Limmattal
Bei «The Dance» tricksten Künstler die Schwerkraft aus

Der Urban-Dance-Künstler aus der Fahrweid, Jathee Ramanathan, ist vor über 9000 Leuten aufgetreten.

Von Ivona Brdjanovic
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Eindrücke vom «The Dance»
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Zur Verfügung gestellt

Es ist kein Tanzanlass, in der die Jury gockelhaft und stillschweigend hinter einem langen Pult sitzt und ihre Noten in die Luft hebt. Bei «The Dance» entscheidet stattdessen direkt das Publikum – dieses Jahr zum ersten Mal im Zürcher Hallenstadion. Gleichwohl ist «The Dance» ein Limmattaler Anlass, hat seinen Hauptsitz in Schlieren. Unter den Tanzgrössen aus dem In- und Ausland, die gegeneinander antreten, ist denn auch ein Limmattaler, der 19-jährige Jathee Ramanathan aus der Fahrweid.

Der Urban Dance, der seine Ursprünge in den Ghettos von New York hat, ist auf den Bühnen dieser Welt angekommen. Anfänglich waren die Tänze eine Darstellung der Spannungen zwischen den städtischen Strassenbanden. Die Idee: Sich mit Tanz, statt mit Fäusten bekämpfen.

Der erste Tanzwettbewerb findet zwischen zwei Tanzgruppen statt. Die jungen Frauen und Männer durften sich bewerben, wurden von zwei Jurymitgliedern zusammengewürfelt und auf den heutigen Auftritt als Vorgruppe vorbereitet. Acht gegen acht, Team Rot gegen Team Weiss. Einer dieser Nachwuchstalente ist der neunzehnjährige Fahrweider Jathee Ramanathan, er tanzt im roten Team. Das Gewinnerteam darf im Video von Seven tanzen. Publikumsapplaus entscheidet über die Siegerinnen und Sieger.

Das Publikum ist durchmischt, alle Altersgruppen, von Anzügen bis hin zu Tattoos, vom gebügelten Hemd bis hin zur zerrissenen Jeans, findet sich alles. Obwohl alle sitzen, entspricht die Stimmung nicht einer Sitzveranstaltung. Man hört Schreie, Pfiffe, begeistertes Zurufen. Und wer eher zurückhaltend ist, bei dem wippt mindestens die Schulter im Takt der Musik mit. Man kennt diese Tänze vielleicht aus dem Fernsehen, aus Musikvideos oder von Konzertaufnahmen, doch live scheint es noch unfassbarer. Die Regeln der Schwerkraft scheinen auszusetzen auf dieser Bühne. Immer wieder hört man einen ungläbigen Schrei aus der einen oder anderen Ecke der Zuschauer. Am Ende der Tanzeinlagen wird das Publikum zum Jubeln animiert. Die Sieger stehen eindeutig fest, es ist das Team Weiss.

«Das höchste der Gefühle»

Jathee Ramanathan ist gut gelaunt, wirkt gelassen und ruhig. Erst als er hinter der Bühne stand, unmittelbar vor dem Auftritt, hätte er die Nervosität gespürt. Diese Nervosität sei jedoch, als die Musik auf der Bühne losging, plötzlich abgesackt. Das Verlieren macht ihm nichts aus. Das höchste der Gefühle war es vor allem, dass er vor 9000 Leuten tanzen durfte. Allgemein sei das gemeinsame Tanzen mit seiner Gruppe auf der Bühne für ihn die grösste Freude gewesen, ein Moment des Loslassens und Geniessens. Sie seien zu einer kleinen Familie zusammengewachsen, es haben sich Freundschaften aus diesen Vorbereitungswochen gebildet. Jetzt freut er sich vor allem auf das Tanzduo «The Twins», die zum Rahmenprogramm dieses Abends gehören. Für die Zukunft wünscht er sich, dass er bei anderen Projekten mitwirken kann, schön wäre es, wenn die ganze Gruppe dabei sein könnte.

Aber zunächst stehen die Vorbereitungen zum Musikvideo von Seven im Vordergrund, bei dem sie erfreulicherweise auch mitwirken dürfen, obwohl sie nicht gewonnen haben. Seine Favoriten für den heutigen Abend sind «R3D Zone» und «Morning of Owl» aus Südkorea.
Und dann beginnt das Hauptprogramm. Über die Sieger des Hauptprogramms entscheidet eine prominente Jury. Einerseits bestehend aus Russel Simmons, dem Unternehmer und Mitbegründer des Hip-Hop-Labels Def Jam, Carmen Geiss, Angela Martini und andererseits aus international erfolgreichen Tänzern wie Betty, Burim und Salah. Die Stimmen der Tänzer zählen doppelt. Zwölf Tanzgruppen aus allen Ecken und Enden der Welt bekämpfen sich mit ihren Tanzeinlagen.

Es geht jedoch nicht nicht nur um den Tanz selbst, es geht auch um die Kostüme, um eine Performance, um ein stummes Schauspiel bestehend aus Mimik und Gestik, um eine fremde Welt, in die man eintauchen darf. So sieht man bei den Amerikanern eine eher düstere und fast schon ballettartige Darbietung, in der es vor allem um Beweglichkeit geht und die sich auf dem Boden abspielt, während die Franzosen eher freudig ihre unglaubliche Sprungkraft präsentieren. Auch kulturelle Unterschiede machen die Spannung aus, die Südkoreaner begeistern mit ihren Bewegungen, einer Mischung aus Kampfsport und modernem Hip-Hop-Tanz und Breakdance. Ebenso unterscheidet sich die Musik, die Europäer setzen vor allem auf Rap und Hip Hop. Bei den asiatischen Tanzteams hört man futuristische Klänge. Teilweise kommt man sich vor wie im Film Matrix, wo die physikalischen Gesetze nicht gelten, manche scheinen tatsächlich zu fliegen oder sich irgendwie länger in der Luft aufzuhalten, als es tatsächlich möglich ist. Tatsächlich holen sich «The Morning of Owl» den ersten Platz.

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