Regierungsrat Basel
Baschi Dürr und Guy Morin schenken sich im Streitgespräch nichts

Baschi Dürr und Guy Morin sind bekannte Figuren in der Basler Politszene. Beide kandidieren für den Regierungsrat, der am 28. Oktober gewählt wird. Politisch haben sie das Heu nicht auf der gleichen Bühne, was im Interview mit der bz deutlich wird.

Hans-Martin Jermann
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Die beiden Regierungsratskandidaten Baschi Dürr (FDP, links) und Guy Morin (Grüne) treffen sich zum Streitgespräch.

Die beiden Regierungsratskandidaten Baschi Dürr (FDP, links) und Guy Morin (Grüne) treffen sich zum Streitgespräch.

Martin Töngi

Im gemeinsamen Interview mit der bz schenken sich die beiden Regierungsratskandidaten Baschi Dürr (FDP) und Guy Morin (Grüne) nichts. Bei der Diskussion zur Privatisierung oder Verstaatlichung von Kulturbetrieben fahren sich die Kontrahenten gegenseitig ins Wort.

Guy Morin: Durch den Kauf einer zuvor privaten Kunstsammlung, konnte sie für die Bevölkerung erst zugänglich gemacht werden.

Dürr: Ich habe nirgends die Privatisierung der Museen gefordert. Aber man könnte sich neue Modelle überlegen. Ich plädiere für mehr Freiheit beim Betrieb und mehr Freiheit in der Kunst.

Morin: Es besteht überhaupt kein Anlass für eine Auslagerung. Diese würde auch nichts verbessern, wie Herr Dürr behauptet. Sollte Herr Dürr oder jemand anderes eine noch weiter führende Privatisierung der Museen anstreben, würde ich mich mit aller Vehemenz dagegen wehren.

Das Thema Theater Basel liess die Köpfe der Beiden erst recht rot werden.

Dürr: Regierung und Grosser Rat haben einen Fehler gemacht: Vor der Baselbieter Abstimmung beteuerte man, die Stadt werde bei einem allfälligen Nein des Baselbiets nicht in die Bresche springen. Und was macht der Stadtkanton nach dem knappen Nein aus dem Baselbiet? Er bezahlt trotzdem.

Morin: Was hätten Sie denn gemacht, Herr Dürr? Hätten Sie die Oper gestrichen oder das Ballett?

Dürr: Sie haben sich versteift auf die Aussage, dass das Theater mit dem Basler Beitrag vor dem Konkurs gerettet wurde. Das ist schlicht falsch.

Morin: Unsinn. Ohne Kompensation wäre das Theater innert einer Spielzeit zahlungsunfähig geworden.

Dürr findet zu Sinn und Unsinn des vor vier Jahren neu geschaffenen Präsidialdepartement (PD), dam Morin vorsteht, scharfe Worte.

Dürr: Ich sehe mehr inhaltliche als strukturellen Probleme im PD: Da gab es letzten Frühling diese Wagenburg: Wildcamper stellen mitten in einem Naturschutzgebiet in der Erlenmatt ihre drei Wohnwagen auf. Und was tut das PD? Es beruft eine Arbeitsgruppe ein.

Morin: Unsinn. Wir haben richtig reagiert. Hätten Sie eine Eskalation des Konflikts in Kauf genommen? Deeskalation kann auch eine Aufgabe des Staates sein. In der Kantons- und Stadtentwicklung haben wir im Übrigen für Zwischennutzungen eine Anlaufstelle geschaffen.

Dürr: Und wie viel Manpower hat das PD in die Lösung dieses Konflikts gesteckt?

Morin: Weniger als zwei Personentage.

Dürr: Diese Effizienz ist beeindruckend...

Lesen Sie den ersten Teil des Interviews in der bz von morgen. Der zweite Teil folgt in der Montagsausgabe.