Schneider-Ammann
Bundesrat ermutigt Jungfreisinnige

Langenthal Bundesrat Johann Schneider-Ammann ermunterte die Jungfreisinnigen des Kantons Bern, trotz Gegenwind für ihre Anliegen zu kämpfen. Die Versammlung nominierte 40 Kandidatinnen und Kandidaten für die Nationalratswahlen.

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Bundesrat Schneider-Ammann bei den Jungfreisinnigen. Felix Gerber

Bundesrat Schneider-Ammann bei den Jungfreisinnigen. Felix Gerber

Solothurner Zeitung

Bundesrat Johann N. Schneider-Ammann ist ein Mann der ehrlichen Worte. Auch an der Versammlung der Jungfreisinnigen des Kantons Bern in Langenthal beschönigte er nichts: Mit gemässigten Positionen sei es momentan nicht einfach, Wahlerfolge zu erzielen, räumte er ein. Sachpolitik sei nicht immer gefragt und populär. Umso mehr gelte es, hartnäckig zu bleiben und sich unbeirrt für die eigenen Anliegen zu engagieren. Freisinnige Überzeugungen hätten in der Politik mehr denn je ihre Berechtigung, unterstrich der Langenthaler Bundesrat.

Er streifte auch aktuelle Themen wie die Umweltkatastrophe in Japan und die politischen Umwälzungen in Libyen. Bei beiden Ereignissen stelle sich die Frage, welche Folgen für die globale Wirtschaft und damit auch für die Schweiz zu erwarten seien, und wie die Schweiz darauf reagieren solle. Namentlich im Fall Libyens führe dies auf Bundesebene zu heftigen Diskussionen, so Schneider. Er betonte, wie wichtig es sei, dass sich zu diesen Fragen die jüngere Generation äussere und verwies auf die Bedeutung der beiden jungfreisinnigen Berner Nationalräte Christa Markwalder und Christian Wasserfallen. Für die Nationalratswahlen vom kommenden Herbst nominierten die Jungfreisinnigen des Kantons Bern insgesamt 40 Kandidatinnen und Kandidaten (siehe Kasten rechts). Je 18 Bewerber schicken sie auf zwei eigenen Listen ins Rennen. Darunter sind der Langenthaler Neu-Stadtrat Lukas Felber und die Burgdorfer Stadträtin Larissa Fankhauser. Als Spezialität tritt mit Cédric Bähler aus Paris ein Auslandschweizer an.

Weitere vier Jungfreisinnige kandidieren auf der FDP-Liste. Nebst Christa Markwalder und Christian Wasserfallen sind dies die Langenthaler Gemeinderätin Christine Bobst sowie die Bernerin Alexandra Thalhammer.

Nach der Nomination verabschiedete die Versammlung auch das Wahlprogramm 2011. Die Schwerpunkte liegen dabei auf der Stärkung des dualen Bildungswegs, dem Kampf gegen die Buchpreisbindung und dem Einsatz für mehr Transparenz bei den Parteifinanzen. Der Berner Stadtrat Bernhard Eicher bekräftigte, dass die Jungfreisinnigen auch in diesem Jahr ihre Finanzen offenlegen werden. Das Wahlkampfbudget beträgt 80000 Franken. (pdl)