Schlieren
Budget 2020: Die Unternehmen erwirtschaften weniger Gewinn

Schlieren budgetiert für das Rechnungsjahr 2020 ein Minus von 2 Millionen Franken. Die Stadt darf dafür min einem höheren Ressourcenausgleich vom Kanton rechnen.

Alex Rudolf
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Immerhin: Die Soziallasten nehmen im kommenden Jahr leicht ab. (Archivbild)

Immerhin: Die Soziallasten nehmen im kommenden Jahr leicht ab. (Archivbild)

Roland Schmid

Das Budget der Stadt Schlieren für das kommende Jahr weise durchaus positive Aspekte auf, sagt die parteilose Finanzvorsteherin Manuela Stiefel auf Anfrage. Auf den ersten Blick macht sich hingegen eher Ernüchterung breit. Bei einem Aufwand von 172,1 Millionen Franken und einem Ertrag von 170,2 Millionen Franken entsteht ein Minus von 1,9 Millionen. Für das laufende Rechnungsjahr prognostizierte die Stadt ein Minus von knapp 4 Millionen, das voraussichtlich, so Stiefel, auf drei Millionen reduziert werden könne. Das wird das erste Mal seit 2012 sein, dass die Stadt in die roten Zahlen gerät.
Beim Budget 2020, das die Stadt diese Woche veröffentlichte, stechen vor allem die markanten Veränderungen bei den Einnahmen von Unternehmen ins Auge. Die Gewinnsteuern werden um 2,7 Millionen auf 18,5 Millionen Franken sinken. «Mehrere juristische Personen haben uns gegenüber angedeutet, dass sie 2020 geringere Gewinne ausweisen», sagt Stiefel. Es sei aber nicht mit Konkursen oder Wegzügen zu rechnen. Bei 2020 handle es sich voraussichtlich schlichtweg um ein weniger ertragreiches Jahr aus Sicht der Schlieremer Firmen. «Meldet ein Unternehmen aus dem Biotechno-Park wieder ein erfolgreiches Patent an, winken rasch wieder Millioneneinnahmen wie 2016. Solche Ereignisse kann man aber nicht budgetieren», so Stiefel.

Diese Mindereinnahmen werden kompensiert durch das Plus, das die Stadt bei den Einnahmen natürlicher Personen verzeichnen kann. Hier rechnet man mit 31,8 Millionen Franken und somit 2,4 Millionen mehr Einkommenssteuern als im laufenden Jahr. «Mit dem Bezug des Geistlich Areals und von Schlieren West ziehen rund 1100 Personen nach Schlieren. Die grosse Anzahl Neuzuzüger treibt den Steuerertrag der natürlichen Personen in die Höhe», so Stiefel.

Ausgaben für Soziallasten werden 2020 leicht sinken

Die geringe Steuerkraft von Schlieren von voraussichtlich 2926 Franken gepaart mit dem hohen Kantonsmittel sorgt dafür, dass Schlieren 14,7 Millionen Franken und somit rund 6 Millionen Franken mehr Ressourcenausgleich als im Vorjahr vom Kanton erhält. «Dass Schlieren wieder einen grösseren finanziellen Spielraum hat, ist ganz klar dem hohen Mittel der Steuerkraft pro Person im Kanton geschuldet», hält Stiefel fest.
Erfreulich, wenn auch weitaus weniger ertragreich, sind auch die Zahlen aus der Abteilung Soziales. So nimmt der Aufwand im Bereich «Gesetzliche wirtschaftliche Hilfe» um rund 700 000 Franken ab im Vergleich zum aktuellen Kalenderjahr. «Aufgrund der guten Wirtschaftslage sind weniger Menschen auf Gelder der Sozialhilfe angewiesen. Dies ist jedoch eine eher volatile Zahl, da die wirtschaftliche Grosswetterlage schnell ändern kann», so Stiefel.

Insbesondere im Bereich Bildung werden sich die Ausgaben für das kommende Jahr jedoch erhöhen. Die Stadt rechnet mit 37,2 Millionen Franken, was zusätzlichen 1,8 Millionen entspricht. Dies nicht zuletzt, weil wegen des Bevölkerungswachstums neue Infrastrukturen zur Verfügung gestellt und neue Lehrpersonen benötigt werden.

Der Steuerfuss soll bei 114 Prozent bleiben

Die Anzahl laufender Projekte sei konstant hoch, wie Stiefel sagt. «Im Vergleich zu den Vorjahren bewegen wir uns aber auf einem moderaten Niveau.» Der Schlieremer Selbstfinanzierungsgrad wird zwar im Vergleich zu den Vorjahren steigen, aber bei 50 Prozent noch immer in einem ungenügenden Bereich zuliegen kommen. Folglich steigen die Nettoschulden um 7 Millionen Franken, was einer Nettoschuld pro Person von 2716 Franken entspricht.

Zur Tilgung dieser Schulden zieht die Stadt aber keine Steuererhöhung in Betracht. Der Steuerfuss soll nämlich auch für das kommende Jahr auf einem Niveau von 114 Prozent bleiben. Eine Erhöhung ergebe nach wie vor keinen Sinn, sagt Stiefel: Bevor man nicht wisse, wie sich die Steuervorlage 17 auf den Schlieremer Haushalt auswirke, wolle der Stadtrat den Steuerfuss nicht anpassen.

«Neben geringeren Einnahmen bei den Unternehmen erhalten wir vom Kanton künftig rund 3,3 Millionen Franken mehr an die Kosten der Zusatzleistungen zur AHV/IV», sagt sie. Darüber hinaus prognostiziere der Kanton weiterhin eine hohe Steuerkraft pro Person, was wiederum die Höhe des Ressourcenausgleichs für die Stadt nach oben treibe.