Oetwil
Bis heute prägt ihn seine Zeit in Rom

Ernst Hartmeier diente als Schweizergardist. Es war eine ereignisreiche Zeit.

Margret Stöcklin
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Ernst Hartmeier mit seinen Enkelkindern Linda und Robin. mst

Ernst Hartmeier mit seinen Enkelkindern Linda und Robin. mst

Margret Stöcklin

Ernst Hartmeier wurde am 20. Mai 1941 in Bremgarten geboren, wo er die Schulen besuchte. Er stammt aus einer Grossfamilie mit sieben Kindern, vier Mädchen und drei Buben. Nach der obligatorischen Schulzeit half er einem Onkel in dessen Schlosserei, um seiner Familie finanziell ein wenig unter die Arme zu greifen. Danach machte er eine Ausbildung zum Bauspengler und betätigte sich als Teamleiter für die Montage von Blitzschutzanlagen.

1961 absolvierte Hartmeier seine Rekrutenschule als Wasserfahrer in Bremgarten und beendete die Armee-Karriere als Gefreiter im Tessin. «Nach dem Militärdienst war mein grösster Wunsch, in die Fremde zu gehen, um andere Menschen, Mentalitäten und Sprachen kennen zu lernen. Kurz entschlossen bewarb ich mich bei der Schweizergarde im Vatikan und erhielt auch bald ein Aufgebot», sagt er. Seine Eltern habe er erst orientiert, als er dieses in der Tasche hatte. «Sie sind aus alten Wolken gefallen, und trotzdem waren sie stolz, dass ihr ältester Sohn in der Schweizer Garde dienen würde».

Mit einer Nelke im Revers, als Erkennungszeichen, trafen sich sieben angehende Gardisten, Ende Februar 1962, auf dem Zürcher Hauptbahnhof für die Reise nach Rom. «Nach einer kurzen Rekrutenschule konnte ich schon Dienst im Palast machen. Nach einem Jahr wurde ich für sechs Monate in die Gardekantine versetzt. Für den Rest meiner Gardezeit trug ich dann die Verantwortung für die «Armerie», das Waffen- und Uniformlager», so Hartmeier.

Noch heute schwärmt er davon, dass er grosse Ereignisse miterleben durfte. «Etwa die Eröffnung des Konzils, unter Papst Johannes XXII, oder die Staatsempfänge für John F. Kennedy sowie weitere hochrangige, internationale Politikern. Meine Gardezeit hat mich geprägt. Und ich profitiere noch heute davon».

1968 lernte Hartmeier seine Vreni kennen und lieben. Bereits ein Jahr später läuteten die Hochzeitsglocken. 1972 beziehungsweise 1974 erblickten Sohn und Tochter das Licht der Welt, die ihren Eltern bisher vier Enkelkinder schenkten. 1972 war man nach Locarno umgezogen, wo Hartmeier eine Stelle als Servicetechniker gefunden hatte. Danach absolvierte der heute 74-Jährig, bei der Firma Mohwak Data Sciences, eine Umschulung zum Computertechniker und arbeitete 18 Jahre in dieser Firma.

Deren technische Abteilung wurde verschiedene Male an andere Besitzer verkauft. Schlussendlich landete Hartmeier beim Softwaredienstleiter Itris in Spreitenbach, was einen Umzug ins Limmattal notwendig machte. «Die Itris war für mich ein Glücksfall. Ich war dort bis zu meiner Pensionierung tätig. Nun wohnen wir schon 16 Jahre in Oetwil, einer sauberen und gut geführten Gemeinde, mit vielen Veranstaltungen», sagt er. Die Leute seien nett und man treffe auf gepflegte Wanderwege. «Oetwil ist meine zweite Heimat geworden und hier möchte ich bleiben. Mein Hobby ist die Pflege des Gartens von lieben Freunden. Ausserdem liebe ich es, mit meinen Enkeln zu spielen und spazieren zu gehen.»

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