Tourismus
Bern ist neu für die Vermarktung des Oberaargaus besorgt

Im Oktober wird Bern Gastkanton an der Olma sein. Dann werden nicht nur die beiden bekanntesten Tourismusregionen im Kanton, das Oberland und die Stadt Bern um das Interesse der Ostschweizer buhlen.

Johannes Reichen
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«Naturerlebnisse»: Der Oberaargau wird wie andere ländliche Regionen jetzt in Bern vermarktet. hanspeter bärtschi

«Naturerlebnisse»: Der Oberaargau wird wie andere ländliche Regionen jetzt in Bern vermarktet. hanspeter bärtschi

Solothurner Zeitung

Auch touristisch unbedeutendere Gebiete können sich an der Messe in St. Gallen präsentieren, der Oberaargau und das Emmental beispielsweise.

Sie profitieren davon, dass sie nun von Bern Tourismus vermarktet werden. Auch die Regionen Laupen und Gantrisch gehören nach der Auflösung von Schweizer Mittelland Tourismus per Ende 2010 zur Tourismusdestination Region Bern.

Nach einem Jahr der Vorbereitung gehe es jetzt um die Realisation, sagt Michael Kräuchi, der innerhalb von Bern Tourismus für die Regionen zuständig ist. Ende Januar etwa erscheint eine neue «Imagebroschüre», in der die Regionen vorgestellt werden. «Die touristische Angebotsgestaltung und die lokale Information bleibt aber in den Regionen», sagt Kräuchi. So wird die Website myoberaargau.com weiterhin aktiviert sein, die Regionen werden aber ab Sommer zusätzlich in die Homepage www.bern.com integriert.

«Im nächsten Jahr müssen wir dann parat sein», sagt Kräuchi. Er verspricht sich viel von der Zusammenführung. In erster Linie wird in den Regionen auf Ausflugs- und Tagestourismus gesetzt. «In zwanzig Minuten ist man von Bern aus im Emmental, in dreissig Minuten in Langenthal.» Das sei sehr attraktiv.

Bedingung gilt nicht mehr

Vor Jahresfrist hiess es noch, nur mit buchbaren Angeboten, also Übernachtungen, könne der Oberaargau von der Einbindung in Bern Tourismus profitieren. Diese Bedingung gilt nicht mehr. «Jetzt wird auch ein Tagesausflug vermarktet», sagt Uschi Tschannen, Tourismusverantwortliche der Organisation Region Oberaargau.

Sie findet das sinnvoll. «Wenn wir uns bei Bern Tourismus mit Tagestourismus positionieren können, dann ist das eine gute Basis», sagt Tschannen. Wenn die Tagestouristen auch noch übernachten – «umso besser». Der Angebotsmangel bei Hotelunterkünften in den Regionen sei aber ein Problem, sagt Kräuchi.

Beidseitig profitieren

Bern Tourismus ist auf sechs Märkten präsent, wichtig sind insbesondere der deutsche, amerikanische und der asiatische Markt. Von der «Marketingkraft» von Stadt und Umgebung sollen jetzt auch die Regionen profitieren können, und die Stadt umgekehrt von den ländlichen Gebieten. Für «Naturerlebnisse» können die Gäste ins Emmental, in den Oberaargau, nach Laupen oder in den Naturpark Gantrisch reisen. Das Angebot der Region Bern könne sich nicht nur auf die Highlights beschränken. «Die braucht es natürlich, aber attraktive, buchbare Angebote sind zwingend», sagt Kräuchi.

Wichtiger als ausländische Gäste im Oberaargau seien aber weiterhin die Schweizer Touristen, sagt Tschannen.

Gegen eine halbe Million Franken

Der Beitrag des Kantons für die zusätzliche Vermarktung der Region Bern beläuft sich auf 450 000 Franken. «Wir mussten viele Jahre dafür kämpfen, dass das Geld aus der Beherbergungsabgabe nicht einfach zu Bern Tourismus fliesst, sondern auch in die Regionen», sagt Tschannen. Jetzt sei klar festgelegt, wofür das Geld verwendet werde. «Die ganze Entwicklung ist sehr erfreulich.»