Fussball
Benaglio: «Dieser Event ist mit einer WM zu vergleichen»

Noch vor der Eröffnungszeremonie bestreitet die Schweizer ihre erste Olympia-Fussballpartie. Diego Benaglio ist Captain der Schweizer Fussballer in London. Der Torhüter spricht über das Olympia-Turnier.

Sven Schoch, Newcastle
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Schweizer Fussballer im Olympia-Training
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Schweizer Fussballer im Olympia-Training

Keystone

43 Länderspiele, eine Heim-EM, die WM in Südafrika und 130 Einsätze in der Bundesliga für den VfL Wolfsburg – Diego Benaglio hat eine immense internationale Erfahrung vorzuweisen. Olympische Spiele hingegen verfolgte er bis anhin nur als TV-Zuschauer. Seit ein paar Tagen ist alles anders. Am Donnerstag bestreitet die Schweiz ihre erste Partie gegen Gabun.

Es gab im Vorfeld der Spiele polemische Diskussionen und Absagen. Wird Olympia von der Schweizer Fussball-Szene unterschätzt?

Diego Benaglio: Das denke ich nicht. Ich glaube, dass jeder, der zum engeren Kreis der Kandidaten zählte, gerne mitgekommen wäre. Neben einer EM oder WM sind die Sommerspiele ein Top-Turnier. Es ist aber nun mal so, dass man in dieser speziellen Situation die Lage von Fall zu Fall beurteilen musste. Ich verstehe zum Beispiel die Haltung von Gladbach. Sie haben viel Geld in Granit Xhaka investiert und sind daran interessiert, ihn möglichst früh ins Team zu integrieren. Der Verband hat jeden Personalentscheid einzeln abgewogen und ganz bestimmt versucht, die bestmögliche Lösung für den Schweizer Fussball zu finden.

Sie haben vom Klub die Freigabe als Ü23-Spieler erhalten. Haben Sie damit gerechnet, weil Sie sich in Wolfsburg ja auch einen gewissen Status erarbeitet haben?

Es ist schwierig, das zu beurteilen. In meiner Situation war bestimmt ein Vorteil, dass ich schon sehr lange mit Felix Magath zusammenarbeite. Er kennt mich gut. Unter Umständen fiel es ihm deswegen ein bisschen einfacher, mich abzustellen. Ich bin ihm jedenfalls sehr dankbar, dass er mir ermöglicht hat, bei den Olympischen Spielen dabei zu sein. Für mich war andererseits von Beginn an klar, dass ich unbedingt dabei sein wollte.

Sie haben mit der Schweiz die Heim-EM bestritten und waren in Südafrika an der WM die Nummer 1, in der Bundesliga sind Sie seit bald fünf Jahren Stammgoalie. Wo ordnen Sie nun die Olympia-Teilnahme ein?

Der Anlass hier in Grossbritannien ist riesig. Viele Einzelsportler bereiten sich im Normalfall während vier Jahren auf dieses Ereignis vor. Als Kind habe ich die Olympischen Spiele ebenfalls aufmerksam verfolgt. Es ist ein Highlight, ganz klar. Dieser Event ist durchaus mit einer WM oder EM zu vergleichen. Die Ausstrahlung des Events ist global.»

Mitzumachen, genügt den SchweizerFussballern wohl kaum. Was trauen Sie dieser neu formierten Mannschaft zu?

Die Gruppe ist schwierig. Gabun ist Afrika-Meister, die Südkoreaner sind technisch begabt, wendig und schnell. Für Mexiko gilt ungefähr dasselbe. Dieses Team spielt einen physischen starken und gepflegten Fussball. Unser Team ist aber sicherlich gut genug, um eine Runde weiterzukommen. Wir werden alles daran setzen, einen guten Start hinzubekommen. Ich zweifle nicht daran, die Mannschaft hat in den vergangenen Tagen einen überaus positiven Eindruck hinterlassen und konzentriert gearbeitet. Man spürt, dass hier sehr viele hungrige Spieler versammelt sind, die ihr Potenzial umsetzen wollen. Für den Schweizer Fussball ist es eine Chance, sich auf einer riesigen Bühne zu präsentieren.

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