Herzogenbuchsee/Killarney
Buchser zeigen den Iren, wie man Unihockey spielt

Zwei Unihockeyteams vom Turnverein Herzogenbuchsee reisen zu einem Turnier nach Irland.

Andrea Marthaler
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Die Unihockeyspieler des Turnvereins Herzogenbuchsee sind zu Besuch in Killarney. zvg

Die Unihockeyspieler des Turnvereins Herzogenbuchsee sind zu Besuch in Killarney. zvg

Selber spielen sie lediglich in der Unihockeymeisterschaft der Turnvereine im Oberaargau und Emmental, dem Straub-Sport-Cup. Dennoch kämpfen zwei Mannschaften des Turnvereins Herzogenbuchsee an Ostern an einem internationalen Turnier in Irland um den Sieg. Wie das möglich ist? «Irland ist ein Unihockey-Entwicklungsland. Dort ist das eine totale Randsportart, lediglich im Süden gibt es einige Teams», erklärt Michael Wüthrich, der das internationale Turnier angestossen hat.

Eine irische Unihockeyliga ist im Aufbau. Davon hat Wüthrichs Bruder Wind bekommen. Und schon bald war die Idee gereift, man könnte die Iren doch für ein Turnier anfragen, zumal die Brüder schon öfters in Irland waren und sich für das Land begeistern. Marc Guggenbühler, ebenfalls Mitglied im TV Herzogenbuchsee, übernahm die Vermittlungsarbeit auf Englisch.

Schon bald kam die Zusage vom irischen Team «Killarney Vikings». «Extra für uns organisierten sie das Turnier», sagt Michael Wüthrich. Im Oktober konnte er die Unihockeyaner in Buchsi informieren. 18 von ihnen waren sofort Feuer und Flamme und reisten am Donnerstag ab nach Killarney. Das Turnier ist für den heutigen Samstag angesagt.

Plauschturnier oder harter Kampf?

Auf welchem Niveau die Iren spielen, weiss in der Schweiz niemand. «Ich habe keine Ahnung, ob wir das mithalten können», sagt Wüthrich. Sein Team der Tornados spielt im Straub-Cup in der zweiten Liga, die Mannschaft TVH 1 in der ersten. Wüthrich ist sich nicht sicher, ob die Iren aufgrund der wenigen Teams überhaupt Ligen haben. Er vermutet, dass diese mehr zum Plausch spielen. Neben zwei Teams aus Killarney nehmen am Turnier zwei aus Limerick sowie je eines aus Dublin und Tralee teil. Ursprünglich sollte auch ein Team aus Lettland antreten, doch diese haben ihre Teilnahme abgesagt.

Für die Schweizer Delegation war von Anfang an klar, das irisch-schweizerische Turnier soll mehr ein Freundschaftsspiel werden, bei dem der Austausch im Vordergrund steht. Deswegen war ursprünglich auch geplant, dass die Gäste aus der Schweiz bei den Einheimischen übernachten. Diese Idee musste aber im Verlauf der Planung fallen gelassen werden. Unter anderem wäre die Logistik zu kompliziert geworden, weil viele der Spieler ausserhalb des Stadtzentrums wohnen. «Stattdessen übernachten wir in einem Hostel im Zentrum und können so abends nach irischer Art im Pub verweilen.» Zudem weiteten die Unihockeyaner aus Herzogenbuchsee ihre Reise auf vier Tage aus und organisierten zwei Tagesausflüge in der Region um Killarney.

Ungewohnte Aufstellung

Als ob ein Unihockeyturnier im Ausland für die Spieler aus Buchsi nicht schon speziell genug wäre, spielen die Iren in einer ungewohnten Aufstellung. Statt drei Feldspieler und ein Goalie stehen jeweils vier Feldspieler plus Goalie auf dem Feld. Dafür ist auch das Spielfeld etwas grösser als das für die Schweizer gewohnte Unihockey-Kleinfeld. «Zur Vorbereitung haben wir schon vorgängig in geänderter Formation trainiert. Allerdings war unsere Turnhalle in Buchsi etwas zu klein dafür», sagt Wüthrich. So standen sich die Spieler mehr im Weg. Es bleibt ihnen also nur zu hoffen, dass sie sich am Turnier möglichst rasch an die Gegebenheiten gewöhnen.

Doch eigentlich ist egal, ob die Unihockeyaner aus Buchsi gewinnen oder verlieren. «Viel wichtiger ist die Teilnahme am ersten internationalen Turnier in Irland überhaupt», sagt Wüthrich. Und der Stolz, mitgeholfen zu haben, den Unihockeysport in Irland bekannter zu machen.

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