Ferienpass
Bald ist in der Region wieder Ferienpass-Zeit

Diesen Sommer gibt es ein riesiges Angebot – möglich ist dies vor allem dank ehrenamtlich tätigen Frauen. Gut möglich, dass einige Kinder deswegen diesen Sommer lieber nicht in die Ferien fahren möchten.

Lucien Fluri
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Sport, Spass oder Basteln wie hier beim Bau eines Bienenhauses: Von Wiedlisbach bis Koppigen gibt es Tausende Kurse. Archiv/Hanspeter BÄrtschi

Sport, Spass oder Basteln wie hier beim Bau eines Bienenhauses: Von Wiedlisbach bis Koppigen gibt es Tausende Kurse. Archiv/Hanspeter BÄrtschi

Denn ob Kamelreiten, Feuerlauf, Fliegen oder der Seilparkbesuch auf dem Balmberg: Zu Hause gibt es unzählige Ferienpasskurse. Möglich sind sie nur dank viel ehrenamtlichem Engagement.

Gespannt warten die Schülerinnen und Schüler in Koppigen und Umgebung: Sie erhalten dieser Tage ihr Ferienpass-Büchlein. 33 unterschiedliche Kurse finden sie dort. «Was mit Tieren zu tun hat, ist erfahrungsgemäss sehr beliebt», sagt Daniel Steiner-Behrens vom Organisationskomitee. Seit Jahren besonders begehrt sind laut Steiner etwa der Besuch der Blindenhundeführerschule Allschwil Danach hat das 12-köpfige Team der Elternmitwirkung einiges zu tun: Es muss die Kinder auf die Kurse verteilen. «Bei 200 Kindern ist das nicht ganz einfach», so Steiner. Das Team arbeitet ehrenamtlich. Für die Kurse ist es auf Sponsoren angewiesen. So bleibt der Beitrag für die Kinder tief: 20 Franken bezahlt jedes Kind bei der Anmeldung und kann dafür maximal vier Kurse besuchen.

Langenthal: «Es läuft sehr gut»

Wer den Langenthaler Ferienpass besuchen will, muss sich beeilen. Am 24. Juni läuft die Anmeldefrist ab – und auf der Internetseite schwindet die Anzahl freier Plätze. «Es läuft sehr gut. Einige Kurse sind schon ausgebucht», sagt Koordinatorin Fränzi Zaugg. Doch wer sich schnell entscheidet, für den bleibt noch immer ein grosses Angebot – vom Feuerlaufen bis zum Besuch beim Falkner.

48 unterschiedliche Kurse bietet der Langenthaler Ferienpass zwischen dem 23. Juli und dem 12. August an – 17 weniger als letztes Jahr. «Es ist schwierig, neue Leute zu finden, die einen Kurs ehrenamtlich anbieten», sagt Zaugg. «Denn wir können nichts bezahlen.» Für 2012 haben die Organisatoren – neben Zaugg helfen Katrin Meyer und Karin Röthlisberger ehrenamtlich mit – nun erstmals einen Beitrag der Stadt erhalten, mit dem sie einen Teil der Kosten für Homepage und Material bestreiten. Teilnehmen dürfen in Langenthal Kinder zwischen 7 und 16 Jahren aus der Stadt selbst und aus der Umgebung. 30 Franken kostet die Einschreibegebühr und gilt für bis zu fünf Kurse.

Aarwangen: «Basar» am Mittwoch

Auch in Aarwangen lebt der Ferienpass vom freiwilligen Engagement. Bereits zum 19. Mal organisiert der Gemeinnützige Frauenverein vom 6. bis zum 10. August den Ferienpass für die Gemeinden Aarwangen, Bannwil und Schwarzhäusern.

Ob Rettungsschwimmen, Schwingen, Glasschmelzen oder Rodeln: Über 50 Kurse gibt es. «Wir haben sehr viele Vereine, die mitmachen», sagt Koordinatorin Margot Jenzer. «Für diese ist der Ferienpass auch Nachwuchswerbung.» 15 Franken kostet die Teilnahme. Mitmachen können 4.- bis 9.-Klässler aus den Gemeinden Aarwangen, Bannwil und Schwarzhäusern. In Aarwangen ist das Anmeldeverfahren ganz klassisch: Die Einschreibung ist nur morgen Mittwochnachmittag möglich. Eine Internetanmeldung sei zwar geprüft worden. Diese wäre jedoch teuer und, so Jenzer: «Wir schätzen den Kontakt zu den Kindern und können bei Fragen helfen.»

Buchsi, Wangen, Wiedlisbach

Bereits abgelaufen ist die Anmeldefrist in Herzogenbuchsee. 560 Schüler haben sich registriert, 1275 Kursplätze sind für die zweite Augustwoche gebucht worden. «Reitkurse und Anlässe beim Coiffeur sind sehr gefragt», sagt Koordinatorin Sibylle Wagner vom siebenköpfigen Ferienpass-OK des Frauenvereins. 15 Kurse mussten zwar wegen Teilnehmermangels abgesagt werden. Doch mit insgesamt 133 Angeboten stellen die freiwilligen Helferinnen in Buchsi noch immer ein riesiges Angebot. Auch in Wangen organisiert ein siebenköpfiges Team des Frauenvereins den Ferienpass. 123 Pässe sind laut Isabelle Känzig bis Anmeldeschluss verkauft worden. 57 Kurse gibt es. Ebenso viel Frauenpower steckt auch hinter dem Ferienpass Wiedlisbach. Zwölf Frauen haben sich für die Organisation im Ferienpass-Team zusammengefunden. Bis zum Anmeldeschluss am 13. Juni haben sich knapp hundert Kinder für die 45 Kurse angemeldet, wie Doris Rohn vom Ferienpass-Team erklärt.

Bätterkinden: Kamelreiten

In Bätterkinden organisiert die Kulturkommission den Ferienpass für Bätterkinden, Utzenstorf, Büren zum Hof, Wiler und Zielebach. Es ist der längste Ferienpass in der Region: Vom 14. Juli bis zum 11. August dauert er. 90 Kursmodule gibt es, die Anmeldefrist ist bereits abgelaufen. «Ein ganz spezieller Kurs ist das Kamelreiten», sagt Johanna Tanner von der Kulturkommission Bätterkinden. Besonders beliebt sei auch dieses Jahr der Kurs bei der Feuerwehr. Zwar erhalten die vier Mitglieder der Bätterkinder Kulturkommission eine Entschädigung. Für den Ferienpass braucht es trotzdem viel Goodwill, etwa von den Kursleitern. «Es ist ein grosser Aufwand. Aber die Freude der Kinder motiviert», sagt Tanner – und fügt mit Blick auf das grosse Angebot hinzu: «I wett i wär ou no Ching.»

Langenthal: Anmeldung noch bis zum 24. Juni unter www.ferienpass-langen-thal.ch oder jeweils ab 18 Uhr abends unter 079 772 97 77.

Aarwangen: Einschreiben für Schüler aus Aarwangen, Bannwil und Schwarzhäusern: Morgen Mittwoch, 20. Juni, in der Aula der Schulanlage. 14-14.15 Uhr: 8./9. Klasse; 14.15-14.45: 6./7. Klasse; 14.45-15.15: 4./5. Klasse.

Koppigen: Für Kinder des Schulkreises Region Koppigen: Einbezahlen und Talon vorbeibringen bis zum 27. Juni 2012 bei der Raiffeisenbank Koppigen.