Vernissage
Aus Laternen werden Sternschnuppen: Franziska Schädel fängt Lichtspuren ein

Franziska Schädel zeigt in Dietikon ihre «bewegte» Sicht der Dinge aus Berlin.

Daniel Diriwächter
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Franziska Schädel mit zwei ihrer «Lichtspuren» im Kunstraum Mühlehalde.

Franziska Schädel mit zwei ihrer «Lichtspuren» im Kunstraum Mühlehalde.

Daniel Didiwächter

Die grellen Lichter einer Grosstadt verführen gerne. So auch Franziska Schädel aus Dietikon. Die Fotografin, die bis vor einem Jahr noch als Juristin arbeitete, zog es deshalb nach Berlin, um neue «Lichtspuren» zu entdecken. Schädel wollte aber nicht bloss Lichtquellen fotografieren, sondern dem oftmals starren Glanz Leben einhauchen. Sie tat dies, indem sie ihre Sujets bis zu vier Sekunden belichtete und die Kamera dabei bewegte. So wurden aus einer Weihnachtskugel ein gleitender Mond oder Laternen zu Sternschnuppen. Diese abstrakten Fotografien sind ab heute im Dietiker Kunstraum Mühlehalde zu entdecken.

Impressionen aus dem Kunstraum Mühlehalde
5 Bilder
Impressionen aus dem Kunstraum Mühlehalde
Impressionen aus dem Kunstraum Mühlehalde
Impressionen aus dem Kunstraum Mühlehalde
Impressionen aus dem Kunstraum Mühlehalde

Impressionen aus dem Kunstraum Mühlehalde

Daniel Diriwächter

Leuchtendes Wasser

Aber es sind nicht nur Bilder aus der deutschen Hauptstadt zu sehen: Als Kontrast wählte Schädel Aufnahmen aus dem Val Osura, ein ruhiges Seitental des Val Verzasca, das sie im letzten Sommer besuchte. Auch dort hielt sie die Augen offen und die Linse bereit.
Ihr Fokus: das Wasser. «Es ist immer in Bewegung und bietet tolle Impressionen», so Schädel über das Motiv. So entstanden Bilder, welche die Kraft sowie das Leuchten des Wassers eingefangen haben. Stellenweise wirken die Fotos wie kleine Gemälde: detailliert und doch etwas der Realität entrückt.

Die Welt in Bildern

Für Schädel ist es erst die zweite Ausstellung, aber ihre Liebe zur Fotografie begann bereits in jungen Jahren. Damals entwickelte sie ihre Filme noch selber. Auch wenn mit der Zeit grafische Sujets ihre Stärke wurden und sie auf die digitale Fotografie umstellte, so ist ihre Palette an Bildern und Arbeiten breit: Landschaftsbilder, Blumen oder Menschen sowie Reportagen gehören in ihr Repertoire.

Schädel findet ihre Inspiration auch auf vielen Fotoreisen, die sie bis nach Island oder Namibia bringen. «Karge Landschaften imponieren mir besonders», so die Fotografin. Vorerst aber führt sie interessierte Besucher auf ihre «Lichtspuren» nach Berlin und ins Tessin. Ihre Fotografien können an der Ausstellung auch erworben werden.

Franziska Schädel Lichtspuren
Kunstraum Mühlehalde, Dietikon
Vernissage: Heute, 17 Uhr
Geöffnet bis 21 Uhr
Samstag und Sonntag: 10 bis 16 Uhr

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