Ratgeber Gesundheit
Borreliose ist heilbar

Vor acht Jahren hatte ich (42) Borreliose. Damals schwoll das ganze Bein an. Mit Antibiotika wurde es besser. In letzter Zeit schwillt vor allem abends wieder der Knöchel an. Ist es möglich, dass da ein Zusammenhang besteht?

Merken
Drucken
Teilen
Ratgeber Gesundheit

Ratgeber Gesundheit

Gesundheit Aargau
Dr. Andrée Friedl Leitende Ärztin Infektologie, Kantonsspital Baden (KSB)

Dr. Andrée Friedl Leitende Ärztin Infektologie, Kantonsspital Baden (KSB)

Für mich stellt sich die Frage, ob es sich vor acht Jahren tatsächlich um eine Borreliose gehandelt hat. Das kann heute leider nicht mehr mit Sicherheit beantwortet werden. Für Sie wichtig zu wissen: In der Schweiz zeigen zirka zehn Prozent der Bevölkerung im Antikörpertest einen positiven Befund, ohne je an Borreliose erkrankt zu sein. Für eine genaue Diagnose braucht es die gute Übereinstimmung sämtlicher Symptome; sie müssen einem bestimmten Muster entsprechen. Ist dem nicht so, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass die Beschwerden nicht von einer Borreliose herrühren. Im frühen Stadium nach einem Zeckenstich tritt das sogenannte Erythema migrans auf, ein roter Fleck, der sich ausdehnt und häufig im Zentrum abblasst. Eine Schwellung des ganzen Beines ist zu diesem Zeitpunkt untypisch. In diesem frühen Stadium ist die Serologie (Antikörpertest) häufig noch negativ und somit nicht hilfreich. In einem späteren Stadium, ungefähr vier bis sechs Monate nach einem Zeckenbiss, kann es zur sogenannten Lyme-Arthritis kommen. Dabei handelt es sich um kurze Episoden von schmerzhaften Schwellungen in einem oder mehreren grossen Gelenken, verbunden mit einer Entzündungsreaktion. Eine rechtzeitig diagnostizierte und korrekt behandelte Borreliose ist grundsätzlich heilbar. Es ist möglich, dass es eine gewisse Zeit dauert, bis die Beschwerden verschwinden. Es ist jedoch höchst ungewöhnlich, dass die Beschwerden Jahre nach einer erfolgreichen Behandlung wieder auftreten. Sehr oft kommen andere Ursachen infrage. Bei Ihrem geschwollenen Knöchel könnte es sich grundsätzlich um eine Gelenkentzündung handeln. Kann dies verifiziert werden, z. B. mittels Ultraschall, dann rate ich zu einer Punktion der Gelenkflüssigkeit. Mit einem molekularbiologischen Test (Nachweis von Krankheitserreger DNA) kann direkt nach dem Bakterium gesucht werden. Der Test würde eine Infektion mit Borrelien beweisen. Aufgrund Ihrer Schilderung scheint es aber wahrscheinlicher, dass ein Problem der Venen oder der abfliessenden Lymphgefässe, z. B. nach einer Entzündung, vorliegt.