Modellrennsport
Beim Empfang den roten Teppich ausgerollt

Der Langenthaler Simon Kurzbuch erreicht an der Raceway-Weltmeisterschaft in den USA, der Königsklasse des Modellautorennsports, den 8. Platz. Sein Verein bietet ihm bei der Rückkehr einen triumphalen Empfang.

Hans Mathys
Drucken
Teilen

Solothurner Zeitung

Auf der Rennbahn des Modellrennsportclubs Langenthal (MRCL) im Hard warten 36 gut gelaunte Vereinsmitglieder. Sie warten auf den zwei Stunden zuvor in Kloten gelandeten Simon Kurzbuch. Sie wollen ihm einen unvergesslichen Empfang bereiten, denn: Der 19-Jährige hat mit seinem achten Platz an der Raceway-Weltmeisterschaft in Homestead (Florida, USA) in der Königsklasse für ein absolutes Highlight in der 35-jährigen Klubgeschichte gesorgt. Jetzt trifft der «Sonnyboy» ein – begleitet von seinem Vater Christian und dem 17-jährigen Bruder Pascal. Beide standen Simon in den USA als Fans und Mechaniker zur Seite. Der Klub rollt für den WM-Achten einen roten Teppich aus. Der Applaus ist herzlich. Alle wollen dem «Virtuosen mit der Fernsteuerung», der sein Modellrennauto mit viel Gefühl lenkt, gratulieren.

Gerbers Urschrei in der Nacht

Unter den Gratulanten ist auch Hans Gerber, der «Mister MRCL». Er war von der Gründung im Jahr 1976 bis 1996 Präsident. Hanspeter Gerber, der dem MRCL seither vorsteht, erzählt, wie er die WM via Internet verfolgt habe. Die Euphorie des früher ebenfalls erfolgreichen Fahrers ist grenzenlos: «In der Königsklasse Achter zu werden, ist schwieriger als ein Sechser im Lotto. Wahnsinn. Vor Freude über Simons Erfolg habe ich einen Urschrei ausgestossen, der wohl das ganze Quartier geweckt hat», so Hanspeter Gerber.

An den Festtischen erzählt der am 8. März 1992 geborene Simon Kurzbuch, wie er den dreiwöchigen Trip an die WM in Florida erlebt hat. Der Polymechaniker-Lehrling sagt, dieser achte Platz stelle seinen elften Rang an der Europameisterschaft in Italien in den Schatten. Er habe sich als Zweiter an der Schweizer Meisterschaft für die WM qualifiziert. Mit dem St. Galler Marco Müller habe ein weiterer Schweizer im Feld von 149 Fahrern und einer Fahrerin aus Deutschland um den WM-Titel gekämpft.

Final wegen Regen abgebrochen

Fasziniert lauschen die Fans den Worten Kurzbuchs, als er schildert, wie ihm sein Vater im Halbfinal im Lärm der Motoren zugeschrien habe, er müsse – an fünfter Stelle liegend – das vor ihm fahrende Auto überholen. «Zwei Runde vor Schluss gelang es mir», so Kurzbuch. Er war damit im Final der zehn Besten – das Ziel Halbfinal war übertroffen. Im Final lief das Auto des Langenthalers nicht mehr optimal. «Das Lager war defekt», begründet er das zweimalige Motorabstellen «bei brutalen 35 Grad Hitze». Der dann einsetzende Regen führte zum Rennabbruch und verunmöglichte ihm den realistisch erscheinenden Vorstoss unter die besten sechs Fahrer. Weltmeister wurde der Deutsche Robert Pietsch.

Beim Empfang in Langenthal feiert ein jeweiliger Konkurrent Kurzbuchs im Kampf um den Titel des Schweizer Meisters mit: Mattia Pesenti. «Privat sind wir gute Kollegen», sagt der WM-Achte. Nächstes Wochenende werden sich der Tessiner und der Berner im Waadtland duellieren, denn in Aigle findet der erste Lauf im Rahmen der Schweizer Meisterschaft statt. Beide wollen sich für die Europameisterschaft in Luxemburg qualifizieren. Ob in Aigle, Luxemburg oder anderswo: Simon Kurzbuch kann sich erneut auf seine beiden treuen Betreuer verlassen, die so richtig auf den Geschmack gekommen sind. Für Vater Christian war der achte WM-Rang «auch ein Erfolg unseres Teamworks», für Bruder Pascal schlicht ein «super Erlebnis».

Aktuelle Nachrichten