Armut
Caritas Zürich will Massnahmen gegen Kinderarmut

Rund 20'000 Kinder sind laut der Caritas im Kanton Zürich von Armut betroffen. Das entspreche etwa 1000 Schulklassen. Das Hilfswerk will dies ändern und fordert von der Politik Massnahmen gegen die Kinderarmut und für Chancengleichheit.

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Das Mädchen zündet eine Caritas-Kerze an. Die Organisation fordert auch Politiker auf, der Armut Aufmerksamkeit zu schenken.

Das Mädchen zündet eine Caritas-Kerze an. Die Organisation fordert auch Politiker auf, der Armut Aufmerksamkeit zu schenken.

«Armut grenzt Kinder aus, ein Leben lang», stellt Caritas Zürich in einer Mitteilung vom Dienstag fest. Weil die soziale Mobilität in der Schweiz gering sei, werde auch Armut vererbt. Die Chancen für Arme, aufzusteigen, und die Risiken für Reiche, sozial abzusteigen, seien hier gering.

Für 20'000 Kinder im Kanton Zürich habe dies weitreichende Konsequenzen, schreibt das Hilfswerk. Sie leben in Haushalten, die auf Sozialhilfe angewiesen seien oder zu den «Working Poor» gehören. Solche Kinder litten nicht nur daran, dass ihre Familien zu wenig Geld haben. Belastend wirkten auch weniger gesundes Essen, prekäres Wohnen oder unmodische Kleidung.

Gegen Ausgrenzung

Von Armut betroffene Kinder verlören an Selbstwertgefühl. Oft entwickelten sie Schulschwächen und verwendeten ihre Energie hauptsächlich dazu, den familiären Zusammenhalt zu sichern und von ihren Freunden nicht ausgeschlossen zu werden.

Laut Caritas genügen die familienpolitischen Rahmenbedingungen offensichtlich nicht, um die Kinderarmut in der Schweiz zu verringern. Arme Kinder würden ausgegrenzt und hätten nicht die gleichen Chancen wie ihre besser gestellten Freundinnen und Freunde.

Für bessere Chancen

Caritas Zürich fordert deshalb von kantonalen Politikerinnen und Politikern sowie den Gemeinden Massnahmen zur Existenzsicherung einerseits und solche zur Chancengleichheit andererseits. Beides sei notwendig, um die Vererbung von Armut zu durchbrechen.

Konkret soll die Erwerbsarbeit von Eltern erleichtert und günstiger Wohnraum für Familien gefördert werden. Darüber hinaus brauche es Ergänzungsleistungen für Familien sowie den Ausbau von Betreuungs- und Bildungsangeboten. Nur so hätten armutsbetroffene Kinder die Chance, aus dem Abseits zu treten und mit ihren Freunden wieder mithalten zu können.