Volksschule
Ausländerförderung an Zürcher Schulen bringt so gut wie nichts

Im Kanton Zürich werden 95 Schulen speziell gefördert, weil sie einen Fremdsprachigen- oder Ausländeranteil von mindestens 40 Prozent haben. Eine Auswertung des Bildungsrates zeigt nun, dass das Programm nicht so viel bringt wie erhofft.

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Quims-Programm bringt nicht so viel wie erhofft.

Quims-Programm bringt nicht so viel wie erhofft.

bz Basellandschaftliche Zeitung

Quims ist die Abkürzung für «Qualität in multikulturellen Schulen» und steht für ein Programm, das gemäss Martin Wendelspiess, Chef des Volksschulamtes, eine sehr hohe Akzeptanz bei Lehrern und Eltern geniesst.

Das Programm wurde 2005 beschlossen und ab 2008 schrittweise im ganzen Kanton eingeführt. Es ermöglicht den Schulen zusätzliche Angebote, die das Leistungsniveau - insbesondere im Fach Deutsch - heben und die Integration fördern sollen.

3,5 Millionen Franken pro Jahr

Jedes der 95 Quims-Schulhäuser erhält vom Kanton dafür 40'000 Franken pro Jahr, was Gesamtkosten von 3,5 Millionen Franken ergibt. Zum ersten Mal seit der Einführung hat der Kanton nun analysiert, ob das Programm seinen Zweck erfüllt.

Das Resultat ist durchzogen. Wie der Bildungsrat am Mittwoch mitteilte, fördert das Programm zwar die Lernqualität, insbesondere beim Lesen. Es beeinflusse auch das Schulklima positiv und motiviere Eltern und Schüler, sich stärker zu beteiligen.

Keine Unterschiede zwischen Quims-Schulen und Nicht-Quims-Schulen

Auf der anderen Seite konnten aber keine statistisch klaren Unterschiede in den Leistungen festgestellt werden. Wie in Vor-Quims-Zeiten auch treten Schülerinnen und Schüler aus solchen Schulhäusern seltener in die Sekundarschule A oder ins Gymnasium über als Kinder aus Schulen mit weniger Fremdsprachigen.

Die Leistungen in diesen Schulen liegen nach wie vor unter dem kantonalen Schnitt. Immerhin konnte aber der Anteil der Quims- Schüler, die nach der Schule eine Lehre machen, leicht gesteigert werden.

«Haben uns mehr erhofft»

«Wir haben uns mehr erhofft», räumte Wendelspiess auf Anfrage der sda ein. Bei der Lesefähigkeit spüre man zwar Auswirkungen, diese seien aber leider nicht sehr gross. Trotzdem glaubt der Chef des Volksschulamtes an das Konzept. Man wolle das Programm deshalb weiterentwickeln und nicht mehr nur die Leseleistung speziell fördern, sondern auch das Schriftliche. Dieses sei für Aufnahmeprüfungen besonders wichtig.

Mit mehr Geld mehr erreichen

Zudem sollen die Quims-Schulen die Zusammenarbeit mit «weniger bildungsgewohnten» und anderssprachigen Eltern verstärken, wie der Bildungsrat schreibt. Gemäss Auswertungsbericht reichen zudem die ein bis zwei Tage Weiterbildung pro Jahr für die so genannten «Quims- Beauftragten» nicht aus, um das Programm professionell an den Schulen zu verankern. «Quims-Beauftragte» können Lehrpersonen mit entsprechender Ausbildung werden.

Wendelspiess hätte für das Quims-Programm gerne auch etwas mehr finanzielle Mittel. 40'000 Franken pro Schulhaus und Jahr sei nicht sehr viel, sagte er. Mit mehr Geld könne man sicher auch mehr erreichen.

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