Kanton Zürich
Case Management kriegt gute Noten vom Kanton

Case Management lohnt sich nicht nur finanziell. Es wird generell von Mitarbeitenden geschätzt. Betroffene stellen den Fallmanagern ein gutes Zeugnis aus, wie eine vom Personalamt des Kantons Zürich ergebene Erhebung zeigt.

Merken
Drucken
Teilen
Physiotherapeutinnen und Patienten in einer Rehabilitationsklinik (Archiv)

Physiotherapeutinnen und Patienten in einer Rehabilitationsklinik (Archiv)

Keystone

Drei Jahre nach der Einführung sei das Case Management in den kantonalen Betrieben bereits gut verankert, heisst es in einer Mitteilung des Regierungsrates vom Freitag. Am wenigsten bekannt sei das Angebot noch bei den Schulen.

Beim Case Management geht es um Mitarbeitende, die aufgrund von Krankheit oder Unfall lange nicht arbeiten können oder gar Gefahr laufen, in die Invalidität abzugleiten. In solchen Fällen kümmern sich externe Fallmanager um die Betroffenen, betreuen und beraten sie. Ausserdem versuchen sie gemeinsam mit ihnen und dem Arbeitgeber, einen raschen Weg zurück in den Berufsalltag zu finden.

Betroffene schätzten es, dass nicht interne, sondern externe Fallmanager beigezogen werden. Dies trage zur Vertrauens- und Glaubwürdigkeit bei, heisst es in der Mitteilung. Laut der Evaluation sei es angezeigt, das Programm beizubehalten und auch weiterhin auf externe Fallmanager zu setzen.

Die Evaluation zeigte aber auch Schwachstellen auf. So findet der Wiedereinstieg praktisch nie ausserhalb des angestammten Betriebes statt. Die Studie empfiehlt deshalb, die ämterübergreifende Zusammenarbeit zu verbessern.

Kosteneinsparung für Arbeitgeber

Insgesamt werde Case Management von den Betroffenen als Zeichen der Wertschätzung empfunden. Es trage zu einer guten Unternehmenskultur bei und erhöhe die Loyalität der Angestellten zum Arbeitgeber.

Für Letzteren zahlt sich Case Management auch wirtschaftlich aus. So ergaben Berechnungen für das Jahr 2010 einen Nutzen von 7,1 Millionen Franken. Allein die Summe dieses einzigen Jahres übersteigt laut Regierungsrat die Aufwendungen für Case Management in den Jahren 2008 bis 2010 um rund 3,4 Millionen Franken.

In rund 60 Prozent der Fälle sei eine vollständige oder teilweise Reintegration in den Erwerbsprozess gelungen, bei rund 14 Prozent kam es zu einer Auflösung des Arbeitsverhältnisses und bei jedem zehnten Fall resultierte eine Invalidisierung. 2011 wurden 333 neue Fälle angemeldet.