Bezirksgericht
Bezirksparteien sind sich einig und wollen Tobias Walthert als neuen Richter

Der Zürcher Kantonsrat hat dem Bezirksgericht Dietikon eine zusätzliche Richter-Stelle bewilligt. Nun haben sich die politischen Parteien des Bezirks auf den Grünliberalen Tobias Walthert als Kandidaten geeinigt.

Sophie Rüesch
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Der Grünliberale Tobias Walthert aus Oberrieden soll das Richter-Team in Dietikon vergrössern. Alle Bezirksparteien empfehlen den erfahrenen Juristen.

Der Grünliberale Tobias Walthert aus Oberrieden soll das Richter-Team in Dietikon vergrössern. Alle Bezirksparteien empfehlen den erfahrenen Juristen.

Limmattaler Zeitung

Das Dietiker Bezirksgericht bekommt Verstärkung: Der Kantonsrat hat ihm Anfang Januar dieses Jahres eine zusätzliche 100-Prozent-Stelle zugesprochen. Auch die Gerichte in Affoltern, Bülach, Hinwil, Horgen, Meilen und Winterthur bekommen eine neue Vollzeit-Richterstelle, das Obergericht sogar drei. In Dietikon soll der Stellenetat nach der Änderung 650 Prozent, verteilt auf mindestens acht Richterinnen und Richter, umfassen. Heute sind es 550 Prozent.

Der Grund dafür ist, dass die Arbeitsbelastung an allen Zürcher Gerichten stetig steigt und viele nur noch dank dem dauernden Einsatz von Ersatzrichtern funktionieren können. Diese werden vom Obergericht bestimmt. Die Ersatzrichter kosten allerdings nicht weniger als ordentliche Richter. Da eine Aufstockung der Stellenprozente also keine Kostensteigerung zur Folge hat, dafür eine grössere demokratische Legitimation der Richter bedeutet, da ordentliche Richter vom Volk gewählt werden, hat der Kantonsrat dem Antrag des Obergerichts einstimmig zugestimmt.

38 Jahre alt und 10 Jahre Gerichtserfahrung

Die Interparteiliche Konferenz (IPK) des Bezirks Dietikon hat sich nun auf einen Kandidaten für die neue Stelle in Dietikon geeinigt. Sie hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, die Wahl von Tobias Walthert zu unterstützen, wie sie mitteilt. Der Grünliberale aus Oberrieden hat mit dem Lizenziat der Rechtswissenschaft abgeschlossen und verfügt laut IPK über zehn Jahre Berufserfahrung an verschiedenen Gerichten. So habe er unter anderem über vier Jahre am Zürcher Obergericht als Gerichtsschreiber und an diversen Gerichten als Ersatzrichter gedient. Seit 2012 ist er vollamtlicher Ersatzrichter am Bezirksgericht Affoltern, wo er Fälle aus allen juristischen Fachgebieten behandle. Walthert habe zudem eine «äusserst gewinnende und umsichtige Art im Umgang mit Menschen», schreibt die IPK. Und selbst fühle sich der 38-jährige Vater von drei Kindern für die herausfordernde Tätigkeit als Bezirksrichter berufen.

Andere Kandidaten müssten sich bis 10. Mai melden

Ob Walthert noch Konkurrenz bekommt oder ob er in stiller Wahl gewählt wird, ist noch unklar. Bis zum 10. Mai können sich Kandidaten melden. Laut Hansjörg Frei, Bezirksratspräsident ad interim, ist Walthert zurzeit noch der einzige Interessent. Kommt es zur Kampfwahl, ist der Urnengang auf den 24. September geplant.

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