Das Schlüsselspiel (II)
Celestinis Sternstunde

Am Freitag steht für die Mannschaft von Ottmar Hitzfeld in Montenegro ein kapitales Qualifikationsspiel auf dem Programm. Wir blicken deshalb auf die Schlüsselspiele der Schweizer Nationalmannschaft seit 1992 zurück.

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Nationalmannschaftstrainer Jakob «Köbi» Kuhn war ein gutes Jahr im Amt, als ihm am 16. Oktober 2002 der erste von mehreren Coups gelang. Nach dem erfolgreichen Start in die Qualifikationsphase für die Europameisterschaft 2004 in Portugal – Georgien wurde in Basel mit 4:1 bezwungen – reiste die Schweizer Nationalmannschaft nach Irland.

Auf der Grünen Insel war die Schweiz seit 1948 ohne Sieg geblieben. Und die Gastgeber warteten mit einer makellosen Heimbilanz von sechs Jahren ohne Niederlage auf.

Allen negativen Vorzeichen zum Trotz nahm das Team von Köbi Kuhn die Partie in die Hand und kam mit der letzten Aktion vor dem Halbzeitpfiff zum verdienten Führungstreffer. Murat, der ältere der «Yakin-Brothers», lancierte mit einem perfekt getimten weiten Pass seinen Bruder Hakan, der gekonnt über Goalie Shay Given hinweg einnetzte.

Zwei Minuten vor Spielende – die Iren waren mittlerweile durch ein Eigentor von Ludovic Magnin zum Ausgleich gekommen – stand Fabio Celestini plötzlich alleine vor Given und traf zum Sieg. Altmeister Stéphane Chapuisat hatte ihn schön freigespielt. Dass ausgerechnet Celestini, der sich in der Nationalmannschaft nie richtig durchsetzen konnte, zum Sieg traf, passte zum kaum für möglich gehaltenen
Erfolg in Dublin.

Es war zudem das erste Tor des Lausanners im Trikot der Schweiz. Die junge, von Köbi Kuhn aufgebaute Mannschaft, bestätigte in der Folge das Gezeigte und qualifizierte sich als Gruppenerster vor Russland und den Iren für die EM in Portugal. Seither hat die Schweiz an jedem grossen Turnier (EM oder WM) teilgenommen. (wen)

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