Langenthal
Art Slam – eine Kunstausstellung für jedermann

Bereits zum zweiten Mal organisierte das «Chrämerhuus» einen freien Kunstwettbewerb in Slam-Manier. Kunstschaffende jeden Alters konnten ihre Arbeiten einem öffentlichen Publikum präsentieren. Teilgenommen haben insgesamt 16 Künstler, die jeweils zwei Arbeiten ausstellen durften.

Brigitte Meier
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Die Jury: Laura Breitschmid, Michael Blume und Marcelle Ernst. bma

Die Jury: Laura Breitschmid, Michael Blume und Marcelle Ernst. bma

Am Nachmittag wurden die Werke in zwei separaten Verfahren von Besuchern und einer Fachjury begutachtet und bewertet. Den Gewinnern winkt die Gestaltung einer gemeinsamen Ausstellung in der Galleria Studio 44 in Genua, Italien. Im gleichen Haus arbeitet der Schweizer Künstler Schang Hutter. Geführt wird die Galerie von Michael Blume. Der österreichische Konzeptkünstler wohnt in Niederbipp und hat diese freien Kunstwettbewerbe in Europa eingeführt.

«In dieser neuen Form bieten wir den Kunstschaffenden, vom Sonntagsmaler bis zum professionellen Künstler eine öffentliche Plattform, ihre Kunstwerke auszustellen. Um noch mehr Teilnehmer anzusprechen, müssen wir uns mit Schulen und Kunstakademien vernetzen», erläutert Michael Blume. Ein wichtiger Aspekt dieser Art Slam sei, dass Menschen die Möglichkeit haben sich zu treffen, Ideen entwickeln und ein kultureller Austausch mit dem Publikum und den Fachleuten entsteht.

Fach- und Publikumsjury

Mit Laura Breitschmid vom Raum für Kunst, Luzern, wurde bewusst auch eine Jurorin ausserhalb der Region einbezogen. Neben Michael Blume gehört auch Marcelle Ernst der Jury an. «Bei der Bewertung achte ich in erster Linie darauf, ob mich ein Werk berührt, auf seine Aussagekraft, Spannung und die Art wie die Idee umgesetzt wurde», erklärt die Langenthaler Künstlerin.

Erstaunlich ist die Altersdurchmischung der 16 Teilnehmenden. Eine Dame mit Jahrgang 1936 ist die älteste Ausstellerin, während die Jüngste 22-jährig ist. Begeistert von der Idee zeigte sich Annemarie Egger und hat sich spontan entschlossen mitzumachen: «Eine Ausstellung ohne Ausschreibung und Voranmeldung ist total unkompliziert. Als ich um halb neun Uhr mit Sohn Fabian eintraf, sassen bereits sechs andere Ausstellungswillige auf der Bank vor dem Chrämi. Sofort entstand ein interessantes Gespräch», erzählt die 35-jährige Roggwilerin, die sich seit dem Lehrerseminar für Kunst interessiert und in die Malerei vertieft hat. Anlässlich einer Ausstellung des Kulturkreises Aarwangen hat sie 2004 erstmals ihre Werke präsentiert. «Ich arbeite gerne mit unterschiedlichen Techniken, das zeigen meine beiden Bilder. «Zwei Boote» sind mit Öl auf Leinwand gemalt, während das Aquarell mit Tuschfeder an einem Workshop im Lötschental entstanden ist», erzählt Annemarie Egger. Sie ist eine der nachstehenden Gewinnerinnen, die voraussichtlich 2013 in Genua eine gemeinsame Ausstellung realisieren werden.

Vom Publikum gewählt wurden:

Alexandra Theiler (1990), Langenthal, Annemarie Egger-Johner (1977), Roggwil, und Korinna Baer (1956), Langenthal.

Von der Fachjury gewählt wurden:

Federico Bruno (1965), Genua, Christine Hurst (1969), Langenthal, und Kurt Baumann (1956), Aarwangen.