Zürich
Corona-Virus: Bürogebäude, Bahnhöfe und Museen sind nicht betroffen

Das Verbot von Veranstaltungen gilt für Anlässe, bei denen sich mehr als 1000 Personen über längere Zeit am selben Ort konzentriert aufhalten. Das Ziel des Verbots sei es, eine Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern. Es gilt bis am 15. März.

Oliver Graf
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Bundesrat Alain Berset bei der Bekanntgabe der Massnahmen gegen das Corona-Virus.

Bundesrat Alain Berset bei der Bekanntgabe der Massnahmen gegen das Corona-Virus.

Alessandro Della Valle / KEYSTONE

Auch wenn der Bundesrat gestern ein Verbot von Grossveranstaltungen ausgesprochen hat: Die Lage im Kanton Zürich sei unverändert, die Einwohner müssten sich noch immer keine Sorgen machen, erklärte heute die Zürcher Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli (SVP) an einer Medienkonferenz. Ein Veranstaltungsverbot möge zwar extrem erscheinen, ergänzte Kantonsarzt Brian Martin. Doch in der Schweiz gebe es bislang erst Einzelfälle. Das Ziel des Verbots sei es, eine Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern.
Der Bundesrat hatte gestern per sofort eine Verordnung in Kraft gesetzt, mit der öffentliche oder private Veranstaltungen, bei der sich gleichzeitig mehr als 1000 Personen aufhalten, untersagt sind. Bei kleineren Anlässen «müssen die Veranstalter zusammen mit dem Kanton eine Risikoabwägung vornehmen, ob sie die Veranstaltung durchführen können oder nicht». Das Verbot gilt bis 15. März. Es kann jederzeit verlängert oder verändert werden.
Der Kanton Zürich legt dies vorerst so aus, dass alle Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen verboten und die anderen erlaubt sind. «Wir werden diese Grenze durchsetzen», sagte Sicherheitsdirektor Mario Fehr (SP). Das bedeutet beispielsweise: Lassen Veranstalter bloss 900 Personen in eine 1500 Besucher fassende Halle, kann der Anlass durchgeführt werden. Wie Kantonsarzt Martin gestern sagte, gilt diese Regelung vorerst bis Anfang der kommenden Woche. Dann wird entschieden, ob für kleinere Veranstaltungen ein anderes Verfahren eingeführt wird. Im Kanton Aargau sind seit gestern beispielsweise nur Events bis 149 Besucher erlaubt, Veranstaltungen mit 150 bis 999 Besuchern müssen beim kantonsärztlichen Dienst zunächst um eine Bewilligung nachsuchen.

Die Schulen bleiben offen, die Gymi-Prüfung findet statt

Auf die Zürcher Schulen hat das Veranstaltungsverbot keine Auswirkungen: «Die Schule findet statt», sagte Bildungsdirektorin Silvia Steiner (CVP). «Gesunde Kinder, die im Ausland waren, dürfen in den Kindergarten oder die Schule.» Weise eines aber Erkältungssymptome auf und habe es sich an einem Corona-belasteten Ort aufgehalten, müsse es zu Hause bleiben. Auch wer Fieber hat, gehe nicht zur Schule – dies gelte aber ohnehin immer, nicht nur wegen des Virus. Wie Steiner weiter ausführte, findet der Unterricht auch in grossen Schulen mit mehreren hundert Kindern statt. Es werde aber – gemäss der bundesrätlichen Verordnung – auf Theater- und andere Aufführungen vor mehr als 1000 Schülerinnen und Schülern verzichtet.

Die zentralen Aufnahmeprüfungen für das Gymnasium, an denen über 8000 Schüler teilnehmen, finden gemäss aktuellem Stand am 9. und 10. März ebenfalls wie geplant statt. Die Prüfungen fänden an den verschiedenen Kantonsschulen statt, sagte Steiner. «Schüler mit Grippesymptomen werden aber bei den zentralen Aufnahmeprüfungen aktiv zurückgewiesen.» Zudem dürften sich deren Eltern nicht auf dem Schulhausareal aufhalten.

Als Anlässe, die vom Verbot betroffen sind, gelten Veranstaltungen, an denen sich mehr als 1000 Personen über einen längeren Zeitraum konzentriert am gleichen Ort aufhalten. Grosse Bürogebäude, Einkaufszentren, Märkte, Museen oder Bahnhöfe sind nicht betroffen. Unter das Verbot fallen in Zürich beispielsweise Konzerte im Hallenstadion oder Demonstrationen wie die Frauendemo vom 7. März.

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