigentlich hät nüt me chöne schief go, eigentlich... Wenn d’Lucie nur ned so nervös gsi wäri. Si ich zwar scho en Erschtklässlerin, aber will si erscht vor churzem uf Länzburg züglet isch, het D’ Lucie nonig gwüsst, wie sones Jugendfäscht ablauft, aber scho vill Spannends und Tolls g’hört. Si freut sich psunders uf ihre erschti Jugendfäschtbaze und hed sich vorgno, die psunderi Münze, inere gheime Schatztrue ufzbeware. Jetzt hed ihre nur no s’Jungedfäschttäschli gfehlt. Aber wo isch es nur? Nei, jetzt findet sie das Täschli ned. Das brucht sie doch dingend, zum de Jungendfäschtbaze drinne z’versorge. Churz vor em Verzwiefle gseht sie s Bändeli under em Buurli sine Pfote vüregügsle. De Buurli isch ihres Büsi, wo gern uf ihre Sache ufeliit. Schnell zieht si s Täschli under em Buurli vüre. De schnappet mit sine scharfe Chralle deno. De Buurli hätti gern ächli gschpillt, aber d Lucie hed e kei Ziit meh, si mues los.
Ve det ewegg isch alles guet gloffe. Sogar der Kniggs isch ihre psunders guet glunge und hed sech de Jugendfäschtbaze als Belohnig würklich verdient. Schnell hed si en is Täschli versorget. Gli druf abe, wot s’en nomol aluege. Si griift is Täschli, aber do isch nüt, gar nüt! Si merkt das s’Täschli es Loch het. Oh nei, das dörf doch ned wohr si. Hed ächt de Buurli mit sine Chralle das Loch gmacht? D’Lucie fot grad a sueche. Das händ d’Chind ringsume gmerkt und gfrogt „Was suechsch?“ „Min Jugendfäschtbaze!“ hed si ganz ufgregd gseit. Immer meh und mehr Ching häd de ganz Bode abgsuecht. Zerscht d’Chind, denn au d’Eltere. D’Lehrer händ sogar i d’Brünne gluegt. D’ Chindergärtnerinne händ jedes Schnäggehüsli umkehrt und de ganz Stadtrot isch uf allne Vierne umekroche. Ufsmol chont de Kadettehauptma und bietet de Lucie au no sini Hilf a. Am Schluss, ihr chönd’s euch ned vorstelle, sucht ganz Länzburg nach dem Gäldstück.
Plötzlich rüeft öper luut: „Ich han en gfunde!“ En Indianer chond s’springe und bringt de Lucie ihre vermissti Schatz zrugg. Das hed en ufregig geh. Vor luter Freud hed d’Lucie bim Kadettehauptma uf de Waage dörfe stiege. Si isch mit ihm ums brännende Schloss gfahre und all händ ihre zue gjubled. Grad wos am schönschte gsi isch chlopfed ihre de Benni, en Klassekamerad, uf d’Schultere: „Du was isch, was luegsch so verträumt uf de Bode? Sötsch du ned scho lang bim Chlausebrunne si?“ Jetzt merkt d’Lucie, dass sie zmitzt am Tag träumt hed. Nur leider ihre Fränkler isch würklich furt gsi. „Chom, muesch ned trurig si“, seit de Benni „chasch mine ha, weisch ich han scho zwoi.“ Mitenand sinds zum Chlausebrunne gloffe und d’Lucie isch ganz stolz uf ihre gschänkti Jugendfäschtbaze gsi. Aber no vill meh gfreut hed sie sich über ihres neue Gspändli, em Benni.
A pro pos Gschpändli: wo isch eigentlich mis Gpändli blibe, d Lisa? (Lisa rufen, Lisa kommt mit Rock und Kranz. Präsentiert sich von allen Seiten)
„Jo, jetzt bisch würklich au so schön wie d’Chinder!“ Was meined ihr, chan d’Lisa jetzt mit eus as Jugendfäscht cho? (Antworten der Kinder einbeziehen) „Also Lisa ich wünsche dir, aber vor allem de Chinder, es tolls Jungedfäscht mit villne schöne Begägnige.

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