Feuerwehr-Fusion
Bleienbacher wollen in die Arme der Langenthaler Feuerwehr

Der Fusionsantrag der Feuerwehr Bleienbach ist in Bearbeitung. Im April soll eine Vorlage für den Stadtrat ausgearbeitet werden. Die Feuerwehr Bleienbach soll zu einem Bestandteil der Feuerwehr Langenthal werden.

Urs Byland
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Die Feuerwehr Bleienbach während einer Übung auf dem Schulgelände. archiv/Urs Lindt

Die Feuerwehr Bleienbach während einer Übung auf dem Schulgelände. archiv/Urs Lindt

Solothurner Zeitung

Vor über einem Jahr, am Freitag, 26. Februar 2010, hatte die Feuerwehr Bleienbach einen Grosseinsatz zu bewältigen. Im Oberdorf in Bleienbach brach in einem Bauernhaus ein Brand aus. Alleine hätte die kleine Feuerwehr diesen Brand noch weniger bewältigen können als mit der Feuerwehr Langenthal zusammen.

Aber trotz des Grosseinsatzes der beiden Feuerwehren mit etwa 80 Personen brannte das Gebäude vollständig nieder. Die Zusammenarbeit mit den Langenthalern beruht auf einem Vertrag, wonach im Brandfall die Langenthaler sofort mit 18 Mann und einem Tanklöschfahrzeug Hilfe leisten. «Dies war ursprünglich eine Forderung der Gebäudeversicherung. Wer eine eigene Feuerwehr wollte, musste ein Tanklöschfahrzeug haben. Das konnten wir mit einem Zusammenarbeitsvertrag mit Langenthal einkaufen», berichtet der Bleienbacher Gemeinde- und Gemeinderatspräsident Fritz Sollberger.

Einige Monate nach dem Brand traf bei der Feuerwehr Langenthal ein Fusionsantrag der Feuerwehr Bleienbach ein. «Die Gebäudeversicherung hat ihr System geändert und verlangt, dass eigenständige Feuerwehren eigene Tanklöschfahrzeuge plus andere neuere Mittel besitzen müssen.» Die Bleienbacher hätten viel Geld ausgeben müssen, um diese Forderung der Gebäudeversicherung zu erfüllen. «Das wäre für unsere kleine Gemeinde unvernünftig gewesen.»

Es war also nicht der Brandfall im Februar, der die Bleienbacher in die Fusion drängte. «Damals hat sich die Zusammenarbeit ja bestens bewährt. Und in der Praxis wird sich nicht viel ändern. Wir werden nach wie vor einen eigenen Löschzug haben, der bei einer allfälligen Fusion aber zur Langenthaler Feuerwehr gehört», sagt der Bleienbacher Gemeindepräsident. Einzig das Magazin in Bleienbach dürfte mit zusätzlichen Mitteln für den Ersteinsatz bestückt werden.

Ohne grosse Probleme einverleiben

Das Fusionsgesuch wurde am Schlussrapport von einem erfreuten Kommandanten der Langenthaler Feuerwehr bekannt gegeben. Weniger Freude zeigte dessen politischer Vorgesetzter, Gemeinderat Rolf Baer (FDP), der damals kommentierte: «Irgendwann wird eine kritische Grösse für den Kader erreicht. Eventuell müssen bei einer erfolgreichen Fusion die Führungsstrukturen überdenkt werden.» Das war im vergangenen November.

«Heute unterstützen wir diesen Fusionsantrag selbstverständlich», sagt Baer. «Im Moment können wir Bleienbach mit unseren Ressourcen noch ohne grosse Probleme aufnehmen.» Bereits diesen Monat wird eine weitere Sitzung mit den Bleienbachern stattfinden.

«Im April soll eine Vorlage für den Stadtrat ausgearbeitet werden», ergänzt Andreas Ryf, Vorsteher des Amtes für öffentliche Sicherheit. Ziel sei es, dem Gesuch der Bleienbacher zu entsprechen, so Ryf. «Die Feuerwehr Bleienbach wird zum Bestandteil der Feuerwehr Langenthal.»

Noch miliztauglich?

Dennoch dürfte bald eine Grenze erreicht sein, blickt Baer nach vorne. «Der Kader hat nicht unendliche Ressourcen, zumal mit der Integration der Feuerwehr Steckholz bereits
etwa 20 Mann aufgenommen wurden. Mit Bleienbach werden nochmals so viele Männer dazukommen.» Dann sei die Feuerwehr Langenthal beinahe doppelt so gross wie ursprünglich, was auch entsprechende Aufwendungen mit sich zieht. «Organisatorisch und materiell wird die Miliztauglichkeit infrage gestellt.»

Nachdem Langenthal auf dieses Jahr hin vom Kanton zum Sonderstützpunkt befördert wurde, haben die Aufgaben zugenommen. «Wir sind verantwortlich für die SBB-Linien in einem bestimmten Perimeter, wir sind verantwortlich für die Strassenrettung und die Chemiewehr. Natürlich bezahlt der Kanton auch für diese Leistungen.»

Vergleicht Baer seine Feuerwehr mit den anderen Sonderstützpunkten Thun, Bern und Biel, dann sei dort der Anteil der Berufsfeuerwehr viel grösser. Die Langenthaler Feuerwehr hat einzig im Magazin eine
Berufskraft.