Üetliberg-Station
Ausnahmebewilligung: Die ehemalige Üetliberg-Station darf umgebaut werden

Giusep Fry, der Besitzer des Hotels Uto Kulm, darf die frühere Endstation der Üetlibergbahn umbauen. Zwei Jahre lang verhandelte er mit der kantonalen Baudirektion, bis sie ihm jetzt eine Ausnahmebewilligung erteilte.

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Das Modell der geplanten Üetliberg-Endstation ohne Giebel-, dafür mit Flachdach.

Das Modell der geplanten Üetliberg-Endstation ohne Giebel-, dafür mit Flachdach.

Zur Verfügung gestellt

Ursprünglich wollte Giusep Fry, der Besitzer des Hotels Uto Kulm, das Gebäude der Üetlibergbahn nicht nur sanieren, sondern auch erweitern. Der Kanton machte aber früh klar, dass ein Erweiterungsbau nicht zu bewilligen wäre. Es blieb also nur die Möglichkeit, das bestehende Gebäude der Endstation zu sanieren und allenfalls nur in kleinem Umfang zu erweitern.

Das Problem war, dass die Endstation in der Landwirtschaftszone und nicht in der Bauzone steht. Sie könnte nach heute geltenden vorschriften an dieser Stelle gar nicht mehr errichtet werden. Als Fry, der die Liegenschaft nach dem Umbau von der Sihltal-Zürich-Üetlibergbahn (SZU) übernehmen möchte, 2009 Sanierungspläne für die Endstation vorlegte, stiessen diese auf Widerstand.

Im März 2010 schrieb die Baudirektion, dass sie das Projekt in der vorliegenden Form nicht bewilligen könne, wie die «NZZ» berichtet. Es fanden darauf «diverse Gespräche» statt, die zur Überarbeitung des Projekts führten - und schliesslich zur jetzt erteilten Ausnahmebewilligung.

Ausnahmebewilligung erteilt

Die Bewilligung kam nur zustande, weil das Raumplanungsgesetz für Bauten, die vor Erlass der entsprechenden Gesetze erstellt wurden, eine Sonderregelung vorsieht. Solche Gebäude darf man teilweise ändern, massvoll erweitern oder wiederaufbauen, auch wenn sie sich nicht in der Bauzone befinden.

Änderungen am Gebäude selbst sind aber nur dann möglich, wenn die Identität des Baus in den wesentlichen Zügen nicht verändert wird. Gestalterische Verbesserungen sind allerdings erlaubt.

Der grösste Unterschied zwischen dem heutigen Zustand und dem geplanten Neubau nach Frys Projekt ist das Flachdach, das künftig die verschiedenen Bauteile verbinden soll. Das führt zwar zu einer «veränderten Identität», für die Baudirektion ist allerdings entscheidend, dass sich die Gestaltung gegenüber dem heutigen Zustand verbessert.

Heute besteht die Anlage aus einem Konglomerat verschiedener Gebäudeteile aus unterschiedlichen Bau- und Renovationsphasen.

Keine weiteren Erweiterungen mehr möglich

Zu Diskussionen hatte, gemäss «NZZ», auch der vorgesehene Flächenbedarf geführt. Die Baudirektion hatte als Obergrenze für die erlaubte «massvolle Erweiterung» 100 Quadratmeter festgelegt. Mit 98 Quadratmetern wird diese im vorliegenden Bauplan nun ziemlich exakt erreicht.

Das «bewilligungsfähige Mass betreffend die massgebenden Nutzflächen» ist nun vollständig ausgeschöpft. Deshalb muss der Bauherr vor Beginn der Bauarbeiten im Grundbuch eintragen lassen, dass Erweiterungen der Nutzflächen in Zukunft nicht mehr möglich sind.

Bis es zur Bewilligung kam, mussten diverse Abklärungen gemacht werden: Zunächst musste sichergestellt werden, dass der Forstdienst durch den Bau nicht beeinträchtigt wird. Ausserdem stellte sich den kantonalen Bewilligungsinstanzen auch die Frage, ob der Umbau zusätzliche Schäden für die Pflanzenwelt, den Landschaftsschutz und die archäologischen Fundstätten mit sich bringen könnte. (fni)

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